7 populäre Fitness-Mythen, die einfach Unsinn sind

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Sport, Fitness, Studio, Gewichte, Muskel, Hanteln
Sport, Fitness, Studio, Gewichte, Muskel, Hanteln(© 2017 CURVED)

Wenn es um Fitness geht, kennt sich plötzlich jeder aus – so halbwegs. Im gefährlichen Halbwissen halten sich einige Fitness-Mythen bisweilen hartnäckig. Wir nehmen sieben beliebte Muskelmärchen, Fitnessfirlefanz und Trainingstücken mal genauer unter die Lupe und verraten euch, wie, wann, wie lange und wie oft man besser trainiert.

Mythos 1: Ein- bis zwei Trainings pro Woche reichen, um fit zu bleiben

Grundsätzlich ist natürlich jede Bewegung besser als keine – allerdings reichen ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche nicht aus, um langfristig gesund, fit und schlank zu bleiben – geschweige denn, den Körper zu transformieren. Denn die traurige Wahrheit ist: Das viele Sitzen wirkt jeder körperlichen Aktivität entgegen. Deshalb müssen wir dem noch mehr Bewegung entgegensetzen – zumindest, wenn wir verhindern wollen, dass unser Hüftumfang mit zunehmendem Alter immer breiter wird und wir uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rückenschmerzen und Co. schützen wollen. Sportwissenschaftler raten zu mindestens drei Trainings pro Woche. Noch besser ist es, jeden Tag für 30 Minuten den Puls hochtreiben und alle großen Muskelgruppen einmal zu fordern, etwa mit 400 Treppenstufen täglich. Insgesamt sollten wir auf 15.000 Schritte am Tag kommen – die 10.000 reichen laut einer Studie auch nicht mehr.

Mythos 2: Wer abnehmen will, muss morgens vor dem Frühstück trainieren

Die Wahrheit ist: Der beste Zeitpunkt für das Training ist, wann immer ihr mögt und es am besten in den Tagesablauf passt. Denn es geht darum, dran zu bleiben. Am besten täglich. Und was nützt es da, wenn ich zwar morgens nüchtern beim Sport meinen Stoffwechsel anrege, aber danach total fertig bin, zur Arbeit hetzen muss und das Training in der Folge schleifen lassen? Abnehmen kann ich genauso gut, wenn ich mich abends auspowere und danach die Kohlenhydrate zugunsten von Eiweiß ein wenig einschränke. Nach dem Training fasten solltet ihr zugunsten der Regeneration aber nicht, sonst baut der Körper nicht nur Fett ab, sondern auch Muskelmasse.

Mythos 3: Krafttraining verwandelt Fett in Muskeln

Schon aus physiologischer Sicht ist es unmöglich, Fett in Muskeln umzuwandeln: Immerhin handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Gewebe. Während das Fettgewebe unter der Haut zwischen den inneren Organen und Muskeln schlummert, befindet sich das Muskelgewebe überall im Körper. Es wird darüber hinaus nochmal in drei Gewebearten unterschieden: die glatte Muskulatur, die Herzmuskulatur und die Skelettmuskulatur. Was Krafttraining wirklich ausrichten kann, ist neues Muskelgewebe produzieren – vorausgesetzt der Körper bekommt genug Protein als Baustoff. Deswegen sollten Menschen, die abnehmen wollen, erstmal ihre Ernährung umstellen: Denn ein Kaloriendefizit hat etwa 70 Prozent Anteil daran, dass das Körperfett schmilzt.

Sport und Veranlagung machen den Rest des Erfolgs aus, sagt man. Ein Kaloriendefizit plus Sport ist besonders effektiv, weil der Körper dadurch Fett statt Muskeln abbaut. Ausdauersport und hochintensives Intervalltraining kurbeln die Fettverbrennung an. Muskeltraining ist die perfekte Ergänzung, denn Muskeln verbrennen mehr Energie und so steigt der Grundumsatz auch in Phasen, in denen man sich gar nicht bewegt. Allerdings bekommt man von Sit-ups kein Sixpack: Dafür muss erstmal die Fettschicht darüber weg.

Schon aus physiologischer Sicht ist es unmöglich, Fett in Muskeln umzuwandeln.(© 2017 CURVED)

Mythos 4: Mit zunehmendem Alter wird das  Muskeltraining unwichtiger

Im Alter bauen die Muskeln ohnehin ab, da sollte man lieber sein Gehirn trainieren mit Kreuzworträtseln, Sudoku und Co.? Von wegen: Körperliche Bewegung scheint jede Art von Gehirn-Jogging zu toppen. Zu dieser Erkenntnis kommen diverse neueste Fitnessstudien. Dabei ist es unerheblich, welche Art Sport man macht: Hauptsache der Puls geht für eine Weile hoch und die Muskeln werden gefordert. Also holt eure Großeltern nichts wie raus aus ihren gemütlichen Ohrensesseln und wagt ein Tänzchen oder ein Wohnzimmer-Zirkeltraining. Das hält offenbar nicht nur körperlich fit und macht glücklich, sondern regt auch die grauen Zellen ordentlich an.

Alternativ könnt ihr Oma und Opa auch die Sworkit-App (für Android und iOS) auf dem Handy installieren: Im Abo für knapp acht Euro monatlich sind sogar spezielle Workouts für Ältere dabei. Auch Fitivity hat eine Abo-Erweiterung mit Fitness-Videoanleitungen speziell für Senioren im Abo-Paket: Die ist zwar auf Englisch, aber so hält man nicht nur Körper und Gehirn auf Trab, sondern kann auch noch eine Fremdsprache üben.

Mythos 5: Zwei Wochen Trainingspause stecken die Muskeln noch weg

Tatsächlich beginnt der Körper schon ab gut einer Woche Inaktivität mit dem Muskelabbau. Denn als intelligentes Kraftwerk muss er mit seinen Energiereserven haushalten. Keine Panik: Den kleinen Muskelschwund sieht man auch nach zwei Wochen noch nicht – es sei denn, man ist komplett stillgelegt ist, etwa nach einer Operation oder mit einem Gips. Denn zunächst geht es den Muskelfasern an den Kragen, die vor allem für die Schnellkraft verantwortlich sind. Kleiner Trost: Selbst die lösen sich nicht einfach komplett in Luft auf. Der Muskelzellkern bleibt erhalten. Der speichert die Informationen zur früheren Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, der Muskeln erinnert sich an sein ehemaliges Volumen und Kraftvermögen und findet beim Wiedereinstieg ins Training so schnell zurück zur alten Form.

Mythos 6: Wer schnell schwitzt, ist nicht fit

Schnelles Schwitzen ist kein Zeichen für fehlende Kondition, es ist genau umgekehrt: Sportler, die gut trainiert sind, schwitzen schneller und mehr, weil der Körper quasi schon ahnt, was kommt – und schonmal kräftig mit dem Kühlen beginnt. Denn durch die Schweißbahnen transportiert er Wärme ab. Leider hat das Schwitzen aber nichts mit der Fettverbrennung zu tun und ist kein Zeichen dafür, dass jetzt Pfunde purzeln: Stattdessen bremsen die verlorene Flüssigkeit unsere Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Daher ist es wichtig, den Verlust frühzeitig auszugleichen und schon nach der ersten halbe Stunde Sport mit Wasser nachzutanken.

Schnelles Schwitzen ist kein Zeichen für fehlende Kondition.(© 2017 CURVED)

Mythos 7: Joggen schadet den Gelenken

Ganz im Gegenteil: Wer langsam anfängt und sich pro Woche nicht mehr als um 15 Prozent steigert, tut seinen Gelenken sogar etwas Gutes. Der Grund ist, dass durch die Bewegung die Gelenkschmiere dünner wird, sich besser verteilt und dadurch auch den Gelenkknorpel besser mit Nährstoffen versorgt. Die wachsenden Muskeln entlasten die Gelenke zusätzlich im Alltag.


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