Android 6.0 Marshmallow: Tipps und Tricks für das neue Google-OS

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Das Nexus 9 wird vermutlich als eines der ersten Geräte Android 6.0 Marshmallow erhalten
Das Nexus 9 wird vermutlich als eines der ersten Geräte Android 6.0 Marshmallow erhalten(© 2015 Android, CURVED Montage)

Am 29. September zeigt Google nicht nur neue Hardware, sondern auch Android 6.0 Marshmallow. Wir verraten Euch schon jetzt alles, was Ihr wissen müsst.

Auf der Google I/O Ende Mai 2015 hat Google uns schon einen Ausblick aufs kommende Smartphone-Betriebssystem Android 6.0 Marshmallow gewährt. Ein paar Monate und drei Entwicklerversionen später steht uns endlich die fertige Version bevor. Die bringt optisch (bis auf ein paar neue Wallpaper) nur wenige Änderungen mit sich. Allerdings haben die Entwickler das Erlebnis für Nutzer und die Sicherheit des Systems verbessert.

Viele der neuen Features sind schon in der dritten Preview enthalten, die seit einigen Wochen zum Download für das Nexus 6, das Nexus 9 und den Nexus Player bereit steht. Laut Android Police soll sich diese Version dem finalen Betriebssystem sehr nahe kommen. Deswegen haben wir die Software auf einem Nexus 9 installiert und sind die Neuerungen schon einmal durchgegangen.

App-Suche

Ihr könnt nicht nur im neuen App-Drawer nach installierten Anwendungen suchen. Wenn Ihr den Menü-Button länger gedrückt haltet, öffnet sich automatisch ein neues Suchfeld.

Apps deinstallieren

Früher musstet Ihr ins Hauptmenü navigieren, um Apps zu entfernen. In Android 6.0 könnt Ihr das auch direkt vom Homescreen erledigen. Die vorinstallierten Google-Apps sind davon aber leider ausgeschlossen.

Apps lassen sich nun auch direkt vom Homescreen aus deinstallieren.(© 2015 CURVED)

App-Benachrichtigungen verwalten

In Android Marshmallow könnt Ihr einstellen, wie Euch eine App über Neuheiten informieren soll. Standardmäßig ist es Anwendungen wie Facebook erlaubt, Benachrichtigungen durch kurzes Einblenden hervorzuheben. Aktiviert Ihr den den Reiter “Als Priorität behandeln”, erreichen Euch Nachrichten auch, wenn sich Euer Gerät im “Nicht stören”-Modus befindet.

Soll Euch Facebook über Neuigkeiten informieren? Ihr habt die Wahl.(© 2015 CURVED)

Zugriffsrechte verwalten

Ihr könnt einstellen, welche Apps Zugriff auf welche Gerätefunktionen haben. So könnt Ihr zum Beispiel Evernote die Nutzung der Kamera verbieten, Twitter aber Zugriff auf die Knipse gewähren. Tippt Ihr in den Einstellungen auf den Punkt "Apps", dort auf das Zahnrad-Symbol und dann auf "App-Berechtigungen", seht Ihr in einer einfachen Übersicht, wie viele Apps Zugriffe auf die Kontakte, den Kalender, die Kamera und andere Funktionen haben. Wählt Ihr eine Funktion aus, seht Ihr, welchen Apps Ihr die Nutzung erlaubt habt.

Soll eine App nicht auf die Kamera zugreifen, könnt Ihr der Anwendung den Zugriff einfach verwehren.(© 2015 CURVED)

Akku-Verbrauch einzelner Apps

In der dritten Preview zeigt Android 6.0 den Energieverbauch einzelner Apps in Milliamperestunden an. Um den zu checken, geht Ihr in die Einstellungen, tippt dort auf "Akku" und dann auf eine App. Damit sich die Akkulaufzeit Eures Android-Gerätes allgemein erhöht, hat Google außerdem das Doze-Feature eingebaut. Doze liest den Lagesensor aus und fährt die Leistung des Smartphones oder Tablets herunter, sobald es unbenutzt auf dem Tisch liegt.

So viel Strom verbraucht die Google-App.(© 2015 CURVED)

Schnellstart-Menü aufrufen

Mehr eine Randnotiz als eine echte Neuerung ist das Aufrufen des Schnellstart-Menüs: Auf dem Tablet erscheint es immer an der Stelle, an der Ihr mit dem Finger nach unten zieht. Ein alter Trick klappt auch in Android 6.0: Zieht mit zwei Fingern nach unten und Ihr öffnet das komplette Menü mit einem statt zwei Wischgesten.

Sprachsuche im Sperrbildschirm

Die Sprachsuche könnt Ihr in Marshmallow direkt vom Sperrbildschirm aus öffnet. Dafür tippt Ihr auf das Mikrofon-Symbol unten rechts in der Ecke und wischt dann nach oben. Habt Ihr einen Display-Sperrcode eingerichtet, müsst Ihr den erst eingeben. Da geht es fast schon schneller, wenn Ihr den Bildschirm normal entsperrt und dann per “OK Google” eine Suche startet.

Unscheinbar, aber da: Unten links in der Ecke gibt es auf dem Sperrbildschirm nun ein Mikrofon-Symbol.(© 2015 CURVED)

Automatische Datensicherung

Das Betriebssystem speichert automatisch Daten wie WLAN-Passwörter und App-Einstellungen in einem privaten Ordner in Google Drive. Euer Speicherplatz wird dafür nicht belastet. Google weist in der Funktionsbeschreibung darauf hin, dass möglicherweise auch vertrauliche Daten wie Kontakte oder Fotos hochgeladen werden. Solltet Ihr das nicht wollen, könnt Ihr die Funktion in den Einstellungen unter "Sichern & zurücksetzen" und dort unter "Meine Daten sichern" jederzeit deaktivieren.

Auf Wunsch sichert Android Marshmallow App-Einstellungen in Google Drive.(© 2015 CURVED)

Der neue Nicht-Stören-Modus

Viel Kritik gab es bei Android 5.0 Lollipop für den komplizierten Nicht-Stören-Modus. Ein paar Dinge hat Google schon mit nachfolgendenen Updates wieder in Ordnung gebracht. In Android 6.0 Marshmallow folgt nun das Finetuning. Über das Schnellstart-Menü könnt Ihr einstellen, ob Ihr im Nicht-Stören-Modus gar nicht, nur vom Wecken oder auch von Erinnerungen, Terminen und Anrufen von als wichtig festgelegten Personen gestört werden wollt. Über die erweiterten Einstellungen könnt Ihr außerdem noch Regeln festlegen. So lässt es sich etwa unter der Woche einstellen, dass sich Euer Android-Gerät zwischen 23 Uhr und 7 Uhr automatisch lautlos schaltet.

Schon im Schnellstart-Menü könnt Ihr einstellen, wie lange Ihr Eure Ruhe haben wollt.(© 2015 CURVED)

Diese Funktionen gibt es erst in der finale Version

Eine der größten Neuerungen in Android Marshmallow ist Google Now on Tap. Die Erweiterung des persönlichen Assistenten soll Euch auf jedem Bildschirm passende Informationen anzeigen. Um Now on Tap zu aktivieren, öffnet Ihr die Google-App und tippt dann im Menü “Now Karten” auf Now on Tap. Haltet Ihr die Home-Taste länger gedruckt, ruft Ihr Now on Tap auf.

Außerdem arbeitet Google wohl noch an einer verbesserten Kamera-App. Die soll ein Feature erhalten, das Serienbild-Aufnahmen automatisch zu GIFs zusammenfügt und dabei noch die gelungenste Aufnahme heraussucht. Ein weiteres neues Feature ist ein Warnhinweis, der in Zukunft erscheinen soll, wenn die Kameralinse verschmutzt ist.

Schade drum: Google Now on Tap funktioniert noch nicht in der Vorabversion.(© 2015 CURVED)

Diese Neuheiten hat Google gestrichen

In der ersten Entwicklerversion gab es neben dem normalen auch ein Dark-Theme mit schwarzem statt weißem Hintergrund in den Menüs. Nutzer konnten einstellen, ob sie die helle oder die dunkle Variante verwenden wollen oder Android die Entscheidung je nach Lichteinfall selbst überlassen. In der dritten Preview war davon aber nichts mehr zu sehen. Ebenso sieht es mit dem SystemUI-Tuner aus. Hattet Ihr den über die Entwickler-Optionen aktiviert, konntet Ihr euch das Schnellstart-Menü selbst einrichten, in dem Ihr Symbole entfernt oder hinzufügt. Auch die Funktion ist dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Wann kommt Marshmallow auf mein Gerät?

Das Nexus 6p und das Nexus 5x werden die ersten Smartphones mit Marshmallow sein. Kurz darauf wird Google die Nexus-Geräte ab Nexus 5 (2013) und Nexus 7 (2013) mit dem Update versorgen. Das bekommt Ihr dann entweder mit viel Geduld automatisch “Over the Air” oder per Download von der Android-Entwicklerwebseite. Dann müsst Ihr das System allerdings von Hand installieren. Alle anderen Hersteller folgen dann nach und nach. Die Erfahrung zeigt, dass Motorola die (aktuellen) Moto-Smartphones relativ schnell mit Updates versorgt, während Hersteller wie Samsung oder LG länger brauchen, um ihre Oberflächen anzupassen. Besonders bitter: Einsteiger-Geräte werden oft außer acht gelassen und bekommen das neue System gar nicht.

Welche Smartphones das Update wahrscheinlich bekommen, haben wir an dieser Stelle für Euch aufgelistet.


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