Fit im Urlaub: Warum man auf Aktivreisen besser entspannt

Wer aus seinem großen Sommerurlaub das Beste rausholen möchte, sollte sich nicht nur auf die faule Haut legen: Aktive Entspannung ist die Zauberformel
Wer aus seinem großen Sommerurlaub das Beste rausholen möchte, sollte sich nicht nur auf die faule Haut legen: Aktive Entspannung ist die Zauberformel(© 2018 Shutterstock / soft_light)

Wer aus seinem großen Sommerurlaub das Beste rausholen möchte, sollte sich nicht nur auf die faule Haut legen: Aktive Entspannung ist die Zauberformel. Was damit gemeint ist und warum es den Körper sogar stresst, von 100 auf 0 runterzufahren, erfahrt ihr hier.

Endlich Urlaub: Vor allem Workaholics und Gestresste freuen sich jetzt auf die freien Wochen irgendwo am Strand. Faul in der Sonne liegen und einfach mal nichts tun, um mal wieder richtig zu entspannen – so der Vorsatz. Tatsächlich fällt es den meisten sonst viel beschäftigten Menschen aber unerwartet schwer, im Urlaub plötzlich von 100 auf 0 runterzufahren – und das ist sogar gut so.

Die beste Erholung gestaltet sich aktiv

Wir funktionieren im Alltag so gut, weil der Körper sich dem persönlichen Aktivitätslevel anpasst. Es klingt paradox, aber: Haben Körper und Geist plötzlich Pause, kann der Organismus ganz schön in Stress geraten. Denkt man einen Moment darüber nach, erscheint das nur logisch, denn gerade die Zeit vor dem Urlaub ist für die meisten Menschen besonders aufreibend. So viele Dinge müssen noch erledigt werden, etwa die Übergabe im Job, Einkäufe, Urlaubsplanung und Koffer sowie der Hausputz stehen meist noch auf der Agenda. Dabei steigt unser Stresspegel. Aus diesem Zustand direkt ins Nichtstun zu wechseln, sorgt für ein Ungleichgewicht in Körper und Seele. Deswegen fällt es vielen von uns auch so schwer, im Urlaub direkt abzuschalten. Manche werden typischerweise sogar richtig krank, sobald der Urlaub endlich näher rückt. Gesundheitsexperten empfehlen daher einen Aktivurlaub mit Bewegung und Sightseeing: Dabei bremst man die Prozesse im Körper nicht komplett aus und lenkt sich mit positiven Eindrücken von den Gedanken an die Arbeit ab. Das scheint zu wirken, immerhin sind Aktivurlauber nachweislich drei- bis viermal so erholt nach ihrer Reise wie Strandurlauber. Noch bis zu zehn Wochen nach ihrer Rückkehr haben sie weniger Stresshormone im Körper und sind belastbarer. Auch das Immunsystem wird auf diese Weise gestärkt – von den Eindrücken und Erfahrungen die man abseits des Strandkorbs sammelt, mal ganz zu schweigen.

Stress ist nicht gleich Stress

Sport stellt zwar eine intensive körperliche Belastung dar, setzt aber auch jede Menge Glückshormone frei. Und die helfen uns am Ende besser dabei, zu entspannen, als ein träger Strandtag. Es muss kein Hochleistungssport sein und natürlich darf man auch mal die Beine hochlegen – aber bitte nicht jeden Tag von morgens bis abends. Das lähmt nicht nur die emsigen Körperzellen und die hintersten Gehirnwindungen, sondern auch unseren Stoffwechsel. Schade um die verpassten Chancen wäre es auch, schließlich gibt es im Urlaub unzählige Möglichkeiten, neue Arten der Entspannung auszutesten: egal ob wandern oder Strandspaziergang, Rad- oder Reittour, Beachvolleyball oder Wassersport, Yoga unter Palmen oder tanzen an der Bar.

Die besten Fitness-Apps für den Urlaub

Wer im Urlaub kulinarisch gern mal über die Strenge schlägt – und das ist nur menschlich – hat noch lange keinen Grund, danach komplett zu verzagen: Auch wenn eine halbe Stunde Sport verhältnismäßig wenig Energie verbrennt – und das ist ja auch der Grund, warum Sport gegenüber der Ernährung nur 20 Prozent des Abnehmerfolges ausmacht – ist selbst das kleinste Fitnessprogramm immerhin ein Anfang. Außerdem sorgen selbst kurze Sporteinheiten dafür, dass der Stoffwechsel nicht auch noch träger wird.

Wenn man sich einmal zum Volleyball vom Laken aufgerafft hat, macht das sogar echt Spaß.(© 2018 Shutterstock/Michael715)

Auch ohne Laufschuhe oder an das Hotel angeschlossene Fitnessstudios kann man im Urlaub trotz der Hitze Sport treiben – von Wassersport über Beachvolleyball bis hin zu Yoga. Alternativ haben wir euch ein paar empfehlenswerte Fitness-Apps für die nächste Reise zusammengetragen:

  • Das wissenschaftlich bewährte "7-Minuten-Workout" gibt es längst als iOS-App und für Android zum Downloaden oder auf YouTube zum Mitturnen. Dabei handelt es sich um ein hochintensives Intervall-Training, das einem festen Übungsaufbau folgt und in kürzester Zeit alle großen Muskelgruppen fordert. Vorausgesetzt, man gibt Gas und beherrscht die Übungen. Größere Effekte erzielt man natürlich, wenn man das Workout mehrmals hintereinander oder als Ergänzung zu anderen Sportarten absolviert.
  • Die "Sworkit"-App gibt es kostenlos für iOS  und Android und dient als sportliche Allzweck-Waffe mit über 160 Einzelübungen und 50 verschiedenen Workouts – aufgesplittet in die Rubriken Kraft, Cardio und Yoga beziehungsweise Stretching. Trainiert wird ohne Geräte nur mit dem eigenen Körpergewicht und zwar je nach Lust, Laune und Zeit frei wählbar zwischen fünf und 60 Minuten.
  • Ähnlich funktioniert die Anwendung "Nike+ Training Clubfür iOS und Android: Sie hat über 150 kostenlose Bodyweight-Workouts mit vielen verschiedenen Challenges für sämtliche Muskelgruppen in petto. Die App kommt ohne Geräte aus, egal, ob ihr eure Kraft, Ausdauer oder Beweglichkeit trainieren wollt. Auch Yoga-Programme stehen zur Wahl. Mit personalisierten Trainingsplänen bleibt ihr dran, ob als Einsteiger oder erfahrener Athlet und könnt zwischen 15 bis 45 Minuten pro Workout trainieren. Und wer etwas Motivation braucht: Nike-Testimonials wie Serena Williams oder Ellie Goulding zeigen, wie es geht. Mit der App "Nike+ Run Club" könnt ihr auch eure Läufe aufzeichnen.
    Wer die Herausforderung sucht und bereit ist, rund 45 Minuten in hochintensives Ganzkörper-Intervalltraining mit dem eigenen Körpergewicht zu investieren, kann sich die App "Gettoworkout" (für iOS und Android) runterladen. Im Unterschied zu Freeletics macht hier jeder so viele Wiederholungen, wie in der vorgegebenen Zeit drin sind. Dadurch kann man die App auch prima zu zweit mit unterschiedlichen Trainingsleveln nutzen.

Fazit: Der richtige Mix aus Chillen und Bewegung macht einen erholsamen Urlaub aus

Entgegen der Zielgruppe mit dem Anspruch, sich im Urlaub mal wieder richtig zu erholen, gibt es noch diejenigen, die auf Reisen viel erleben wollen. Vor allem Singles, Workaholics oder Sportfreaks gehen hier gern an ihre körperlichen Grenzen: Neben dem Surfkurs geht es in der Mittagshitze klettern oder aufs Mountainbike in die Berge, abends eventuell noch in die Lauf- und danach in die Tanzschuhe. Oben drauf gibt es natürlich noch Nervenkitzel-Aktivitäten für Adrenalin-Junkies – von Bunjeejumping bis Parasurfing.
Genauso wenig ratsam, wie von hundert auf null abzubremsen, ist es, im Urlaub nur Vollgas zu geben. Darunter leiden Muskeln, Gelenke und Knochen, aber auch der Geist kommt bei so vielen Eindrücken gar nicht zur Ruhe. Sportmuffel hingegen sollten sich nur an den Strand legen, müssen sich aber auch nicht zu einem Fitnessprogramm zwingen. Fußmärsche, Radtouren, schwimmen oder auch ein paar Alltags-Übungen nebenbei bieten sich perfekt an für den erholsamen Urlaubs-Mix aus entspannen, bewegen, schlemmen und auch mal ein paar Stunden verdauen. Und wenn ihr wissen wollt, wie viel Sport eigentlich generell gesund ist, lest weiter. Wenn ihr für dein Urlaub noch ein paar tolle Hörbücher oder Podcasts auf die Ohren haben wollt, auch.


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