CyanogenMod: Erlischt beim Rooten die Garantie?

Mit dem CyanogenMod lässt sich Android rooten.
Mit dem CyanogenMod lässt sich Android rooten.(© 2014 CC: Flickr/Johan Larsson)

Nicht wenige Smartphone-Besitzer nutzen statt des vorinstallierten Android-Betriebssystems ein sogenanntes Custom-ROM wie zum Beispiel den CyanogenMod. Hierfür kann es unterschiedliche Gründe geben, doch unabhängig davon stellen sich Nutzer die Frage, ob mit der Installation so eines „inoffiziellen“ Betriebssystems die Garantieleistungen des Herstellers verloren gehen und was zu machen ist, wenn das Smartphone mit CyanogenMod einen Defekt aufweist. Wie so oft bei rechtlichen Fragen, gibt es auch hier kein klares „Ja“ oder „Nein“ als Antwort, denn es muss zwischen mehreren Fällen unterschieden werden.

Garantie ist nicht gleich Gewährleistung

Zuerst einmal ist es wichtig, zwischen der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung von zwei Jahren und eventuellen freiwilligen Garantieleistungen des Herstellers zu unterscheiden. Die Gewährleistung garantiert dem Verbraucher Reparatur oder Ersatz, sofern der Mangel schon vor dem Kauf vorhanden war und er nicht erst durch unsachgemäße Behandlung entstanden ist – dies könnte beispielsweise eine nicht funktionierende Taste am Gerät sein. Innerhalb des ersten halben Jahres nach dem Kauf ist es zudem der Verkäufer, der nachweisen muss, dass der Mangel erst nachträglich und durch unsachgemäße Verwendung, wie zum Beispiel durch die Verwendung des Smartphones als Flaschenöffner, aufgetreten ist.

Danach dreht sich allerdings die Beweispflicht, sodass dann der Verbraucher beweisen muss, dass der Fehler bereits beim Kauf bestand beziehungsweise der Mangel trotz sachgemäßer Behandlung aufgetreten ist. Diese Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben und kann nicht grundsätzlich verloren gehen oder vom Hersteller aufgehoben werden. Freiwillige zusätzliche Garantieleistungen, die über die Gewährleistung hinausgehen, können hingegen vom Hersteller jederzeit widerrufen werden.

Hat der CyanogenMod den Mangel verursacht?

Bei der Frage, ob der Verbraucher Anspruch auf die Gewährleistung hat, sind bei einem Smartphone mit installiertem CyanogenMod oder einer anderen Custom-ROM die Art des Schadens und der Verursacher entscheidend. Lässt der Besitzer beispielsweise sein Smartphone fallen und das Display geht zu Bruch, braucht er nicht auf Gewährleistung hoffen, da er eindeutig schuld war. Scheitert der Besitzer dabei, den CyanogenMod zu installieren und der Installationsversuch hat zur Folge, dass die Tasten des Smartphones nicht mehr reagieren oder sich das Gerät nicht mehr einschalten lässt, dann ist die Chance auf Gewährleistung auch gleich null.

Glückt die Installation jedoch und es tritt ein Schaden auf, der weder mit dem alternativen Betriebssystem in Verbindung gebracht werden kann, noch auf unsachgemäße Behandlung zurückzuführen ist, dann steht einem erfolgreichen Antrag auf Gewährleistung nichts im Wege. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn sich nach einigen Monaten das Gehäuse des Smartphones verfärbt oder aber die Tasten zur Regulierung der Lautstärke nicht mehr fehlerfrei funktionieren.

Zusammenfassung

  • Die gesetzliche Gewährleistung gilt zwei Jahre
  • Es gibt freiwillige Garantieleistungen des Herstellers, die dieser jedoch aufheben kann
  • CyanogenMod und Co. heben nicht die Gewährleistung auf, können aber zu Garantieverlust führen
  • Die Gewährleistung gilt auch für Smartphones mit installierter Custom-ROM, jedoch ist die Art und der Auslöser des Defektes entscheidend

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