Handy abhörsicher machen: Was ist heute möglich?

Ein Handy abhörsicher zu machen, ist gar nicht einfach
Ein Handy abhörsicher zu machen, ist gar nicht einfach(© 2014 CC: flickr/liewcf)

Das Handy abhörsicher zu machen ist aktueller denn je: Kaum ein Tag vergeht derzeit, an dem nicht neue Enthüllungen über die Spionageaktivitäten der NSA ans Licht kommen. Selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bereits ins Visier der US-amerikanischen Geheimdienstabteilung geraten. Offenbar wurden ihr Handy und die Mobiltelefone vieler weiterer hochrangiger Politiker systematisch abgehört. Doch wie könnt Ihr Euch eigentlich selbst vor solchen Fremdzugriffen schützen?

Das Handy abhörsicher machen: nicht ohne enormen Aufwand möglich

Eines vorweg: Wer sein Handy absolut zuverlässig abhörsicher machen möchte, muss viel Zeit und Geld investieren. Privatnutzer kommen daher weniger als Kunden von Firmen infrage, die ein spezielles Equipment anbieten. Deren Sicherheitssysteme für das Handy kosten um die 2.500 Euro.

Ein Anbieter eines solches System ist etwa das Unternehmen Rohde und Schwarz. Via Bluetooth wird ein sogenanntes Krypto-Modul an das Handy angeschlossen und das Telefonat dann verschlüsselt. Mit der Technik im Format eines MP3-Players lässt sich allerdings nur die Sprache verschlüsseln, SMS und E-Mails sind davon ausgenommen.

Ein zweites System, das das Handy abhörsicher machen und in ein "Chryptophone" verwandeln soll, stammt von dem Unternehmen Secusmart. Hier erfolgt die Verschlüsselung über einen Chip in einer Karte. Bei dem Telefonat müssen sich beide Gesprächspartner auf einen fest hinterlegten Schlüssel einigen, damit sie sich unterhalten können. Dieses Verfahren kommt beispielsweise bei dem abhörsicheren Handy der Bundeskanzlerin zum Einsatz, ist aber ähnlich kostspielig wie das erstgenannte.

Sicherheits-Apps fürs Smartphone: Diese Anwendungen gibt es

Weitaus weniger Abhörschutz bieten diverse Apps fürs Smartphone. Sofern Android das bevorzugte Betriebssystem ist, gibt es dafür allerdings ein paar Anwendungen, die zumindest einen Teilschutz bieten. Die kostenlose Open-Source-App RedPhone etwa lässt Euch und und Eure Gesprächspartner anstelle einer GSM- über eine verschlüsselte VoIP-Verbindung telefonieren, was insbesondere zu Hause über WLAN sinnvoll ist. Ansonsten lässt die Verschlüsselung das Datenvolumen in die Höhe schießen.

Programme für eine E-Mail-Verschlüsselung

Kostenpflichtig hingegen ist das Programm CSipSimple, das auch für iOS-Geräte von Apple infrage kommt. Dieser Dienst schlägt mit jährlich rund 175 Euro zu Buche, verschlüsselt jedoch auch E-Mails und Kurznachrichten.

Wem es nur wichtig ist, dass seine Mails nicht mitgelesen werden, der kann auf die Apps Orbot für Android oder Onion Browser für iOS zurückgreifen. Beide Programme verschlüsseln die Daten und machen zudem die IP-Adresse des Mobilgerätes unkenntlich.

Zusammenfassung

  • Professionelle Lösungen mit Rundum-Schutz sind sehr teuer
  • Günstige Apps machen Telefonieren und Surfen ein wenig sicherer

Weitere Artikel zum Thema
Quick Charge 4.0 lädt den Akku im Nubia Z17 in 15 Minu­ten zur Hälfte
Guido Karsten1
Das Teaser-Bild deutet offenbar auf einen Quick Charge 4.0-Support für das Nubia Z17 hin
ZTE soll aktuell die Präsentation des Nubia Z17 vorbereiten. Laut eines Teasers könnte es sich um das erste Smartphone mit Quick Charge 4.0 handeln.
Galaxy S8: Samsung äußert sich zum Iris-Scan­ner-Hack
2
Samsung zufolge ist der Iris-Scanner des Galaxy S8 sicher
Der Iris-Scanner des Galaxy S8 wurde vom Chaos Computer Club leicht überlistet. In einem Statement behauptet Samsung aber, das sei "extrem schwierig".
iPhone 8: Neue Hinweise auf Dual-Front­ka­mera
Guido Karsten
Links vom Lautsprecher des iPhone 8 soll die geheimnisvolle 3D-Kamera zu finden sein
Was wird die Frontkamera des iPhone 8 alles können? Schematische Zeichnungen weisen auf mehrere Öffnungen neben dem Lautsprecher hin.