HDR bei Fotos: Das müsst Ihr über High Dynamic Range wissen

Der HDR-Modus sorgt bei schwierigen Lichtverhältnissen für ansprechende Ergebnisse
Der HDR-Modus sorgt bei schwierigen Lichtverhältnissen für ansprechende Ergebnisse(© 2015 CURVED)

Viele aktuelle Smartphones bieten Euch die Option, HDR-Fotos aufzunehmen. Klar, die Bilder sollen dadurch noch besser aussehen, doch was verbirgt sich hinter dem Buchstabenkürzel eigentlich genau? Und wann setzt Ihr die Funktion am besten ein? Wir verraten es Euch.

HDR steht für "High Dynamic Range", also einen hohen Dynamikumfang. Dieser beschreibt in der Fotografie die Spanne zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Farbton eines Bildes. Abhängig von den vorherrschenden Lichtverhältnissen kann der Helligkeitsunterschied enorm sein und durchaus einmal um die 20 Blendenstufen betragen. Das menschliche Auge ist in der Lage, sich dynamisch auf diese Bedingungen einzustellen. Der Dynamikumfang, den eine Kamera einfangen kann, ist dagegen durch ihren Bildsensor begrenzt. Selbst eine professionelle Spiegelreflexkamera hält in dieser Hinsicht nicht mit unserem Auge mit.

HDR hilft bei schwierigen Lichtverhältnissen

Bei Helligkeitsunterschieden, die die Kapazität des Sensors übersteigen, kann die Kamera dementsprechend nur einen Ausschnitt des eigentlichen Dynamikumfangs abbilden. Das führt dazu, dass sie Teile des Bildes entweder über- oder unterbelichtet. Bei Fotos an extrem sonnigen Tagen werden dann entweder die hellen Bereiche nahezu komplett weiß oder die schattigen zu dunkel. In beiden Fällen gehen an den betreffenden Stellen Details verloren. Auch eine optimale Belichtungseinstellung kann daran in der Regel nichts ändern. Hier kommt die HDR-Funktion ins Spiel. Um die begrenzte Aufnahmekapazität des Bildsensors zu umgehen, fertigen Kameras in diesem Modus fast gleichzeitig mehrere unterschiedlich belichtete Fotos vom selben Bildausschnitt an und setzen diese anschließend zu einem einzigen zusammen. Das Ergebnis ist ein Foto, dass sowohl in den hellen als auch in den schattigen Bereichen detailreich ist.

Darauf solltet Ihr bei HDR-Fotos achten

Nicht alle Motive eignen sich allerdings für HDR-Aufnahmen. Vor allem bewegte Objekte solltet Ihr im Bildausschnitt komplett vermeiden. Denn da die Aufnahme der Fotos nicht wirklich zum exakt gleichen Zeitpunkt erfolgt, sondern kurz aufeinanderfolgend, befinden sich die bewegten Objekte in jedem der einzelnen Bilder an einer etwas anderen Position. Das Zusammensetzen der Einzelbilder verursacht dann sogenanntes Ghosting: Auf dem HDR-Foto sind die Objekte dann mehrmals zu sehen, oft halbtransparent bzw. schemenhaft.

Außerdem solltet Ihr auf eine ruhige Hand achten und im Idealfall ein Stativ nutzen. So stellt Ihr einigermaßen sicher, dass Ihr tatsächlich mehrmals exakt den gleichen Bildausschnitt aufnehmt und das Wackeln auf ein Minimum reduziert. Doch selbst dann kann das Antippen des Auslöseknopfes noch zu leichten Erschütterungen führen, die das Endergebnis beeinträchtigen. Mit der Selbstauslösefunktion Eurer Smartphones könnt Ihr das vermeiden.

Damit Euch durch ein missglücktes HDR-Experiment  niemals ein schöner Moment entgeht, solltet Ihr in den Kameraeinstellungen nach Möglichkeit festlegen, dass Euer Gerät zusätzlich zum HDR-Bild immer auch eine Standard-Version des Fotos speichert. Sollte das Ergebnis der Belichtungsreihe dann nicht Euren Vorstellungen entsprechen, bleibt Euch so zumindest die normale Aufnahme erhalten.

Zusammenfassung:

  • Bei großen Helligkeitsunterschieden können Kameras nicht den kompletten Dynamikumfang auf einmal einfangen
  • Das hat zur Folge, dass einige Bildbereiche entweder über- oder unterbelichtet sind
  • Im HDR-Modus nimmt die Kamera schnell hintereinander mehrere unterschiedlich belichtete Fotos vom gleichen Bildausschnitt auf
  • Anschließend entsteht aus den Einzelfotos ein in allen Helligkeitsbereichen detailliertes Foto
  • Bei der Motivwahl solltet Ihr bewegte Objekte meiden, da diese Ghosting verursachen
  • Um Wackler zu verhindern, solltet Ihr ein Stativ und die Selbstauslösefunktion Eurer Kamera verwenden
  • Lasst das Smartphone zur Sicherheit HDR- und Standardfoto speichern

Weitere Artikel zum Thema
Über Google Fotos könnt ihr ab sofort Foto­bü­cher bestel­len
Lars Wertgen
In Google Fotos sammelt ihr eure aufgenommenen Bilder
Google versucht sich analog: Über Google Fotos erstellt ihr künftig klassische Fotobücher.
"Fort­nite" für Android läuft auf vielen Smart­pho­nes offen­bar nicht flüs­sig
Lars Wertgen2
"Fortnite" läuft offenbar nicht auf allen Android-Geräten rund
Die Beta-Version von "Fortnite" für Android hat offenbar Probleme mit der Performance. Die Entwickler haben sich der Sache bereits angenommen.
Wer mit wem: Mobi­les Bezah­len in Deutsch­land in der Über­sicht
Jan Johannsen
Egal ob mit Wearable oder Smartwatch: Mobiles Bezahlen ist 2018 in Deutschland angekommen.
Mobiles Bezahlen ist in Deutschland angekommen, doch welcher Dienst mit welcher Bank kooperiert ist unübersichtlich. Wir bringen Ordnung ins Chaos.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.