15 Tipps für bessere Smartphone-Videos

iPhone SLR Mount
iPhone SLR Mount(© 2014 Photojojo)

Die beste Kamera ist die, die wir immer dabei haben, also meistens das Smartphone. Da die kleinen Begleiter mit jeder neuen Generation bessere Objektive und Sensoren bekommen und es nebenbei eine Vielzahl an nützlichen Gadgets gibt, wird die mobile Videoproduktion zum Kinderspiel. Ein paar einfache Grundregeln sollte man aber dabei beachten.

1. Vertikal Video Syndrom vermeiden

Es gibt gute Gründe, weshalb Monitore und Filme im Querformat existieren (natürliches menschliches Blickfeld) – und noch mehr Gründe, weshalb man diese Tradition mit seinem Smartphone beibehalten sollte (Qualitätsverlust beim Zuschneiden). Dennoch werden wir mit senkrecht aufgenommenen Smartphone-Videos bombardiert.

Nutzt lieber die Breite des HD-Formats aus! Beim iPhone verhindern Apps wie Horizon (iTunes) automatisch, dass Ihr mal in den Portraitmodus abgleitet. Ausgenommen sind natürlich Apps wie Vine (iTunes, Google Play, Windows Store) oder Instagram (iTunes, Google Play), die als Ergebnis quadratische Videos ausspucken.

2. Filter? – Gern, aber nachträglich!

Der Verzicht auf Live-Filter bewahrt uns vor bösen Überraschungen. Viele Apps verringern dabei zum Beispiel die Auflösung. Außerdem können die so geschossenen Aufnahmen nicht rückgängig gemacht werden. Habt Ihr in schwarzweiß gedreht, bleibt der Film auch so. Nehmt Ihr jedoch normal auf, könnt Ihr anschließend unzählige Filter probieren und habt doch immer das Original als Sicherheit gespeichert.

3. Verwackelungsgefahr

Joby GripTight GorillaPod Stand
Joby GripTight GorillaPod Stand

Schon beim einfachen Schnappschuss ist es wichtig, das Smartphone ruhig zu halten. Möglichst beidhändig, besser mit einer Auflage – noch besser ist es aber , mit einem Stativ zu arbeiten. Diese Regel gilt beim Filmen umso mehr. Merkt Euch die Haltung, mit der Ihr am wenigsten wackelt und die Euch eine ruhige, langsame Kameraführung möglich macht.

4. Bewegung im Bild – nicht an der Kamera

Bewegung ist gut, sie ist spannend und führt die Zuschauer durch das Bild. Doch ist es meist besser, wenn sich die Objekte bewegen und nicht die Kamera. Hektische Schwenks und Wackler sind zwar auch in Hollywood ein Stilmittel, mit dem Smartphone wirken sie jedoch eher störend.

5. Mehr Nähe – anderer Bildausschnitt

Aufgenommen mit der App ProCamera 7
Aufgenommen mit der App ProCamera 7

Ohne optischen Zoom und mit den kleineren Objektiven der Smartphones ist es wichtig, einen Bildausschnitt zu wählen, der weder die Kamera noch die Zuschauer überfordert. Konzentriert Euch lieber auf das Hauptmotiv und wagt Euch ruhig näher heran. So entsteht auch mit kleinen Linsen der Effekt des unscharfen Hintergrunds. Außerdem wirken die nachträglichen Schnitte dann stärker, der Gesamteindruck der Aussage wird kräftiger.

6. Der optimale Hintergrund

Bei spontanen Bildern müsst Ihr nehmen, was kommt. Doch für Interviews beispielsweise sollte man auf einen ruhigen, nicht vom eigentlichen Geschehen ablenkenden Hintergrund achten. Auch bei durchdachten Filmaufnahmen wird dieser Aspekt gern vernachlässigt. Lieber einen Gedanken zu viel machen, das unterscheidet  den Profi vom Laien.

7. Licht

Licht ist besonders wichtig. Die relativ kleinen Sensoren unserer mobilen Kameras schreien geradezu nach mehr Licht. Denn die Qualität der Aufnahmen ist von nichts mehr abhängig als guter Beleuchtung. Gegenlicht ist dabei in jedem Fall zu vermeiden.

8. Zoom

Sony QX100 & QX10
Sony QX100 & QX10

Der digitale Zoom ist grundsätzlich tabu und sollte nur, wenn es wirklich nicht anders geht, benutzt werden; auch wenn der Qualitätsverlust bei zunehmend höheren Auflösungen und bei ausreichendem Licht immer weniger ins Gewicht fällt. Auf der sicheren Seite ist man mit zusätzlichen Objektiven, die vor die Smartphone-Linse gesteckt werden.

9. Kontrolle behalten – Fokus und Belichtung

Nicht nur die Auflösung und das Format sollten vor der Aufnahme überprüft werden. Gute Kamera-Apps bieten die Option, den Fokus und die Belichtung frei zu wählen. Nutzt dies in jedem Fall aus, anstatt der Automatik zu vertrauen. So wird auch die Belichtung nicht plötzlich während der Aufnahme automatisch verändert. Auch das automatische Nachfokussieren während der Aufnahme sollte in jedem Fall deaktiviert werden.

10. Zeitlupe

Slow Motion Video
Slow Motion Video

Viele Smartphones oder Apps bieten eine Zeitlupen-Funktion an, mit der sich spannende Effekte erzielen lassen. Das iPhone 5s hat zum Beispiel den Slo-Mo-Modus integriert. Besonders wichtig – neben gutem Licht – ist dabei ein möglichst bildfüllender Ausschnitt des Motivs und natürlich eine interessante Bewegung.

11. Einfach online oder gekonnt nachbearbeitet

Kurze Videoclips sind schnell mit einem Filter versehen und dank mobiler Datenverbindung sofort auf allen möglichen Plattformen online. Soll es etwas mehr sein, so lassen sich auch leicht einzelne Sequenzen zu einem Film zusammenstellen, der mit Musik, Texten oder verschiedenen Effekten aufgepeppt werden kann. Achtet auf einen ansteigenden Spannungsverlauf und übertreibt es nicht mit zu viel Schnickschnack. Neben den mobilen Schnitt-Apps lassen sich die Aufnahmen natürlich auch am heimischen Mac oder PC bearbeiten.

12. Graphics Interchange Format (GIF)

GifBoom
GifBoom

Das Bildformat mit eher geringer Farbtiefe war schon dem Untergang geweiht, erlebt jedoch dank des Smartphone-Booms eine kleine Renaissance. Mit Apps wie GIF Studio (89 Cent, iTunes) oder GifBoom (iTunes) lassen sich aus einzelnen Bildern oder Videos ganz leicht kleine animierte GIF-Dateien erstellen. Ein guter und beliebter Weg, kurze Animationen zu verbreiten.

13. Profi-Apps

Eine gute Idee ist immer wichtiger als das beste Equipment, doch lohnt sich der Blick in die App Stores nach Hilfsmitteln, die mehr manuellen Spielraum bei der Wahl der Einstellungen erlauben und so die kreativen Möglichkeiten noch besser ausschöpfen. Dabei ist es eine Herausforderung, die Spreu vom Weizen zu trennen. Meist lohnt es sich jedoch, ein wenig Geld in gute Apps zu investieren, anstatt sich über Abstürze, mangelnde Auflösung oder dauerhafte Werbeeinblendungen zu ärgern.

14. Die 90-Grad-Verdrehung

Es passiert ab und an, dass Smartphone-Aufnahmen um 90 oder gar 180 Grad verdreht auf dem Rechner landen. Dies lässt sich natürlich mit einem Schnittprogramm wie iMovie für den Mac oder Windows Movie Maker verändern. Zum einfachen Ansehen eignet sich auch der kostenlose VLC-Player, der auch als App (iTunesGoogle Play) verfügbar ist. Dort einfach im Menü unter Extras die Videoeffekte aufrufen und unter dem Punkt Transformieren den richtigen Winkel auswählen.

15. Zubehör

iPhone SLR Mount
iPhone SLR Mount

An externem Zubehör mangelt es nicht. Wirklich wichtig sind dabei jedoch nur vereinzelte Gadgets. Der Outdoor-Profi hat ein kleines Stativ und ein wasserfestes Case dabei. Der Nachtmensch kann auch schlecht auf ein Stativ verzichten und benutzt zusätzlich ein externes Anstecklicht.

Der Reporter hat natürlich immer alles parat, braucht aber hauptsächlich ein extra Richtmikrofon, damit auch Interviews und Mitschnitte an freien, lauten Plätzen möglich sind. Der Künstler als Purist verzichtet gern auf alles oder bevorzugt einzelne Gadgets wie einen kleinen Helikopter für Luftaufnahmen.

Für echte Fotografen und Videokünstler gibt es sogar SLR-Mounts für das iPhone. Damit lassen sich auch große Nikon- oder Canon-Objektive mit dem iPhone kombinieren. Mit wenig Gepäck lassen sich so also viele Schwächen unserer Smartphone-Kameras in wahre mobile Stärke umwandeln.


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