Fastenzeit mal anders: 20 alternative Ideen, sich im Verzicht zu üben

Her damit !5
 Am Aschermittwoch folgt traditionell die große Ernüchterung: 40 Tage Fastenzeit stehen bis Ostern bevor. Wer ist dabei?
Am Aschermittwoch folgt traditionell die große Ernüchterung: 40 Tage Fastenzeit stehen bis Ostern bevor. Wer ist dabei? (© 2018 Unsplash/Rachael Gorjestani)

Auf Weiberfastnacht, Rosenmontag und Veilchendienstag folgt spätestens am Aschermittwoch traditionell die große Ernüchterung: 40 Tage Fastenzeit stehen bis Ostern bevor. Wer ist dabei? Gründe gibt's genug, egal ob ihr ein Weilchen auf Luxus, soziale Medien, Zucker, Fleisch oder Alkohol verzichten wollt – und ob ihr Karneval feiert oder nicht.

Ob gläubig, Karnevalist in Katerstimmung, beides oder gar nichts von alledem: Die biblischen Hintergründe zum Fastenbrauch lassen durchaus Spielraum für moderne Interpretationen. Ob 40 Tage Selbst- oder Nächstenliebe, Verzicht auf Luxus und Konsum oder Konzentration auf das Wesentliche – nach sieben Wochen bewusstem Verzicht wird Ostern ein rauschendes Fest. Wie das Sparen von Zeit, Geld, Nerven oder Kalorien hilft, mal wieder in sich zu gehen, erfahrt ihr hier.

Fastenzeit: Warum die Termine für Karneval und Ostern von Jahr zu Jahr variieren

Die Fasten-Tradition findet ihren Ursprung im katholischen Glauben und ist zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag verortet: Je nachdem, auf welches Datum das Osterfest fällt, verschiebt sich auch der Aschermittwoch als Ende des Karnevals 40 Werktage zuvor. Der biblische Hintergrund der Fastenzeit sind nämlich die 40 Tage und 40 Nächte, die Jesus in der Wüste verbrachte, um seinen Glauben unter Beweis zu stellen.

Wann Ostersonntag ist, entscheidet hingegen der Mond: Nach christlicher Überlieferung ist Jesus Christus am Vorabend des jüdischen Pessach-Festes, das sich nach dem Mond richtet, gekreuzigt worden und drei Tage später, am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, auferstanden. Die Kirchenobrigkeit verständigten sich im Jahr 325 offiziell darauf, das Osterfest fortan immer am ersten Frühlingsvollmond auszurichten.

Wer jetzt mitgerechnet hat und sich wundert, warum die Fastenzeit laut Kalender 46 Tage beträgt: Die sechs Sonntage vor Ostern sind vom Fasten ausgenommen. Theoretisch wäre damit jeder Sonntag euer Cheat Day. Übrigens richten sich auch die anderen beweglichen Feiertage wie Pfingsten und Christi Himmelfahrt nach dem Ostertermin. Der frühstmögliche Aschermittwoch ist nach Mondstand der 4. Februar und der späteste Termin ist der 10. März. Dementsprechend kurz oder lang fällt auch die Karnevalssession ab dem 11.11. aus. In diesem Jahr ist Ostersonntag und das Ende der Fastenzeit am 1. April.

Der ewige Kalender gibt schon heute Auskunft, wann die nächste Fastenzeit anbricht.(© 2018 CURVED)

Worauf kommt es in der Fastenzeit an?

Ursprünglich geht es in der Fastenzeit darum, zu beten, sich in Verzicht und Dankbarkeit zu üben und dadurch Körper und Geist zu reinigen. 40 Tage lang gar nichts mehr zu essen, ist hingegen nicht das erklärte Ziel – auch wenn man heute immer öfter vom Heilfasten hört. Das ist allerdings etwas ganz anderes: Bei dieser Entgiftungskur ernährt man sich ein paar Tage nur von Brühe, Säften und Tees. Längere Fastenkuren sollten nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

Beim Fasten bis Ostern geht es vielmehr um den bewussten Verzicht auf Luxus und Konsum – um sich, wenn man gläubig ist, mental auf die Kreuzigung und Auferstehung Jesus vorzubereiten. Darüber hinaus geht es um Achtsamkeit und das Bestreben, die Welt ein bisschen besser zu machen oder Bedürftigen zu helfen. Neben Katholiken, Orthodoxen und teilweise Protestanten wollen sich immer mehr Menschen, die mit Kirche und Karneval gar nichts am Hut haben, sieben Wochen lang im Verzicht üben: auf Alkohol, Süßigkeiten, Zigaretten, Fleisch, Kohlenhydrate – oder auch auf anderen Konsumgenuss. Die lange Durststrecke liegt nicht ohne Grund zwischen zwei schillernden Festen: Karneval und Ostern. Ein beliebtes Fasten-Motto lautet daher auch: Sieben Wochen ohne Stress und Eile. Inspirierend ist auch das diesjährige Fasten-Motto der evangelischen Kirche: „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Dahinter steckt die Idee, für sich und andere einzustehen.

Moderne Ideen für die Fastenzeit

Na, noch nicht überzeugt? Kirche hin oder her: Es gibt einige schöne Dinge, auf die man mal bewusst verzichten könnte – einfach, um sie wieder wertzuschätzen oder im Austausch für mehr Zeit für Wesentliches. Folgende Fasten-Ideen sind gute Gelegenheiten um fitter, schlanker oder achtsamer zu werden:

  • Keine Kohlenhydrate mehr ab 16 Uhr oder ihr versucht euch am intermittierenden Fasten: Das bedeutet, zum Beispiel 12 bis 16 Stunden lang komplett auf Nahrung zu verzichten.
  • Komplett auf Zucker, Weißmehl und/oder Fertigprodukte verzichten.
  • Bis Ostern gibt es keine Süßigkeiten mehr.
  • 40 Tage lang vegetarisch oder vegan leben: Das könnt ihr sowohl auf die Ernährung als auch euren Lifestyle beziehen, man denke an Kosmetikartikel und Co.
  • Nur noch Bio- und Fairtrade-Produkte kaufen.
  • Ausschließlich Wasser und Tee statt Saft, Limonade und Co. trinken.
  • Die Klassiker der Fastenzeit sind natürlich: mit dem Rauchen aufhören oder keinen Alkohol mehr trinken – eine ganz neue Herausforderung für die nächsten Wochenenden.
  • Für so wenig Verpackungsmüll wie möglich sorgen: Clever einkaufen ist die Devise (vor allem Einwegbecher vermeiden beim täglichen Coffee to go...).
  • 5 a day: täglich fünf Portionen Gemüse und Obst in die Ernährung einbauen – Gemüse-Obst-Smoothies helfen hierbei sehr.
  • Ein ordentlicher Frühjahrsputz inklusive Entrümpeln ist nicht nur gut für Wohnung und Psyche, sondern verbrennt auch noch ein paar Kalorien.
  • Egal ob Luxusartikel, Möbel oder Klamotten: nichts Neues mehr kaufen, das man nicht zwingend zum Überleben braucht.
  • Engagiert euch für ein soziales Projekt oder setzt euch zum Ziel, jeden Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen und jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ob analog oder digital:
Es muss ja nicht immer der Verzicht sein: Für die Fastenzeit kann man sich auch gute Vorsätze vornehmen, wie mehr Sport oder Schritte im Alltag.(© 2018 picture alliance / Westend61)
  • Verzichtet in der Fastenzeit doch mal auf das Auto und nehmt das Rad: Dafür plädieren aktuell auch viele Umweltaktivisten.
  • Lest wieder mehr Bücher oder lauscht Hörbüchern statt euch von Glotze, Netflix und der Playstation berieseln zu lassen.
  • Smombies könnten sich auch mal darauf zurückbesinnen, Freunde anzurufen und zu treffen, statt nonstop zu texten und zu daddeln über soziale Netzwerke. Oder ihr verzichtet auf sämtliche Dating-Apps verzichten und Menschen nur noch live und direkt ansprechen.
  • Wer die Finger auch bei Verabredungen mit Freunden kaum noch vom Smartphone lassen kann, dem empfehlen wir bewusstes digitales Detoxen: Passende Anwendungen, die das Appschalten regeln, gibt es genug.
  • eine schlechte Gewohnheit ablegen – etwa Nägelkauen oder Unpünktlichkeit. Andersherum lassen sich natürlich mit dem richtigen Trigger auch gute Vorsätze zu neuen Gewohnheiten machen, zum Beispiel öfter mal vom Schreibtisch aufstehen statt nur sitzen oder sparsamer sein.

Tipps zum Durchhalten

Egal, auf was ihr ab kommendem Mittwoch für 40 Tage verzichten oder als neuen Vorsatz verfolgen wollt: Fasten beginnt im Kopf und ist erstmal unbequem. Macht euch immer wieder klar, wofür ihr es wollt, ob mit Apps, Alarmen oder Post-its. Pläne schriftlich im Kalender fixieren, und jeden Tag abhaken, motiviert. Erzählt möglichst vielen Leuten von euren Fasten-Plänen: So wird das Vorhaben fix und Abbrechen peinlich.  Und wenn ihr doch mal cheatet: Kein Drama, Hauptsache morgen geht es weiter. Seid neugierig und seht das Fasten als spannende Selbsterfahrung: Beobachtet oder schreibt auf, wie es euch über die 40 Tage geht. Vielleicht bleibt ihr sogar nach Ostern dran, immerhin heißt es, dass neue Vorsätze nach etwa 30 Tagen in Fleisch und Blut übergehen. Mit welchen Triggern ihr Vorsätze zu Gewohnheiten macht, erfahrt ihr in unserem Selbstmanagement-Ratgeber.


Weitere Artikel zum Thema
Pulse HR: Withings kündigt neuen Fitness-Tracker mit langer Akku­lauf­zeit an
Francis Lido
Der Pulse HR und die Health-Mate-App
Der Withings Pulse HR bietet ähnliche Funktionen wie die Steel HR. Der Fitness-Tracker lässt sich ab sofort vorbestellen.
Was läuft auf Netflix, Amazon Prime Video und Co? Diese Apps helfen
Marco Engelien
Mit den richtigen Apps findet man richtigen Streifen richtig schnell.
Läuft mein Lieblingsfilm bei Amazon Prime, bei Netflix oder doch bei einem anderen Streaming-Anbieter? Diese Dienste helfen euch bei der Suche.
6 tolle Fitness-Apps und Merk­male, an denen ihr gute Trai­nings-Apps erkennt
Tina Klostermeier6
Die besten Fitness-Apps und Tipps, woran ihr eine guten Personal Trainer fürs Handgelenk erkennt.
Zu viele Fitness-Apps und zu wenig Plan? Wir zeigen euch, worauf es bei einer guten Fitness-App ankommt – und 6 tolle Personal Trainer fürs Handy.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.