Fakten und Tipps: Wie finde ich das passende Fitnessstudio?

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Alles, was ihr über Fitnessstudios wissen solltet.
Alles, was ihr über Fitnessstudios wissen solltet.(© 2018 picture alliance / Westend61)

Raus aus der Winterdepression und weg mit dem Weihnachtsspeck: Alle Neujahre wieder sind Fitnessstudios extrem gefragt. Drum prüfe, wer sich 24 Monate bindet: Wie es um die aktuellen Studiotrends und die Preisspanne bestellt ist, wie ihr das passende Studio findet und wann die beste Zeit zum Trainieren ist, haben wir für euch zusammengetragen.

Die Fitnessbranche wächst und wächst: In zehn Jahren hat sich die Zahl der Fitnesstreibenden hierzulande fast verdoppelt. 2016 schwitzten und stemmten laut Statista 10,1 Millionen Deutsche, also jeder achte von uns, in einem von rund 8.700 Fitnessstudios. Das entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Ende des Fitnesshypes ist nicht in Sicht: Bis 2020 wird ein weiteres Wachstum bis zu 12 Millionen Fitnessstudio-Mitgliedern erwartet. Demgegenüber steigen die Mitgliederzahlen der Sportvereine hierzulande seit Jahren nicht nennenswert.

Fraglich bleibt, ob die 10,1 Millionen deutschen Fitnessstudio-Mitglieder auch ab dem Frühjahr noch regelmäßig zum Training gehen. Wer schließt nicht alles einen Vertrag ab und bereut es dann, weil er sich einfach nicht motivieren kann? In den ersten zwei Monaten ist die Trainingsrate neuer Studiomitglieder mit durchschnittlich zwei Einheiten noch am höchsten – danach lassen sich die meisten aber nicht mehr so oft im Studio blicken. Nur 15 bis 20 Prozent der Mitglieder trainieren mehr als vier Mal in der Woche.

Neben funktionellem Training in Kleingruppen sind Zusatz- und Gesundheitsangebote gefragt

70 Prozent der Neumitglieder binden sich für zwei Jahre an ein Fitnessstudio, weil bei längeren Laufzeiten auch die Mitgliedsbeiträge niedriger sind. Dafür sind die Mitglieder aber gerne bereit, sich auch nach dem Training etwas für Gesundheit und Wohlbefinden zu gönnen: Sauna- oder Sonnenbank, Proteinshakes, Fitnesskleidung – das Shop- und Dienstleistungsangebot wird immer breiter. Auch Personal Training wird immer öfter dazu gebucht. Absolut angesagt ist vor allem funktionelles Training mit umfangreichem Equipment in Kleingruppen: Fitness wird also wieder sozialer und geselliger.

Aber auch die Zielgruppe wird immer breiter: So wird das Fitnessstudio auch für ältere Leute attraktiver. Senioren wollen vermehrt aktiv etwas für ihre Gesundheit tun und suchen sich passende Studiokonzepte. Wer Rentner, Student, Schichtarbeiter oder Freiberufler ist, kann übrigens vielerorts sparen, wenn er oder sie nicht zu den Stoßzeiten nach 17 Uhr trainiert sondern vormittags.

Vielfältiges Klein-Equipment für funktionelles Training ist im Trend.(© 2018 CC: Unsplash/ Ricardo Estefânio)

Mikrostudios mit speziellem Angebot und guter Betreuung boomen

Discount-Anbieter sind oft nicht schlechter aufgestellt als Mittelklasse-Studios: Die Geräteauswahl und deren Qualität bei McFit etwa ist absolut überzeugend. Neuerdings gibt es sogar Kurse. Allerdings muss euch bewusst sein, dass sich das Billig-Prinzip nur über eine hohe Nachfrage rechnet: Dementsprechend sind die Studios zu Stoßzeiten meistens überfüllt und die Betreuung durch Trainer ist mangelhaft. Mehr kann man für unter zwanzig Euro auch nicht erwarten. Dementsprechend sollte man sich sportlich gut auskennen, wenn man sich für ein Discount-Studio entscheidet.

Über den Discount-Studios stehen die Mittelklassestudios und darüber die Premium-Studios mit breitem Wellnessangebot und sonstigen Extras. Hier tummelt sich hier auch eher die zahlungskräftige Klientel. Darüber hinaus gibt es noch die Special Interest Studios, die ähnlich exklusiv sind und immer gefragter: Vor allem für die, die Wert auf eine gute Betreuung legen. Vor allem in Großstädten wächst die Zahl der Mikrostudios, die den Fokus auf einen Trainingsschwerpunkt legen und zwar in Form von Personal oder Kleingruppen-Training. Dazu zählen etwa spezielle Crossfit-Boxen, Yoga-Studios, Outdoor Bootcamps, aber auch EMS-Studios, in denen man mithilfe von Elektromyostimulation in nur zwanzig Minuten alle großen Muskelgruppen effektiv fordern kann.

Preisspanne und die beste Zeit zum Trainieren

Wenn ihr noch nicht viele Studioangebote verglichen habt und euch fragt, was so eine Mitgliedschaft im Schnitt eigentlich kostet: zwischen 26 und 66 Euro veranschlagen knapp 70 Prozent der Anbieter pro Monat. Alles darüber hinaus entspricht dann dem Premium- oder Special Interest Angebot und alles darunter sind Discounter-Preise.

Wenn ihr auch Mitglied in einem Fitnessstudio seid oder jetzt mit den guten Neujahrs-Vorsätzen werden wollt: Zieht euer Training auf Sonntag vor und geht erst ab Mittwoch wieder trainieren. Die allgemeine Motivation oder das schlechte Gewissen scheinen nach dem Wochenende noch besonders hoch zu sein, denn am Montag und Dienstag sind die Studios deutlich stärker besucht als Ende der Woche.

Wer seine Ruhe will, geht ab Mittwoch oder vor 17 Uhr ins Fitnessstudio.(© 2018 picture alliance / Westend61)

Wie finde ich das passende Fitnessstudio?

Zugegeben, wer trainieren möchte, hat bei rund 9.000 Studios hierzulande die Qual der Wahl. Grundsätzlich gilt: Schaut euch vor Ort in Ruhe um, sprecht mit Trainern. Eventuell könnt ihr auch in der Umkleidekabine das Gespräch mit anderen Kunden suchen, wie zufrieden sie sind. Schlaft dann eine Nacht drüber, bevor ihr einen Vertrag mit langer Laufzeit unterzeichnet. Viele Studios bieten mehrmals im Jahr Rabatte. Lasst euch nicht unter Druck setzen, das Angebot gelte nur heute: Im Hinblick auf die Studiokonkurrenz könnt ihr gut vergleichen und verhandeln. Verabredet euch mit Freunden und bringt sie mit ins Studio: Das motiviert nicht nur, sondern beschert euch oft auch Frei-Monate oder Rabatte. Lest euch den Vertrag sowie das Kleingedrucktes in Ruhe durch, denn ein Widerruf innerhalb von 14 Tagen ist nicht möglich, weil der Vertrag in der Regel vor Ort und nicht online oder telefonisch abgeschlossen wird. Verträge mit einer Bindung über 24 Monaten sind übrigens unwirksam. Wer bis zum Ende der Laufzeit nicht fristgemäß kündigt, muss allerdings mit einer Verlängerung zwischen sechs und zwölf Monaten rechnen.

Darauf solltet ihr beim Probetraining achten

Folgende Faktoren können die Motivation dauerhaft hoch halten und verhindern, dass man mit einem Fitnessstudio-Vertrag, der nicht zu einem passt, eine Menge Geld aus dem Fenster wirft:

  • Ist die Anbindung zum Studio gut, zum Beispiel auf dem Heimweg von der Arbeit nach hause? Oder sind vor Ort ausreichend Parkplätze? Es ist wichtig, diesen Punkt direkt mitzubedenken, sonst seid ihr später doch nicht regelmäßig vor Ort, weil Anfahrt und Parkplatzsuche extrem abturnen.
  • Wer Kurse machen möchte, sollte den Kursplan vorher studieren: Passt der zeitlich zum Alltag? Unbedingt auch einen Kurs ausprobieren: Sind die Trainer fachlich gut und sympathisch? Wird man korrigiert und motiviert?
  • Schaut auf der Website, ob die Trainer spezielle Fachausbildungen haben: staatlich anerkannte Sport- und Gymnastiklehrer, Sport-Physiotherapeuten, lizensierte Group Fitness- oder Personal Trainer.
  • Wie wichtig sind euch Wellness-Angebote: Sauna, Solarium, Massage, Schwimmen, Beauty-Behandlungen?
  • Wie sauber sind Umkleiden, sanitäre Anlagen, Wellness-Bereich und die Trainingsfläche?
  • Wie steht es um die Auswahl, den Zustand und die Wartung der Geräte? Fragt direkt nach.
  • Ein gutes Fitnessstudio lässt Neukunden nicht ohne Einweisung an die Geräte. Wie erfolgt die Anamnese: Gibt es zum Beispiel eine Körperanalyse-Waage, einen Fitnesstest und ein ausführliches Gespräch mit einem qualifizierten Trainer sowie regelmäßige Updates für den Trainingsplan?
  • Ein umfassendes Fitnessstudio sollte nicht nur schwere Maschinen haben, sondern auch einen ausgebauten funktionellen Trainingsbereich mit Tower und Kleingeräten wie Kettlebells, Schlingentrainer, Hanteln, Bällen, Faszien- und Balance-Tools. Passend dazu sollten Trainer auf der Fläche sein und regelmäßig Kurse anbieten, um zu zeigen, wie man mit dem Equipment arbeitet.
  • Wie wichtig sind euch Sonderleistungen wie Kinderbetreuung, ein Handtuch-Waschservice, eine Getränke-Flatrate oder eine Shake- und Kaffeebar? All das kann zusätzlich motivieren, kostet aber auch mehr.
  • Habt ihr Vorbelastungen und braucht dafür spezielle Geräte oder eine physiotherapeutische Betreuung? Die bieten auch immer mehr normale Fitnessstudios an.
  • Legt ihr Wert auf eine Ernährungsberatung und Diätprogramme?
  • Fühlt ihr euch wohler in einer großen, schicken Anlage mit vielen Möglichkeiten und anonymen Charakter oder nervt das "sehen und gesehen werden"? Dann ist ein kleineres, familiäres Studio oder ein Mikrostudio angebrachter.
  • Für Mädels: Schüchtern euch harte Jungs in Muskelshirts ein? Dann sucht euch ein Frauen-Fitnessstudio oder ein Studio mit abgegrenztem Trainingsbereich für Mädels.
  • Wie regelmäßig stellen Trainer euch einen neuen Trainingsplan zusammen und ist das im Preis inbegriffen? Dieser Part ist nicht zu unterschätzen, denn ohne Fortschritte bleibt auch die Motivation auf der Strecke.
  • Fragt Studiomitglieder in der Umkleide, wie zufrieden sie sind und ob das Studio immer so voll beziehungsweise leer ist.
  • Achtet auf versteckte Kosten, das Kleingedruckte und die einmalige Aufnahmegebühr bevor ihr einen Vertrag unterschreibt.
  • Faire Studios lassen den Vertrag auch ruhen, sollte Mitglieder länger krank sein oder verreisen. Wer weiter als 20 Kilometer wegzieht, kann oft auch vor Vertragsende kündigen – das solltet ihr checken.
  • Fragt euch, ob ihr nicht lieber monatlich etwas mehr zahlt, als zwei Jahre vertraglich gebunden zu sein.

Gut zu wissen: Getränke in Plastikflaschen mitzubringen kann kein Studio verbieten. Außerdem müssen Studios in der Regel haften, falls ihr euch verletzt und unter Umständen auch für Diebstahl, wenn Diebe durchs Fenster reinkommen können oder Schließfächer aufgebrochen werden. Das gilt auch, wenn viele Studios die Haftung für derartige Schäden gern vertraglich ausschließen.

Training gut, alles gut. Darum prüfe, wer sich ewig an ein Studio bindet.(© 2018 picture alliance / Westend61)

Studio-Apps und Online-Fitnessstudios als Alternative oder Ergänzung

Falls euch das alles jetzt schon zu anstrengend klingt und ihr lieber einen Bogen um die bis März überfüllten Fitnesstempel machen wollt, schaut euch diese sieben Apps für Fitness-Fans an: Damit trainiert ihr gratis wann und wo immer ihr wollt. Für die Läufer unter euch haben wir noch ein paar Winter-Tipps. Wer erfahren möchte, was auch außerhalb der Fitnessstudios 2019 so angesagt ist, klickt euch in die Top-Fitnesstrends. Ansonsten bleibt dran, in den nächsten Artikeln stellen wir noch ein paar Apps für das Krafttraining im Fitnessstudio vor und geben einen Überblick über die besten Online-Abos für das Fitnessstudio im Wohnzimmer.


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