Fitnesstracker besser nutzen: Diese 7 Anwenderfehler solltet ihr vermeiden

Wetten, dass auch ihr noch mehr aus eurem Wearable rausholen könnt?
Wetten, dass auch ihr noch mehr aus eurem Wearable rausholen könnt?(© 2018 Shutterstock / Jacob Lund)

Das technisch beste Wearable nützt nicht viel, wenn Anwender es nicht richtig einsetzen. Diese kleinen Anwenderfehler wirken sich nämlich am Ende des Tages wesentlich auf das Aktivitäts- und Kalorienkonto aus – und letztlich auf die persönliche Form. Jede Wette, dass auch ihr noch mehr aus eurem Alltags-Coach am Handgelenk rausholen könnt?

Obwohl die neuesten Fitnesstracker diverse sportliche Aktivitäten bereits automatisch erkennen und uns auf Schritt und Tritt tracken, gibt es ein paar typische Anwenderfehler, die verhindern, dass Wearables zu möglichst exakten Daten kommen. Und nur, wenn alles stimmt, motivieren Activity Tracker uns auch nachhaltig. Achtet darauf, dass euch diese typischen sieben Fehler im Umgang mit deinem Alltags-Coach nicht unterlaufen:

1. Relevante Körperdaten nicht pflegen

Wer ein neues Wearable hat, möchte dieses so schnell wie möglich in Betrieb nehmen und überspringt bei der Installation der zugehörigen App gerne erstmal die Abfrage zu den persönlichen Daten. Auf Basis der persönlichen Angaben zu Geschlecht, Größe, Alter und Gewicht berechnet die App aber in der Regel den täglichen Kalorienbedarf – und später, wenn die Sport-Werte dazu kommen, gegebenenfalls auch das Fitness-Alter. Auch die Schrittlänge wird danach ermittelt, wie groß man ist. Damit all diese Werte eurer Alltagsrealität am Ende des Tages auch so nah wie möglich kommen, und so für anhaltende Fitness-Motivation sorgen, solltet ihr euch gleich zu Beginn einmal die Mühe machen, eure Körperdaten wahrheitsgemäß einzutragen – und gegebenenfalls regelmäßig zu updaten, etwa, wenn es um das Körpergewicht geht.

2. Die persönliche Schrittlänge weicht ab

Beim Thema persönliche Daten kann man auch noch einen Schritt weiter gehen und den Schrittzähler kalibrieren – vielleicht macht ihr besonders große oder kleine Schritte. Und so ein par Zentimeter können bei 10.000 Schritten am Ende des Tages einen großen Unterschied ausmachen, was die tatsächlich zurückgelegte Strecke anbelangt. Bei den meisten Tracker-Apps kann man die Schrittlänge über die Einstellungen anpassen. Smarte Fitnessuhren, die mit GPS ausgestattet sind, wie etwa die Fitbit Ionic oder Samsungs Gear Fit2 Pro, können die Schrittlänge mittlerweile sogar automatisch anpassen.

Um die Schrittlänge manuell anzupassen, gibt es drei einfache Möglichkeiten, diese zu ermitteln:

  1. Geht ein paar Schritte auf und ab, bis ihr euch auf euren normalen Gang einegroovt habt, und bleibt dann an einem ausgelegten Zollstock oder Maßband stehen. Lest die Länge von einer Fußspitze zur anderen Fußspitze ab. Am besten wiederholt ihr das Ganze noch zweimal, addiert dann alle drei Werte und teilst die Summe durch drei, um den Durchschnittswert zu erhalten.
  2. Alternativ könnt ihr euch draußen auf einer 100-Meter-Bahn eingehen, dann ein paar Schritte bewusst zählen und durch die Länge der Strecke in Zentimetern teilen.
  3. Oder aber ihr ermittelt die Schrittlänge auf einem Laufband: Laufband starten, gewohntes Schritttempo einstellen und dann müsst ihr euch die aktuelle Schrittzahl auf dem Tracker merken, damit ihr nun einige hundert Meter gehen und dann die auf dem Laufband gegangenen Schritte durch die Streckenlänge in Zentimeter teilen könnt.
Fitbits Smartwatches, wie hier die "Ionic" ermitteln die Schrittlänge automatisch und das persönliches Fitnessalter auch.(© 2017 CURVED)

3. Ihr schlendert

Wer schlendert und dabei selbst nicht einschläft, kann aber nicht verhindern, dass der Fitnesstracker es tut: Eine wissenschaftliche Studie kam bereits 2012 zu dem Ergebnis, dass Wearables ungenau werden, wenn Nutzer unter 67 Metern pro Minute trotten. Keine Sorge, das entspricht tatsächlich eher der Art Schlendern, für die wir im Alltag eigentlich gar keine Zeit haben: Der Durchschnittsfußgänger marschiert knapp 89 Meter pro Minute – und liegt damit vollkommen im messbaren Geh-Bereich der Wearables.

4. Das Wearable weiß nicht, ob ihr Links- oder Rechtshänder seid

Wieso trägt man Uhren und dementsprechend Fitnessarmbänder eigentlich traditionell am linken Handgelenk? Das hat sich so eingebürgert, weil man Uhren früher noch regelmäßig aufziehen musste – Rechtshänder vorzugsweise mit ihrer geschickteren Hand. Heute gibt es ganz offiziell viel mehr Linkshänder, weil Kinder zum Glück nicht mehr umschult werden. Die dominante Hand führt aber im Alltag auch mehr Bewegungen aus. Damit der Tracker diese nicht als Schritte fehlinterpretiert, reduzieren viele Wearables ihre Sensibilität – so zum Beispiel die Tracker von Fitbit. Dafür muss der Nutzer aber über die Einstellungen in der App angeben, an welchem Handgelenk er das Fitnessarmband trägt und ob er Rechts- beziehungsweise Linkshänder ist. Den Arm für das Wearabe sollte man dann nach Möglichkeit auch nicht wechseln, sondern es stets links oder eben rechts tragen.

5. Unrealistische Ziele verfolgen

Die meisten Activity Tracker verfolgen von Haus aus ein tägliches Gehziel von 10.000 Schritten. Die dürfen es auch mindestens sein, wenn man gesund und fit bleiben möchte und sonst nicht viel Sport treibt. Allerdings nützt es herzlich wenig, wenn man die 10.000 Schritte im Alltag nie erreicht und der Tracker einem das immer wieder vor Augen führt. Dann wird der Alltags-Coach auch schnell zum Frust-Objekt und man ist erst recht nicht mehr zu motivieren. Vielleicht seid ihr auch Fahrradfahrer, was der Tracker aber nicht von alleine erkennt? Oder ihr geht abends öfter zum Sport oder seid unter der Woche faul, aber dafür am Wochenende super aktiv? Dann solltet ihr eure Fitnessziele entsprechend anpassen – von Schritten pro Tag bis hin zu Sporteinheiten pro Woche.

Nehmt euch jeden Abend die paar Minuten, all das zu erfassen, was das Wearable nicht automatisch trackt: Nur so seht ihr im Wochenvergleich, wie aktiv ihr wirklich wart und wie hoch eurer Kalorienverbrauch im Durchschnitt ist – dann klappt's auch mit dem Abnehmen. Wer zudem noch einen Ernährungstracker nutzt und mit der Wearable-App syncrhonisiert, hat die Kalorienbilanz immer auf dem Schirm. Allerdings gilt auch für das Food Tracking: Vermeidet die typischen Anwenderfehler. Alles zum Thema smarte Fitness- beziehungsweise Körperziele erfahrt ihr in unserem Ratgeber.

Ihr nehmt euch vor, ein Kilo pro Woche abzunehmen? Das ist ein strammes Ziel – vielleicht startet ihr besser mit 0,5 Kilo?(© 2018 Shutterstock / VGstockstudio)

6. Kleine Fortschritte anstreben

Fitnesstracker motivieren Nutzer vor allem in den ersten Wochen ungemein. Danach werden die erfassten Daten allerdings selbstverständlich oder gar nebensächlich. Um jetzt nicht zurück in alte Muster zu verfallen, sollte man sich neue Ziele setzen: Eine weitere Sporteinheit oder 1.000 Schritte mehr am Tag zum Beispiel. Wer merkt, dass er nicht mehr abnimmt oder zunimmt, sollte jetzt definitiv seine Ernährung dokumentieren. Passende Apps stellen wir euch gesondert vor.

7. Das Ladegerät vergessen

Zwar melden sich Wearables rechtzeitig, bevor die Akkuleistung sich dem Ende neigt, allerdings hilft das später wenig, wenn man das passende Ladegerät nicht einpackt oder das Gerät direkt lädt. Fällt der Tracker dann regelmäßig einige Stunden aus oder macht mitten beim Sport oder im Urlaub schlapp, ist das natürlich ärgerlich für die persönliche Statistik. Geht dem Smartphone mal die Power aus, ist das zumindest für die Fitnessdaten des Trackers kein Problem, weil dieser die Daten je nach Modell bis zu zwei Wochen speichern kann. Trotzdem sollte man sich angewöhnen, seine Geräte regelmäßig zu synchronisieren.

Weitere Wearable-Tricks

Wer diese sieben Anfängerfehler im Umgang mit seinem Fitnesstracker vermeidet, gibt ihm wirklich die Chance, der Personal Trainer am Handgelenk zu werden – und sich selbst zu einer völlig neuen Fitnessform zu verhelfen. Auch die Fitness-Challenges über die Wearable-Community oder mit Freunden können ungemein motivieren. Wer noch einen Schritt weitergehen und seinen Fitnesstracker "tunen" möchte, findet in unserem nächsten Ratgeber die passenden externen Apps dazu. Vielleicht soll es auch ein brandneues Wearable sein? Wir haben Empfehlungen für die besten Smartwatches und Fitnesstracker zusammengetragen. In dem Fall lohnt es sich, nicht nur auf die Hardware zu achten, sondern auch zu schauen, welche Companion-App am Besten zu einem passt. Und wem das alles trotzdem nicht reicht, der kann sich darüber belesen, wie Anbieter wie Samsung, Garmin, Fitbit, TomTom und Co. ihre Waeable-Software in Zukunft noch besser machen könnten.

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