Die Highlights der CES 2020 – Die Innovationen machen Lust auf die Zukunft

Auf der CES 2020 wurden nicht nur Innovationen im Food-Sektor vorgestellt.
Auf der CES 2020 wurden nicht nur Innovationen im Food-Sektor vorgestellt.(© 2020 CES®)

„Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas“, heißt es. Doch das ist zum Glück nicht immer so. Zum Beispiel, wenn die CES 2020 in der Stadt der verspielten Monatslöhne stattfindet. Die Messe für Unterhaltungselektronik schließt nach vier Tagen ihre Pforten und wir ziehen Bilanz. Hier erfahrt ihr ganz genau, was in Vegas passiert ist.

Die CES (Consumer Electronics Show) ist eine der weltweit größten Messen für Unterhaltungselektronik und findet jährlich in Las Vegas statt. 2020 kamen rund 175.212 Gäste zusammen, um sich von den über 4.500 Ausstellern eine Vorstellung von der Zukunft der Elektronikbranche geben zu lassen. Kernthemen in diesem Jahr sind 5G, künstliche Intelligenz, die Mobilität der Zukunft sowie Bildschirme – und ähneln damit stark denen aus dem letzten Jahr.

Das heißt aber nicht, dass es nicht auch in diesem Jahr einige spannende Innovationen zu bestaunen gab. Zum Beispiel ein Fahrrad, das eine Spritztour auf dem Wasser erlaubt oder ein Heim-System, das anfallendes Abwasser direkt recycelt. Unsere Highlights der CES 2020:

1. Elektrochromes Glas im neuen OnePlus Concept One

Auf der CES sind Smartphones für gewöhnlich vorhanden, stehen allerdings nicht so sehr im Mittelpunkt wie beispielsweise auf dem MWC (Mobile World Congress) in Barcelona. Trotzdem kommen die Hersteller auf der CES auch im Mobilfunkbereich mit Innovationen um die Ecke. So stellte der Handyhersteller OnePlus in diesem Jahr sein neues Modell „Concept One“ vor. Das Besondere an dem Gerät? Seine Quadkamera verbirgt sich hinter elektrochromem Glas, das auf Knopfdruck und transparent wird. Hervorstehende Kameraaufbauten könnten damit der Vergangenheit angehören.

2. Alternative für Schweinefleisch von Impossible Foods

Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sind im Trend und spielen bei der Kaufentscheidung von einer wachsenden Anzahl an Kunden eine wesentliche Rolle. Das kalifornische Unternehmen Impossible Foods arbeitet deswegen seit 2011 kontinuierlich an pflanzlichen Fleisch- und Milchsubstituten, um unseren maßlosen Konsum von tierischem Protein einzudämmen.

Nach dem vegetarischen Impossible Burger, der 87 Prozent weniger Treibhausgase verursacht als ein normaler Burger, stellte Impossible Foods nun zwei pflanzliche Alternativen für Schweinefleischprodukte vor. Alternatives Schweinehack und Würstchen lagen auf der CES-Theke aus – erstmals, denn zuvor hatte sich das Unternehmen hauptsächlich Rindfleisch-Substituten zugewandt.

Wann wir erstmals in den Genuss kommen, das „Faux Pork“ einem ausführlichen Geschmackstest in der lokalen Burgerbude zu unterziehen, ist noch unklar. In Europa wird man uns wahrscheinlich noch bis auf ungewisse Zeit auf die Folter spannen – bisher ist schließlich noch nicht einmal der Impossible Burger bei uns angekommen. Schade eigentlich, klimafreundliches Fleisch würde sicher auch hierzulande seine Abnehmer finden.

3. Hydraloop

Auch unser nächstes Highlight dreht sich ganz um das Thema Nachhaltigkeit. Kompakt, smart und ökologisch. Der Hydraloop von Hydraloop Systems BV erfüllt auf den ersten Blick alle Erwartungen, die man an eine in 2020 auf dem Markt befindliche Maschine stellen kann.

Hinter dem sprechenden Namen verbirgt sich ein intelligenter Automat zur Filterung von bestimmten heimischen Abwässern wie Dusch-, Bade- oder Waschmaschinen-Grauwasser. Dieses Wasser kann anschließend als Wasser zur Toilettenspülungen, Garten- oder Poolwasser oder zur Rückführung in die Waschmaschine verwendet werden.

Die Reinigung funktioniert über ein patentiertes sechsstufiges Filtersystem. Über Schritte wie Sedimentation, Flotation oder UV-Lichtdesinfektion werden Schadstoffe aus dem Kreislauf entfernt und das Wasser für die genannten Zwecke aufbereitet. Ist das recycelte kühle Nass aufgebraucht, schaltet das System selbstständig zurück auf das Hauptwassersystem.

So lässt sich der Wasserverbrauch und die Abwasseremissionen um bis zu 45 Prozent und die CO2-Bilanz um bis zu sechs Prozent senken. Vor allem in Regionen, in denen Frischwasser knapp ist, können Geräte wie der Hydraloop einen echten Unterschied ausmachen – wenn man es sich denn leisten kann. Das System kostet einmalig knapp 4.000 US-Dollar und ist in seiner Größe mit einem Kühlschrank zu vergleichen.

4. Das Lufttaxi

Die Zukunft der Mobilität ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen der Automobilbranche. Doch während die meisten Hersteller über Elektroautos diskutieren, schwebt Hyundai etwas völlig anderes vor. Nachdem die Umsetzung des Traums von Hooverboards und fliegenden Autos wohl noch in weiter Ferne liegt, haben die Südkoreaner dieses Jahr eine Alternative vorgestellt – und die heißt Lufttaxi.

Dem Stau entfliehen und nervige Wartezeiten am Bahnhof umgehen? Mit dem Lufttaxi soll genau das ab 2023 möglich werden – in Partnerschaft mit Uber Elevate. Das auf der CES unter dem Namen S-A1 vorgestellte Fluggerät ähnelt in seinem Aussehen einer überdimensionierten Drohne. Fünf Personen finden in dem Vehikel einen Platz. Ein Pilot und vier Passagiere – genau wie ein reguläres Taxi.

Das Gefährt kann senkrecht starten und landen, braucht also keine Landebahn wie ein Flugzeug, und eignet sich deswegen hervorragend für einen Einsatz in urbanen Gebieten – wie zum Beispiel vom Verkehr überlasteten Stadtzentren. Auf einer Flughöhe von 300 bis 400 Metern erreicht das Luftfahrzeug Geschwindigkeiten von bis zu 290 Kilometern pro Stunde. Wer es eilig hat, denkt ab 2023 wahrscheinlich nicht mehr lange darüber nach, sich ein reguläres Taxi zu rufen.

5. Ein Kuriosum - Der Hydrofoiler XE-1

Eine der kuriosesten Innovationen der CES: Der HYDROFOILER XE-1 der neuseeländischen Firma Manta5. Hinter dem kryptischen Namen verbirgt sich ein futuristisch anmutendes Gefährt zur Fortbewegung auf dem Wasser.

Vom Aussehen her ähnelt das Gefährt am ehesten einem Fahrrad mit seitlich montierten Tragflächen. Die dienen allerdings nicht dem Auftrieb in der Luft, sondern im Wasser. Anstelle von Rädern, verfügt der Hydrofoiler über Kufen, mit denen der Fahrer, unterstützt durch einen 450-Watt-Elektromotor durch das Wasser manövriert. Dabei erreicht man eine Geschwindigkeit von immerhin 22 Kilometern pro Stunde – und das bei einem Gewicht von 28 Kilogramm.

Wie schon angemerkt: Wann diese Innovationen uns in Europa erreichen, ist in den meisten Fällen (außer beim Hydraloop) noch unklar. Manche Dinge, die in Vegas passieren, bleiben dann wohl wirklich in Vegas – oder zumindest außerhalb unserer Reichweite. Dennoch wissen diese Innovationen auch aus der Ferne zu begeistern.


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