Auspowern statt "Om": Die besten 6 Yoga-Arten zum Abnehmen

Yoga ist nicht gleich Yoga: Hier kommen die besten Yoga-Arten zum Abnehmen.
Yoga ist nicht gleich Yoga: Hier kommen die besten Yoga-Arten zum Abnehmen.(© 2018 Shutterstock/fizkes)

Schlanke Silhouette und schöne lange Muskeln durch Yoga? Promis wie Natalie Portman, Uma Thurman oder Richard Gere schwören schon lange darauf und auch bei den Fitnesstrends des Jahres ist Yoga immer wieder ganz vorne mit dabei. Allerdings ist Yoga nicht gleich Yoga: Hier kommen die besten Yoga-Arten zum Abnehmen.

Ursprünglich geht es bei der uralten philosophischen Yoga-Lehre aus Indien natürlich um mehr als Fitnessübungen, wie eine ganze Reihe von Atemübungen und meditativen Praktiken. In der Kombination sollen sie Körper und Geist in Einklang bringen. Heute verfolgen aber viele Yoga-Fans vorrangig Fitnessziele und die uralte Yoga-Praxis inspirierte immer wieder zu neuen Yoga-Arten unterschiedlicher Ausrichtungen: Einige Yoga-Stile konzentrieren sich auf die dynamischen Bewegungsabläufe im eigenen Atemrhythmus für mehr Kraft und Ausdauer, während andere tänzerische Elemente enthalten oder länger in den einzelnen Körperhaltungen (Asanas) verweilen für eine intensive Dehnung und die Lösung von Blockaden. Manche Yoga-Klassen erfordern viel Kraft, andere den Flow und wieder andere setzen auf Hitze oder die Schwerkraft, um das Yoga-Erlebnis noch intensiver zu gestalten.

Dass Yoga nicht zwingend was mit Meditieren und Relaxen zu tun hat, sondern auch eure Fettzellen zum Schmelzen bringen kann, beweisen diese sechs intensiven Yoga-Arten. Und das Tolle ist: Nicht nur eure Muskeln profitieren, sondern ihr werdet euch danach auch mental stärker fühlen.

AcroYoga: Akrobatik trifft Yoga

AcroYoga ist vor allem was für Turner ohne Berührungs- und Höhenangst, denn hier lernt man fliegen: egal ob klassisch in der Dirty-Dancing-Pose oder sitzend im schwebenden "Thron", als "Candle Stick" kopfüber, als "Front Bird" oder "Star", wie die bekanntesten Übungen heißen. Als tragende Basis hingegen erfährt man das perfekte Bodyweight-Training – und zwar nicht nur mit dem eigenen Körpergewicht, sondern auch dem des Partners. Ohne Vertrauen geht hier gar nichts. Daher ist diese noch relativ neue aber vor allem in Großstädten unter jungen Leute immer populärer werdende Yoga-Art auch die sozialste. Und die Kreativste: Denn der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – nur die Schwerkraft ist das Limit. Yoga-Vorerfahrung braucht man dazu nicht unbedingt, aber Kraft, Körperspannung, Kontaktfreude, Vertrauen und Mut. Über Facebook findet ihr inzwischen in jeder größeren Stadt eine offene AcroYoga-Gruppe zum "Spielen", wie es im AcroYoga-Jargon heißt.

Ashtanga: Dynamisch und nach fixem Ablauf trainieren

Ein dynamischer Yoga-Klassiker: Beim Ashtanga Yoga werden immer dieselben sechs Asana-Serien im Einklang mit dem Atemrhythmus und dementsprechend auch im eigenen Tempo praktiziert. Dabei ist die Reihenfolge fix und die Übungen werden im Laufe der Einheit immer anspruchsvoller. Meditation steht hierbei nicht so sehr im Zentrum, sondern eher die körperliche Ertüchtigung. So kann man rund 300 Kalorien pro Stunde verbrennen. Entdeckt und dann weiterentwickelt wurde diese Yoga-Praxis in den 1930er Jahren von einem der bedeutendsten moderneren Yoga-Lehrer, Sri Krishnamacharia. Alle, die dynamisch und intensiv trainieren wollen, aber dabei auch gern festen Strukturen folgen, sind hier gut aufgehoben. Allerdings sollte man etwas Yoga-Vorwissen mitbringen. Übrigens sind viele moderne, dynamische Yoga-Stile wie Power-, Vinyasa oder Flow-Yoga vom Ashtanga abgeleitet.

Bikram oder Hot Yoga: Der Fettkiller bei 40 Grad

Auch diese Yoga-Art, die nach dem indischen Yogameister Bikram Choudhury benannt ist, folgt einer festen Übungsabfolge bestehend aus 26 Asanas und zwei Atemübungen. Das Besondere aber ist, dass diese in einem aufgeheizten Raum bei 40 Grad praktiziert werden. Durch die Hitze werden die Muskeln und Sehnen noch dehnbarer, man kann tiefer in die Posen gehen, aktiviert den Stoffwechsel und kommt ganz schön ins Schwitzen. Das soll auch den Körper entgiften. Diese anstrengende Yoga-Einheit ist nur was für euch, wenn der Kreislauf die Wärme verträgt – das sollte aber von Mal zu Mal besser werden und auch bei den Asanas machen Anfänger recht schnell Fortschritte. In einer Bikram-Einheit (90 Minuten) verbrennt man übrigens 500 bis 700 Kalorien! Allerdings solltet ihr euch nicht vor viel nackter, nasser Haut und Schwitzpfützen ekeln...

Jivamukti: Das tänzerische Promi-Yoga für die Befreiung der Seele

Das Wort Jivamukti setzt sich zusammen aus "Jiva" und bedeutet Seele, und "Mukti", das für Befreiung steht. Jivamukti Yoga richtet sich an klassische Yoga-Fans, die mal eben rund 300 Kalorien verbrennen wollen und darüber hinaus noch eine spirituelle Richtung einschlagen möchten. In Anlehnung an das uralte Hatha Yoga wurde dieser Yoga-Stil in den 1980er Jahren von den Amerikanern Sharon Gannon und David Life entwickelt. In ihrem New Yorker Studio trifft man noch heute viele Promis – von Uma Thurman über Madonna bis hin zu Sharon Stone. Die fließenden Bewegungsabläufe erinnern an tänzerische Elemente und fordern alle Muskelgruppen. Dementsprechend wird Jivamukti Yoga auch zu schnellen Rock- oder Popsongs praktiziert. Eine gewisse Fitness und Beweglichkeit wird hier vorausgesetzt. Dazu kommt der spirituelle Part: Dieser umfasst neben modernen Klängen auch traditionelle Yoga-Musik, Mantra-Gesänge, Meditationen und theoretische Lektionen. Hier seht ihr die beiden bei New Yorker Promis sehr beliebten Jivamukti-Begründer Sharon Gannon und David Life:

Power Yoga: Die Fitnesseinheit für Kraft und Ausdauer

Power Yoga wird oft auch Vinyasa Power Yoga genannt und basiert auf dem klassischen Ashtanga Yoga, bei dem kraftvolle Asanas mit bewussten Atemtechniken verbunden werden können, aber nicht müssen. Anders als beim Ashtanga Yoga werden auch die Übungen und ihre Abfolgen hier ganz individuell vom Lehrer gestaltet und alle Kursteilnehmer angesprochen: So können auch fitte Yoga-Beginner mit vereinfachten Übungsvariationen den Einstieg finden und Fortgeschrittene sich kontinuierlich steigern – bis zum einarmigen Handstand etwa. Hier stehen statt Meditation Fitness und Stretching im Fokus, als auch die Verbesserung von Kraft und Ausdauer. Anders als beim Vinyasa Flow ist Power Yoga sehr frei in der Gestaltung und kann sehr variieren. In jedem Falls wird es anstrengend:  In einer Stunde verbrennt ihr bis zu 450 Kalorien.

Vinyasa Yoga: Ertüchtigung und Entspannung im dynamischen Flow

Beim Vinyasa Yoga gehen die kraftvollen Asanas besonders fließend ineinander über: Der Wechsel von einer Pose in die nächste ist also nur so lang wie ein Atemzug. In diesem Flow sollen Körper und Geist entspannen. Außerdem könnt ihr in einer Vinyasa-Klasse schwitzen, euch dehnen, Kraft aufbauen und neue Asanas lernen – und bis zu 450 Kalorien pro Stunde verbrennen. Zum Aufwärmen erfolgen meistens ein paar "Sonnengrüße" und danach ist der Lehrer relativ frei in der Gestaltung seiner Stunde – anders als beim Ashtanga Yoga. Je nach Fokus verfolgt jede Vinyasa-Einheit meistens ein Motto, beispielsweise Übungen für die Hüftöffnung,  Rückbeugen, Twists oder Umkehrhaltungen oder auch mal mehr Atemübungen und Meditationen. Grundsätzlich ist es hier hilfreich, wenn man die energetischen Übungen schon einigermaßen beherrscht, um bei den schnellen Wechsel gut mitzukommen. Daher empfiehlt es sich, mit einer Vinyasa-Klasse speziell für Anfänger zu starten. Yoga-YouTuberin Maddy Morrison zeigt, wie die aussehen kann:

Fazit: Yoga ist mehr als ein Fitnessprogramm und passt in keine Schublade

Wie unser Beitrag zeigt, ist Yoga wirklich sehr vielfältig und passt in keine Schublade. Darum solltet ihr auch nicht gleich aufgeben, wenn die ersten Yoga-Stunden euch noch nicht so packen. Ich habe meine Liebe zu Yoga auch erst sehr, sehr spät entdeckt und praktiziere heute vor allem Power Yoga als Ergänzung zum meinem Krafttraining und als Ausgleich zum Joggen und Sitzen am Schreibtisch, was die Muskeln auf Dauer verkürzen kann. Außerdem ist es eine tolle Challenge, wenn man irgendwann den Kopf- und Handstand ohne Wand beherrscht – und halten kann. Auch steht und fällt jede Yoga-Klasse mit dem Lehrer. Die Connection muss einfach stimmen und daher gilt auch hier: Probiert, welcher Yoga-Stil und welcher Lehrer zu euch passt.

Wer auf seine Ernährung achtet, für ausreichend Bewegung sorgt und mindestens zweimal pro Woche einen der hier vorgestellten Yoga-Kurse praktiziert, kann nicht nur ein paar Pfunde verlieren, sondern auch schöne lange Muskeln, geschmeidige Faszien, mehr Beweglichkeit und ein gutes Körpergefühl gewinnen. Der schöne Nebeneffekt beim Yoga: Es hält jung und schön, fördert die innere Stärke und entspannt. Vergesst dabei trotzdem nie, bei egal welchem Asana, stets das Powerhouse zu aktivieren: Bauch und Beckenboden anspannen und trotzdem weiter atmen. Nur wer die Muskeln aktiviert, kann sie auch gezielt ansteuern und eine feste und straffe Körpermitte sowie eine aufrechte Körperhaltung erlangen. Ansonsten gilt: Habt Geduld, die Gelenkigkeit, Balance und Kraft kommen mit der Zeit und als Yogi lernt man ohnehin niemals aus. Falls ihr lieber für euch alleine üben wollt, haben in einem gesonderten Artikel die besten Yoga-Apps auf Deutsch zusammengetragen.


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