Bilder in der Cloud: So schützt Ihr Euch vor Diebstahl

Viele Megapixel machen allein noch lange keine guten Fotos.
Viele Megapixel machen allein noch lange keine guten Fotos.(© 2013 istock.com/tucko019)

Anfang September schreckte ein großer Hackerangriff und der darauf folgende Leak von Tausenden Nackt-Fotos nicht nur diverse US-Promi-Damen auf – auch Ihr habt Euch nach den Schlagzeilen sicherlich gefragt, wie Ihr Eure privaten Fotos vor Diebstahl schützen könnt. Wir erklären, wie sich die Bilder in der Cloud sichern lassen und wie Ihr Euch verhalten solltet, wenn Unbefugte an die möglicherweise pikanten Aufnahmen gelangen.

Auch wenn Ihr vielleicht nicht Jennifer Lawrence oder Kate Upton heißt und Eure privaten Fotos daher nicht ein Millionenpublikum interessieren, wollt Ihr sicherlich verhindern, dass Unbefugte Zugriff auf Eure Bilder erhalten. Zwar versicherte beispielsweise Apple nach dem großen Hackerangriff auf Prominente Anfang September, dass iCloud nicht von einer Sicherheitslücke betroffen sei – nichtsdestotrotz sind solche Onlinespeicherdienste, zu denen auch Dropbox, Microsoft OneDrive oder Google Drive gehören, nicht gerade der sicherste Aufbewahrungsplatz von Daten, auch wenn diese Dienste natürlich praktisch sind.

Sichere Passwörter wählen und Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen

Um Eure Fotos in der Cloud zu sichern, solltet Ihr zunächst einmal ein sicheres Passwort für Euren Cloud-Account wählen. Das Passwort sollte mindestens acht Zeichen lang sein und natürlich nicht aus persönlichen Daten wie Namen oder Geburtsdatum bestehen. Experten empfehlen einen Mix aus Sonderzeichen, Zahlen, Kleinbuchstaben und Großbuchstaben. Benutzt bei mehreren Diensten außerdem nie das gleiche Passwort. Nutzt zudem die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die eigentlich alle Cloud-Dienste anbieten. Bei Apples iCloud bedeutet dies, dass Euer Passwort um einen Pin erweitert wird. Dieser Zahlencode wird bei Bedarf dynamisch erstellt und Euch per SMS zugeschickt. Bei den sogenannten Sicherheitsfragen solltet Ihr keine leicht zu erratenden Lösungen angeben, wählt lieber etwas absurdere Antworten.

Misstrauisch gegenüber E-Mails sein

Denkbar ist auch, dass Hacker über in E-Mails versteckte Spionageprogramme Zugriff auf Eure Nutzernamen und Passwörter erhalten. Ihr solltet daher gegenüber E-Mails stets misstrauisch sein, vor allem wenn diese mysteriöse Dateianhänge enthalten. In diesen könnte möglicherweise ein sogenannter Trojaner versteckt sein, der heimlich Spionageprogramme installiert.

Müssen die Fotos wirklich in die Cloud?

Prinzipiell solltet Ihr Euch fragen, ob sensible Daten oder besonders private Fotos wirklich in die Cloud gehören. Sichert solche Dinge lieber per Backup auf Eurem heimischen Rechner und vertraut Sie nicht Onlinespeicherdiensten an, auf die Ihr keinen Einfluss habt. Alternativ könnt Ihr Eure Daten in der Cloud auch noch einmal extra verschlüsseln, etwa mit der App Boxcryptor, die es für iOS und Android gibt.

iCloud vollständig deaktivieren

Wenn Ihr komplett sichergehen wollt, dass Eure Fotos nicht in der Cloud gespeichert werden, müsst Ihr beispielsweise iCloud auf Eurem iOS-Gerät deaktivieren. Geht dazu in das Menü "Einstellungen" und wählt den Punkt "iCloud" an. Dort könnt Ihr einzeln verschiedene iCloud-Synchronisierungen wie "Mail", "Kontakte" oder auch "Fotos" deaktivieren. Auch die Funktion "Mein iPhone suchen", beim aktuellen Hackerangriff auf US-Promis als Schwachstelle im Gespräch, lässt sich dort abschalten.

Was tun, wenn private Fotos doch im Internet erscheinen?

Falls das Kind trotz aller Sicherheitsvorkehrungen in den Brunnen gefallen ist und Eure privaten Cloud-Fotos irgendwo im Internet auftauchen, solltet Ihr zunächst den Uploader – möglicherweise einen Ex-Partner – zur Löschung auffordern. Anschließend sollte der Betreiber der Internetseite zur Löschung verpflichtet werden, bei ausländischen Seitenbetreibern kann dies jedoch juristisch schwierig werden. Im letzten Schritt solltet Ihr einen Löschantrag bei Google stellen, um ein Auffinden der Bilder zu erschweren.

Zusammenfassung

  • Für Cloud-Dienste sollten immer sichere Passwörter gewählt werden, die mindestens acht Zeichen lang sind und aus Sonderzeichen, Zahlen, Kleinbuchstaben und Großbuchstaben
  • Wenn möglich, solltet Ihr immer auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen, bei der das Passwort um einen dynamisch erstellten Pin erweitert und Euch per SMS zugeschickt wird
  • Seid misstrauisch gegenüber E-Mails, die Spionageprogramme in Dateianhängen enthalten können
  • Fotos und Dateien in der Cloud können über zusätzliche Programme wie Boxcryptor extra verschlüsselt werden
  • Im Zweifel sollte die automatische Synchronisierung mit Cloud-Diensten vollständig deaktiviert werden

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