Android 5.0 Lollipop aufs Nexus flashen — so geht's!

Endlich geht es los: Google beginnt mit der Verteilung des OTA-Updates auf Android 5.0 Lollipop für die älteren Nexus-Geräte. Da es aber erfahrungsgemäß ein paar Tage dauern kann, bis die Aktualisierung dann tatsächlich auf Euren Geräten anklopft, erklären wir den ungeduldigen und wagemutigeren Naturen unter Euch im Folgenden mittels Video-Anleitung, wie Ihr die ebenfalls verfügbaren Factory-Images umgehend selbst auf Eure Geräte flashen könnt.

Das im Video Gezeigte noch einmal zum Nachlesen und Schritt für Schritt, zunächst aber die Warnungen, dass das Entsperren des Bootloaders Eures Gerätes sowie das Flashen von Images – sollte etwas schiefgehen – dazu führen kann, dass Eurer Smartphones oder Tablet nicht mehr funktioniert. Außerdem verliert Ihr in den allermeisten Fällen etwaige Garantie- oder Gewährleistungsansprüche.

Wir empfehlen das Nachahmen oder Ausprobieren des im Video Gezeigten beziehungsweise im Text Folgenden nur versierten Nutzern, die sich der Risiken voll bewusst sind und ein gewisses Grundverständnis für die beschriebenen Vorgänge mitbringen — wer gar nichts mit den Begriffen "Flashen", "Factory Image", "Firmware", "SDK" oder "Kommandozeile" anfangen kann, lässt besser die Hände vom Selberflashen.

Und wer sich doch daran wagt, sollte sich die folgenden Schritte zunächst einmal von Anfang bis Ende durchlesen, um sicherzugehen, wirklich alles richtig verstanden zu haben — nichts ist ärgerlicher, als mitten im Flashvorgang plötzlich nicht mehr weiter zu wissen.

Und noch eines: Durch den im Folgenden beschriebenen Update-Vorgang werden anders als bei einem OTA-Update im Zweifelsfall sämtliche Daten und Einstellungen von Eurem Gerät gelöscht; es empfiehlt sich also, alles Relevante vorab extern oder in der Cloud zu sichern.

Jetzt aber in medias res:

Zunächst müsst Ihr auf Eurem Nexus 4, Nexus 5 oder Nexus 7 in den Einstellungen unter "Über das Telefon" den Eintrag "Build-Nummer" so oft antippen, bis die Meldung "Sie sind jetzt ein Entwickler" erscheint. In den nun angezeigten Entwickler-Einstellungen setzt Ihr einen Haken bei "USB-Debugging zulassen".

Ladet Euch auf Eurem Laptop oder PC das Android SDK herunter. Außerdem benötigt Ihr natürlich noch das jeweils gewünschte und passende Factory Image für Eurer Gerät. Verschiebt nun das SDK (den adt-Ordner) auf eine möglichst niedrige Ebene einer Festplatte auf Eurem PC und entpackt das Factory Image direkt in den darin befindlichen Ordner adt/sdk/platform-tools.

Schließt Eurer Nexus-Gerät per USB-Kabel an den PC oder das Laptop an. Öffnet nun die Windows Shell, navigiert in den Ordner adt/sdk/platform-tools und prüft mit dem Kommando adb devices, ob das Gerät auch korrekt erkannt wird.

Nun beginnt der eigentliche Flash-Vorgang, zunächst mit dem Entsperren des Bootloaders (sofern noch nicht entsperrt):

adb reboot-bootloader und nach dem Neustart des Nexus-Gerätes gefolgt von

fastboot oem unlock

Nun wird das Gerät sicherheitshalber noch einmal gelöscht und zwar gründlich:

fastboot erase boot
fastboot erase cache
fastboot erase recovery
fastboot erase system
fastboot erase userdata

sind nacheinander (mit jeweils kurzer Wartezeit) einzugeben.

Weiter geht es mit dem Flashen der neuen Image-Dateien. Hierzu ist es sinnvoll, Euch neben dem Shell-Fenster den Ordner mit den Dateien selbst anzeigen zulassen, da Ihr deren Namen penibel genau an den Stellen eingeben müsst, die im Folgenden mit einem * gekennzeichnet sind. Alternativ könnt Ihr die Dateien (nicht aber deren Endungen) natürlich auch etwas einfacher umbenennen.

Update: Wie ich von einigen CURVED-Lesern ganz richtig aufgeklärt wurde, lässt sich die unten stehende Befehlskette auch ganz einfach durch Eingabe des Befehles flash-all.bat ersetzen.

fastboot flash bootloader bootloader-*.img
fastboot reboot-bootloader
fastboot flash radio radio-*.img
fastboot reboot-bootloader
fastboot -w update image-*.zip
fastboot reboot

Der Befehl reboot-bootloader sorgt zwischendurch immer wieder für kleine Neustarts Eures Gerätes, darüber braucht Ihr Euch also nicht zu wundern. Das letzte reboot (ohne -bootloader) startet Eurer Nexus dann mit den aktualisierten Android-Version komplett neu, was durchaus etwas länger dauern kann. Danach aber begrüßt Euch dann der Boot- und Willkommens-Screen von Android 5.0 Lollipop — oder einer anderen von Euch gewählten Version des Googles OS', denn diese Anleitung ist kompatibel mit sämtlichen Factory Images, die es für Nexus-Geräte gibt.


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