Android Browser im Vergleich: Die besten Varianten zum Surfen

Welcher Android Browser darf es sein?
Welcher Android Browser darf es sein?(© 2019 C3)

Chrome, Firefox, Opera – und dann? Wer auf der Suche nach einem Android Browser ist, steht vor einer großen Auswahl an Programmen zum Surfen. Erst vor kurzem hat Google auf Druck der EU-Wettbewerbshüter erklärt, nach einem Update des Play Store eine Auswahl von Browsern als Alternative zu Chrome auf Android-Geräten zur Verfügung zu stellen. Doch was unterscheidet die eigentlich voneinander?

Neben den "Big Three" von Google, Mozilla und Opera soll es einem Screenshot zufolge, den Google in seinem Blogartikel veröffentlichte, auch Microsoft Edge und den Puffin Web Browser zur Auswahl als Android-App geben. Während Edge bisher Windows-10-Nutzern vorbehalten war und erst vor kurzem als mobile Version verfügbar ist, gibt es Puffin seit 2011.

Der Klassiker unter den Android Browsern: Google Chrome

Google liefert mit Chrome einen aufgeräumten Webbrowser fürs Smartphone, der ohne viel Bohei auskommt. Beim Start erscheinen die Seiten, die ihr am meisten besucht, darunter einige Zeilen ausgewählter, aktueller Nachrichten – wie bekannt aus Google News. Weitere Dienste wie der Übersetzer und die Google-Suche sind direkt integriert. Viele Optionen gibt es jedoch nicht – in einer Menüleiste lassen sich neue Tabs, Verlauf und die Einstellungen öffnen. Darin findet ihr als nettes Gimmick den Datensparmodus, der schnelleres Internet und 60 Prozent weniger Datenverbrauch bringen soll.

Auch einen Dark Mode bringt der Browser mit, das dunklere Interface soll die Augen schonen und ist eine stylische Alternative zur klassischen weißen Oberfläche. Jedoch müsst ihr den auf Android mit einem Trick aktivieren, wofür ihr aktuell die Beta-Version von Chrome benötigt. Dort kommt ihr durch die Eingabe von "chrome:flags" in ein Menü von Extra-Features der App (Achtung, diese Funktionen sind experimenteller Natur und können die Datensicherheit eures Smartphones gefährden). Dort aktiviert ihr den Eintrag "#enable-android-night-mode" – nach einem Neustart des Browsers könnt ihr den Modus in den Browser-Einstellungen aktivieren.

Der ehemalige Desktop-Riese: Firefox

Mozillas mobiler Fuchs ist seit 2011 als Android-Browser-Alternative zu Chrome verfügbar. Der Browser war laut StatCounter im Jahr 2017 weltweit der beliebteste Browser an Desktop-PCs – 2018 wurde er von Chrome überholt und auch auf mobilen Endgeräten ist Firefox weit abgeschlagen.

Mozillas Webbrowser sticht wegen der vielen Add-Ons, die zwar für PC erstellt wurden, aber auch mobil nutzbar sind, heraus. Was den Funktionsumfang in den Einstellungen angeht, gibt es hier reichlich Anpassungsoptionen, zum Beispiel lassen sich über eine Sync-Funktion Suchverlauf, Lesezeichen und offene Tabs zwischen PC und Smartphone synchronisieren. Zudem könnt ihr Datenvolumen sparen, indem ihr das Laden von Bildern nur bei bestehender WLAN-Verbindung erlaubt.

Für Individualisten: Opera

Wer ganz genau festlegen möchte, wie er surfen will, kommt mit Opera voll auf seine Kosten. Was die Möglichkeiten angeht, den Android Browser zu personalisieren, liegt Opera deutlich vorn. Es gibt nicht nur die Möglichkeit, die Standardsuchmaschine festzulegen, das dunkle Thema – also den Lesemodus – zu aktivieren oder einen Werbeblocker einzuschalten; Opera liefert auch eine integrierte Wallet für Kryptowährungen mit, die "Crypto Wallet". Zudem bietet es einen Schutz vor unwissentlichem Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin und Co.

Ein integrierter VPN-Client verhindert, dass ihr Standort geteilt wird, auch ein Werbeblocker und ein personalisierter Newsfeed sind mit an Bord. Die Benutzeroberfläche von Opera wirkt aufgeräumt, mit einer Steuerungsleiste am unteren Rand des Android Browsers könnt ihr schnell zurückspringen, auf die Startseite zugreifen oder Tabs wechseln.

Die Kante von Microsoft: Edge

Bisher war Edge nur Desktop-Nutzern vorbehalten, jetzt gibt es den Nachfolger des Internet Explorer auch als Android Browser. Damit will Microsoft die Arbeit auf verschiedenen Geräten erleichtern: Edge bietet die Funktion "Weiter auf PC". Tippt ihr darauf, könnt ihr eure Arbeit auf eurem Windows-Rechner fortsetzen. Vorausgesetzt, ihr verfügt über Windows 10.

Optisch ist Edge ein Klon des Desktop-Browser: kantig, übersichtlich, schlicht. Mit einem Druck auf die drei Punkte am unteren rechten Eck des Browser lässt sich das Menü öffnen, darin befinden sich beispielsweise Optionen wie auf der Seite etwas zu suchen, einen neuen Tab zu öffnen oder in den Einstellungen den Nachtmodus festzulegen. In der Android-Version gibt es übrigens zwei Funktionen, die iOS-Nutzern vorenthalten ist: die Seite herunterladen, um offline weiterzuarbeiten sowie die Möglichkeit, die Seite an den Startbildschirm anzupinnen.

Underdog mit Flash: Puffin Web Browser

Der Papageitaucher – das heißt Puffin übersetzt – will mit integriertem Flashplayer und schnellen Ladezeiten überzeugen. Mit Datenkompression werden Bilder letztlich zwar weniger scharf dargestellt, doch dafür spart ihr deutlich Ladezeit und natürlich Datenvolumen. Flash-Inhalte lassen sich problemlos darstellen und ihr braucht kein separates Plugin dafür. Auch ein Maus-Simulator und ein virtuelles Gamepad lassen sich darstellen.

Leider stellt der Android Browser auf dem Smartphone manche Seiten nicht als mobil optimierte Version dar – ihr bekommt also die Seite angezeigt, die ihr vom PC kennt. Das ist oft etwas unhandlich. Die Benutzeroberfläche orientiert sich am Windows-Design mit den bekannten Kacheln und ist recht übersichtlich gestaltet.

Ob einer der vier Chrome-Alternativen dem übermächtigen Google-Browser den Rang ablaufen wird? Das wird sich im Laufe des Jahres zeigen, nach dem Update des Play Store. Wann genau das kommen soll, ist noch unklar. Google sprach in seinem Blog von "in den nächsten paar Wochen".


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