Ist Handyortung ohne Zustimmung legal?

In einigen Fällen ist es doch legal ein Handy zu orten
In einigen Fällen ist es doch legal ein Handy zu orten(© 2013 istock.com/eugenesergeev)

Darfst du ein Handy ohne Zustimmung des Besitzers orten? Die Antwort ist einfach: Für Privatpersonen ist es nicht legal. Will ein Chef den Aufenthaltsort eines Mitarbeiters über dessen Firmen-Handy erfahren, muss der Arbeitnehmer damit einverstanden sein. Auch eifersüchtige Partner dürfen sich in einer Beziehung nicht ohne das Wissen des anderen über das Handy ausspionieren.

Handy orten ohne Zustimmung ist nur in Ausnahmefällen erlaubt

Nichtsdestoweniger gibt es Ausnahmefälle, in denen ein Handy legal geortet werden darf, ohne dass der Besitzer sein Einverständnis gegeben hat oder über den Vorgang informiert wird. So darf die Polizei den Aufenthaltsort einer Person über deren Mobiltelefon herausbekommen, sofern diese im Verdacht steht, eine Straftat begangen zu haben.
Ein weiterer Grund für eine solche Ortung ist, dass das Leben oder die Gesundheit einer Person bedroht ist – beispielsweise bei einer Selbstmordgefährdung. Auch die Staatsanwaltschaft kann eine Handy-Ortung veranlassen, wenn dies für die Ermittlung in einer Strafsache relevant ist.

Daher ist äußerste Skepsis angebracht, wenn Anbieter im Internet eine angeblich kostenlose Handyortung von fremden Geräten versprechen – dahinter verbergen sich unseriöse Abzockfallen.

Von Apps übermittelte Daten: Zustimmung erfolgt über Nutzungsbedingungen

Auch Unternehmen sind zum Teil über die Standorte von fremden Mobilgeräten informiert: Viele Apps verschicken etwa zu Werbezwecken Daten an Google, Apple, Microsoft und Co. Bei diesem Vorgang werden auch die GPS-Koordinaten des Geräts übermittelt, was einer Handy-Ortung gleichkommt. Dieses Vorgehen ist zwar umstritten und ruft bei Datenschützern Protest hervor .Die Unternehmen sichern sich aber über einen Passus in den Nutzungsbedingungen ab, sodass die Handy-Besitzer der Ortung zustimmen. Achte bei der Installation einer App daher genau darauf, welche Zugriffrechte du der Anwendung einräumst.

Wie funktioniert die Ortung eigentlich?

Ein Netzbetreiber kann den Standort eines Handys bestimmen, da jedes Mobiltelefon mit den nächstgelegenen Sendemasten kommuniziert. Das Handy wird dann anhand der Koordinaten und der Funkreichweite geortet – je dichter das Netz an Sendemasten, umso genauer die Resultate.

Eine weitere Möglichkeit ist die Ortung via GPS. Dabei werden die Geräte nicht über die Sendemasten, sondern mithilfe eines Satelliten gefunden. Ist das Handy ausgeschaltet oder nicht mit einem Handy-Funknetz beziehungsweise GPS verbunden, ist das Auffinden via Sendemast oder GPS nicht möglich – dies betrifft auch den Flugzeugmodus, in dem keine Verbindungen zum Netz hergestellt werden.

Zusammenfassung

  • Der Standort eines Mobiltelefons wird via Sendemasten oder GPS ermittelt
  • Du darfst ein fremdes Handy nicht ohne Zustimmung der betroffenen Person orten
  • Die Polizei darf bei Ermittlungen oder in Gefahrensituationen fremde Handys orten
  • Manche Apps übermitteln deine GPS-Koordinaten, was allerdings über die Nutzungsbedingungen geregelt wird

Weitere Artikel zum Thema
Samsung lässt Euch pusten: Patent von S Pen mit Alko­hol­test aufge­taucht
Christoph Lübben
Samsung arbeitet offenbar an einer Atem-Analayse
Erkennen mobile Samsung-Geräte künftig, ob Ihr betrunken seid? Ein Patent des Herstellers beschreibt eine Atem-Analyse für Smartphones.
Lenovo Moto E4 und Moto E4 Plus im Test
Jan Johannsen2
Das große Moto E4 Plus und das kleine Moto E4.
Das Smartphone darf nicht viel kosten, aber Fingerabdrucksensor und neues Android sind Pflicht? Wir haben Lenovos Moto E4 und Moto E4 Plus getestet.
Games­com 2017: Auf diese Spiele freuen wir uns
Alexander Kraft
Nicht nur Microsoft und Sony präsentieren in Köln ihre Neuheiten.
Kommenden Mittwoch startet in Köln die Gamescom. Welche Spiele gezeigt werden und für welche sich das Anstehen lohnt, lest Ihr hier.