Facebook-Knigge: Keine Ellenbogen oder komische Namen

Facebook ist nicht zimperlich, wenn es durch Fotos seine Nutzungsbedingungen verletzt sieht
Facebook ist nicht zimperlich, wenn es durch Fotos seine Nutzungsbedingungen verletzt sieht(© 2014 Facebook, CURVED Montage)

Ist eine stillende Mutter anstößig? Laut der Interpretation, die Facebook von seinen eigenen Nutzungsbestimmungen hat, ist dies tatsächlich der Fall. Aber auch mit anderen Motiven erhöht Ihr die Wahrscheinlichkeit, dass Euer Bild gelöscht wird. Dass das soziale Netzwerk mitunter rigoros gegen Menschen vorgeht, die die Empfehlungen zum Löschen von Fotos ignorieren, haben schon mehrere Nutzer erfahren. Auf welche Abbildungen Facebook besonders empfindlich reagiert und in welchen Fällen Facebook seine Überkorrektheit eingestanden hat, erfahrt Ihr hier.

Anstößige Ortsnamen kommen nicht gut an

Ortsschild in Österreich(© 2014 CC: Flickr/Tupov und seine Kamera)

Ein prominenter Fall eines Ortsnamens, den Facebook in seinem sozialen Netzwerk nicht abgebildet sehen möchte, ist der des irischen Städtchens Effin. Richtig ausgesprochen klingt der Ortsname im Englischen wie ein Synonym für ein häufig gebrauchtes F-Wort, das tatsächlich anstößig ist. Aber Bilder von Schildern eines Ortes zu löschen, den es wirklich gibt, erscheint nicht nur auf den ersten Blick etwas übertrieben. Ähnlichen Problemen sehen sich vermutlich Nutzer gegenüber, die das Schild des Ortes Fucking in Österreich fotografiert haben und das Bild bei Facebook veröffentlichen wollen.

Küsse keinen Mann – wenn Du selbst ein Mann bist

Gleichgeschlechtliche Liebe soll bei Facebook ebenfalls nicht abgebildet werden(© 2014 istock/govicinity)

Man könnte meinen, die Macher von Facebook haben etwas gegen Homosexuelle – ob aus religiösen Gründen oder aus politischen, sei einmal dahingestellt. So wurden schon häufig Fotos von sich küssenden Männern oder Frauen gelöscht – oder die Urheber der Bilder zum Löschen aufgefordert. Selbst Bilder, die keine expliziten Zärtlichkeiten darstellen, sondern diese nur andeuten oder mit viel Fantasie erahnen lassen, sind schon der Facebook-Zensur zum Opfer gefallen.

Stillen verboten. Oder doch nicht?

Bilder von stillenden Frauen sind mittlerweile geduldet(© 2014 istock/spfoto)

Ebenfalls nicht gerne gesehen sind Bilder von stillenden Müttern. Ob es der Akt des Stillens an sich ist, der Facebook nicht gefällt, oder die Tatsache, dass Frauen zum Stillen ihre Brust entblößen müssen, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall hat das Unternehmen in letzter Zeit zumindest in diesem Punkt eingelenkt – und duldet entsprechende Bilder mittlerweile immerhin. In dem Zusammenhang war auch immer wieder die Rede vom #FreeTheNipple, das Hashtag hatte sich zu einer Protestform entwickelt. Ob Menschen ihren Kindern einen Gefallen tun, wenn sie Babyfotos von diesen veröffentlichen, steht hingegen auf einem anderen Blatt geschrieben.

Ungewöhnliche Nutzernamen sind auch nicht gerne gesehen

Wer Yoda mit Nachnamen heißt, kriegt bei Facebook Probleme(© 2014 CC: flickr/sw77)

Auch manche Nutzernamen führen nicht nur bei Fotos offenbar unweigerlich dazu, von Facebook zumindest abgemahnt zu werden. In erster Linie betrifft dies Namen, die von Facebook als falsche Identitäten angesehen werden, zum Beispiel die Nachnamen Yoda (dem Jedi-Lehrmeister aus Star Wars) oder Gay – sofern Facebook wirklich auch die Muße hat, solche Namen heraussuchen. Ein prominentes Beispiel ist auch Mark Zuckerberg: Einem Mann, der denselben Namen wie der Facebook-Gründer trägt, wurde auch nach Zusendung von Kopien der Geburtsurkunde und des Führerscheins das Erstellen eines Facebook-Accounts verweigert.

Veröffentliche keine Fotos von Ellenbogen

Facebook erkannte im Vordergund des Fotos keinen Ellenbogen(© 2014 Facebook/Theories of the deep understanding of things)

Bekannt wurde der Fall einer Frau, von der ein Bild in der Badewanne auf Facebook vom Nutzer Theories of the Deep Understanding of Things (TDUT) veröffentlicht wurde. Zwar waren keine anstößigen Körperteile auf dem Foto zu sehen; der Ellenbogen der Frau könnte aber auf den ersten Blick für die Spitze einer gigantischen Brust gehalten werden. Grund genug für Facebook, das Bild innerhalb von 24 Stunden zu entfernen und dem Account eine Mahnung zukommen zu lassen, dass die Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks durch das Foto verletzt worden seien. Nachdem eine Vielzahl von Beschwerden eingegangen war, entschloss sich Facebook, das Bild auf der Seite von TDUD zu erlauben.


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