Bei Smartphone-Kameras sind Megapixel nicht alles

Wer mit seiner Smartphone-Kamera gestochen scharfe Fotos bei Konzerten oder im Urlaub machen will, achtet vor dem Kauf in der Regel auf die Mega-Pixel. Verlockend ist der Gedanke, dass allein die Zahl der Megapixel ausschlaggebend für die Qualität der Bilder ist. Dem ist aber nicht so, auch wenn viele Hersteller das in ihrer Werbung suggerieren wollen – dazu zählt beispielsweise das Nokia Lumia 1020 mit seiner 41-MP-Kamera.

Pixel fangen das auf den Sensor treffende Licht ein

Zumindest in der Theorie liefern mehr Pixel auch eine bessere Bildqualität. Ein Pixel entspricht einem Bildpunkt auf dem Bildsensor der Kamera, der in heutigen Smartphones meist rund drei Millimeter in der Diagonalen misst. Der Sensor fängt mithilfe der Pixel eintreffendes Licht ein und wandelt es in ein digitales Signal um – je mehr Licht der Sensor im Sekundenbruchteil des Auslösens einfängt, desto detailreicher und farbtreuer wird das Foto. Daher liegt auch der folgende Gedanke nahe: Je mehr Pixel auf dem Sensor sitzen, desto besser die Bildqualität.

Wovon hängt es ab, welche Bildqualität eine Kamera liefert?

Allerdings ist diese Annahme nicht uneingeschränkt richtig, da es bei der Bildqualität neben der Pixelanzahl auch auf ein weiteres wichtiges Detail ankommt: die Pixelgröße. Je größer die Bildpunktesind, desto mehr Licht fangen sie ein, und desto genauer wird das Ergebnis. Und das ist die Krux bei Smartphone-Kameras: Die Bauweise bedingt in der Regel eine geringe Bildsensorgröße. Werden darauf dann mehrere Megapixel, also mehrere Millionen Bildpunkte, untergebracht, sind die einzelnen Pixel so klein, dass die Bildqualität trotz hoher Auflösung wieder abnimmt.

Das zeichnet viele Smartphone-Kameras aus

Darüber hinaus entscheiden auch der Typ des Bildsensors, der Zoom sowie das Blitzlicht über die Qualität des geschossenen Fotos. In Smartphone-Kameras kommen meist CMOS-Sensoren zum Einsatz, da sie kleiner gebaut werden können als CCD-Sensoren und etwas günstiger herzustellen sind. Hinsichtlich der Lichtempfindlichkeit und des Rauschanteils schneiden die CMOS-Sensoren im Schnitt allerdings etwas schlechter ab.

Des Weiteren sind die meisten Smartphone-Kameras aufgrund der flachen Bauweise mit einem digitalen statt einem optischen Zoom ausgestattet. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Ausschnittvergrößerung des Bildes. Die ursprüngliche Auflösung sinkt damit wieder. Der bei Handys oft zum Einsatz kommende LED-Blitz hat zudem nur eine geringe Reichweite. Bei schlechten Lichtverhältnissen schießen die meisten Geräte daher unscharfe, nicht besonders farbtreue oder verrauschte Fotos.

Achte beim Kauf auch auf die Pixelgröße

Um ein Smartphone mit einer guten Kamera zu finden, solltest du dich also nicht nur nach der Auflösung richten, sondern auch nach der Pixelgröße. Diese lässt sich anhand der Sensorgröße bestimmen. Einen Hinweis auf die Bildqualität liefert der Sensor sogar rein optisch. Schaue dir dazu die Linse unter der Glasabdeckung der Smartphone-Kamera an. Je größer der Blendendurchmesser, desto mehr Licht kann einfallen. Ist die Linse hingegen sehr klein und das Smartphone an der Stelle der Kamera besonders dünn gebaut, solltest du trotz hohem Megapixel-Versprechen keine herausragenden Fotos erwarten.

Zusammenfassung

  • Smartphone-Kameras werben mit immer höheren Auflösungen, allerdings entscheidet nicht allein die Anzahl an Pixel nicht allein über die Qualität der Fotos
  • Maßgeblich sind auch die Größe des Sensors und die der Pixel – sowie das Größenverhältnis von Pixel zu Sensor
  • CMOS- statt CCD-Sensoren, digitaler statt optischer Zoom und Blitzlicht mit geringer Reichweite lassen Handyfotos im Vergleich zu herkömmlichen Fotos schlechter aussehen
  • Achte bei Smartphone-Kameras auf die Auflösung und die Sensorgröße, zu erkennen am Blendendurchmesser

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