Alleine joggen oder mit der Laufgruppe? Das sollten Mitläufer beachten

Findet heraus, welcher Lauftyp ihr seid und was man als Mitläufer beachten sollte.
Findet heraus, welcher Lauftyp ihr seid und was man als Mitläufer beachten sollte.(© 2018 Shutterstock/Pindyurin Vasily)

Alleine den Trainingszielen hinterher joggen oder sich von einer Laufgruppe ziehen lassen? Findet heraus, welcher Lauftyp ihr seid, wie ihr eure Meilensteine schneller erreicht und was man als Mitläufer beachten sollte. Außerdem stellen wir die besten Sport-Communities für Rudelläufer vor.

Das Trainingsziel ist entscheidend

Lauftreffs findet man mittlerweile überall: zufällig unterwegs auf der eigenen Laufrunde, im Bekanntenkreis, über Facebook, über Sport-Communities und auch viele Personal Trainer oder Fitnessstudios bieten inzwischen geführte Laufeinheiten an. Ob man in einer Laufgruppe profitiert oder alleine besser unterwegs ist, ist eine Typ-Frage. Falls ihr darüber nachdenkt, euch einer Laufgruppe anzuschließen, solltet ihr überlegen, zu welchen Selbst- oder Endzweck ihr eigentlich regelmäßig in die Laufschuhe schlüpft:

  1. Um über Probleme nachzudenken und bei Laufen eventuell Lösungen zu finden.
  2. Zum Abschalten im Grünen.
  3. Um aktiv aber in Ruhe Musik oder Hörbücher zu hören.
  4. Zum aktiven Jobausgleich.
  5. Um abzunehmen.
  6. Um fitter und ausdauernder zu werden.
  7. Um für einen (Halb-)Marathon oder Triathlon zu trainieren oder andere konkrete Trainingsziele zu erreichen.
  8. Um als Neuankömmling in einer neuen Stadt Fuß zu fassen und diese laufend zu entdecken.
  9. Um Freunde zu sehen und zur Abwechslung mal nicht in der Bar zu hocken.
  10. Um auch in anderen Sportarten zu profitieren, etwa als Ergänzung zum Krafttraining oder in Vorbereitung auf die neue Fußballsaison.

Zum Abschalten, Probleme wälzen, mit Kopfhörern und auch bei ganz konkreten Fitnesszielen ist man alleine besser unterwegs als mit einer Laufgruppe. Alle anderen Beweggründe sprechen durchaus für das Joggen in Gesellschaft – sofern man sich dabei unterhalten kann und sich nicht nach jedem gesprochenen Halbsatz vor Seitenstechen krümmt. In dem Fall solltet ihr noch ein bisschen alleine trainieren und euch dabei vor allem auf die richtige Atmung fokussieren.

Alleine oder in der Gruppe laufen: Das ist eine Typfrage

Ob man letztlich wirklich in eine Laufgruppe passt, ist in erster Linie eine Typfrage: Wer schon als Kind lieber Leichtathletik gemacht hat als Mannschaftssport oder besonders ehrgeizig ist, braucht auch keine Gruppe zur Motivation und kommt alleine besser voran. Wer hingegen Motivationsprobleme hat und auch beim Sport gesellig ist und gegebenenfalls auch mal zurückstecken kann, sollte sich testweise auf jeden Fall mal einem Laufpartner oder einer Laufgruppe anschließen – schließlich bringt die viele Vorteile mit.

Die Vorteile einer Laufgruppe

  • Der Jogging-Termin wird ein fester Bestandteil im Kalender und durch die Verabredung und den Gruppenzwang auch an lustlosen Tagen seltener ausfallen.
  • Die Gesellschaft lenkt einen von der Belastung ab, so dass es leichter fällt und die Zeit gefühlt nur so verfliegt.
  • Wer den anderen folgt und die Strecke nicht kennt, erfährt nicht nur mehr Abwechslung, sondern muss auch nicht daran denken, welche quälenden Hügel oder endlosen Geraden noch kommen.
  • Außerdem kann man Sport und soziale Kontakte zeiteffektiv miteinander verbinden – sei es schon unterwegs oder beim Feierabendgetränk danach.
  • Einsteiger profitieren vom Zugeffekt erfahrener Läufer und können sich unterwegs auch noch diverse Lauftipps holen.
  • Gerade zu späterer Stunde oder in der dunklen Jahreszeit ist es aus Sicherheitsgründen ein Vorteil, nicht alleine über Stock und Stein zu stolpern.
  • Man kann sich nicht nur an eigenen Bestzeiten messen, sondern auch mit denen anderer Läufern.

Wer bestimmt das Tempo?

Grundsätzlich gehört es zum guten Ton unter Läufern, dass man sich immer nach dem Langsamsten richtet und niemand auf der Strecke bleibt. Dafür ist es hilfreich für alle Beteiligten, vorab eine Tempo-Orientierung oder das Trainingsniveau der Truppe anzugeben. Denn es ist nicht nur für die eingeschworene Lauftruppe enorm frustrierend, wenn sie ihre gewohnte Temporoute schleichen muss, auch Neulinge setzen sich extrem unter Druck und fühlen sich mies – was ein echter Motivationskiller für weitere Läufe sein kann.

Laufgruppen sollten sich gut überlegen, ob sie offen für Neulinge sind oder in jedem Fall bei ihrer Pace bleiben wollen.(© 2018 Shutterstock/RossHelen)

Die Autorin dieses Artikels hatte sich eines Winterabends mal einer Facebook-Laufgruppe angeschlossen, die über sich schrieb, jeder sei willkommen. Über die Geschwindigkeit gab es keine Angaben. Letztendlich hatte sie aber ganz schön Mühe, mit den Marathon-Männern mitzuhalten – denn die hätten sie sonst in dunklen, unbekannten Gefilden einfach stehen lassen. Das ist natürlich nicht okay. Und darum sollten sich Initiatoren eines Lauftreffs auch genau überlegen, ob sie um jeden Preis ihre Pace erreichen möchten, oder wirklich offen sind für neue Gruppenmitglieder – und zugunsten der Geselligkeit Tempo-Opfer bringen. Hier sind ein paar Ideen, wie Lauftreffs und Neulinge besser miteinander Schritt halten können:

Tipps für Laufgruppen, um Neulingen den Einstieg zu erleichtern und Frust auf beiden Seiten zu vermeiden:

  • Man schreibt als Teilnahmebedingung eines Lauftreffs eine Pace fest, die Neulinge erreichen müssen, um das Tempo der Gruppe ungefähr halten zu können.
  • Die Truppe passt sich bereitwillig und ohne Diskussionen dem Langsamsten an.
  • Die Laufgruppe teilt sich auf, so dass sich je nach Trainingsniveau verschiedene kleinere Grüppchen bilden, wobei immer darauf geachtet werden sollte, dass keiner allein als Schlusslicht zurückfällt. Dann laufen die Langsamen eben noch einen Tick langsamer.
  • Jedes Training wird ein Läufer aus dem festen Kern reihum dazu auserkoren, mit den neuen Laufmitgliedern Schritt zu halten, damit der Rest der Truppe sein normales Tempo halten kann – und mit regelmäßigem Training sollte es bald ja auch für Einsteiger kein Problem mehr sein, vorne mitzulaufen.
  • Das erkläre Ziel muss nicht immer schneller, weiter, höher heißen: Wer sich in einer Laufgruppe unterfordert fühlt, kann beim langsamer Laufen mal an seinem Laufstil arbeiten oder sich das Ziel setzen, die Pulsfrequenz zu senken.

Tipps für Neulinge von Laufgruppen:

  • Falls es gar nicht passt, und man als Neuling gar nicht hinterher kommt, sollte man sich das auch eingestehen und die Gruppe ziehen lassen, solange man den Weg zurück noch alleine findet.
  • Setzt euch das Mithalten in der Laufgruppe als neues persönliches Trainingsziel und arbeitet alleine darauf hin. Wenn ihr die Pace kennt, sollte das ja kein Problem sein. Und die erstaunten Gesichter, wenn ihr Wochen später dann wieder dabei sei, aber dieses Mal ohne Schnapp-Atmung, sind mit Sicherheit Gold wert.
  • Sucht euch eine andere Laufgruppe, die weniger leistungsorientiert ist. Um sicherzugehen, dass es dieses Mal auch wirklich passt, kann man einfach fragen, in welcher Zeit die Gruppe die Strecke anvisiert.
  • Das kann im Umkehrschluss aber eben auch bedeuten, dass man nicht gut mit Freunden oder Kollegen zusammen laufen kann, weil das Tempo oder die Schrittlänge nicht passt. In dem Fall sollte man Sport und Privates lieber trennen und sich eine Fitnessgruppe nicht danach aussuchen, wie lustig sie drauf ist, sondern nach dem sportlichen Anspruch.
  • Ist die Strecke und das Procedere jedem bekannt, kann man sich natürlich auch darauf verständigen, gemeinsam zu starten und dann läuft jeder sein eigenes Tempo, um im Anschluss mit allen, die nach und nach ins Ziel trudeln, noch ein Sportler-Bier zu trinken. Das hat den Vorteil, dass man je nach Tagesform läuft, wie man kann, aber das Training weniger bereitwillig sausen lässt, weil man trotzdem noch verabredet ist und sonst in Erklärungsnot kommt.

Die besten Apps für gesellige Läufer

Falls ihr entschiedet habt, dass eine Laufgruppe euch voran bringen könnte, solltet auch zeitnah eine finden – sonst bleibt es wieder nur bei dem vagen Vorhaben. Neben den genannten Facebook-Gruppen, die man meistens über den Namen der Stadt und die Sportart findet, gibt es auch immer mehr Apps für Sportsfreunde:

  • Speziell für Läufer gibt es seit kurzem die unkomplizierte Lauf-Community "Runclique" kostenlos in den App-Stores (für iOS und Android). Hier könnt ihr auch schon im Vorfeld euer Laufniveau, eine Strecke und einen Termin festlegen.
  • Wer neben dem Laufen noch andere Sportarten in Gesellschaft ausüben möchte, kann sich über die englischsprachige App "Bvddy" (kostenlos für iOS oder Android) zum Training verabreden: Gerade Fans von unpopulären Sportarten haben es nämlich oft schwer, Trainingspartner zu finden. Mit "Bvddy" findet ihr nicht nur Fußball- oder Tennis-Spieler, sondern auch Spieler für Sportarten wie Brennball.
  • Die App "SPOYU" (gratis für Android und iOS) vermittelt Sportsfreunde für so ziemlich alle gängigen Sportarten und viele sportliche Freizeitaktivitäten. Mit den Features "Neuigkeiten" und "Kalender" verpasst ihr keine Sportevents in euer Stadt.

Fazit: Die Letzen können die Ersten werden – mit Training ist alles möglich

Wer keine Gelenkprobleme hat, kann mit regelmäßigem Lauftraining nur an Fitness und Wohlbefinden gewinnen – egal, ob alleine oder mit mehreren, schnell, als Intervalltraining oder im gemütlichem Dauerlauf. Messbare, realistische Trainingsziele helfen dabei, dranzubleiben. Wollt ihr zum Beispiel eure Pace verbessern, lest unser Interview mit der Ärztin und Läuferin Alexandra Stumpenhagen.  Wenn ihr mit eurem Lauf abnehmen und Kraft aufbauen wollt, schaut euch unsere Workout-Tipps an. Und wenn ihr zur Abwechslung eine andere Sportart sucht, mit der ihr ebenso viele Kalorien verbrennen könnt, klickt euch in unseren nächsten Ratgeber.


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