iPhone im Ausland günstiger kaufen: Warum sich das nur selten lohnt

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Ein Apple Store in New York
Ein Apple Store in New York(© 2014 CC: Flickr/Jorge Lascar)

Das günstigste iPhone gibt es in Deutschland für 489 Euro zu kaufen. Im Ausland sind die Geräte teilweise deutlich günstiger zu haben. Lohnt der Import?

Gerade einmal 399 US-Dollar möchte Apple für das iPhone SE in den USA haben. Das klingt nach einem Schnäppchen. Allerdings müsst Ihr beachten, dass die Preise in den Vereinigten Staaten ohne Mehrwertsteuer ausgegeben werden. Das heißt: An der Kasse kommt noch ein Aufschlag hinzu. Der ist aber von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Ausnahmen bilden die Staaten Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. Hier entfällt die Mehrwertsteuer.

Zusätzlich müsst Ihr beachten, dass Ihr Waren ab einem Warenwert von 430 Euro bei der Einreise nach Deutschland noch Einfuhrabgaben zahlen müsst. Der pauschalierte Abgabensatz beträgt 17,5 Prozent des Warenwertes, wenn das iPhone weniger als 700 Euro kostet. Sobald Ihr ein höherpreisiges Modell mitbringt, werden 19 Prozent fällig. Ganz wichtig: Wer die Einfuhrumsatzsteuer nicht zahlt und erwischt wird, riskiert mindestens eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung und eine Geldstrafe.

Nur das große iPhone gibt es günstiger

Wenn man das mal schnell durchrechnet, zahlt Ihr für ein iPhone SE mit 64 Gigabyte inklusive Zoll rund 530 Euro und damit 59 Euro weniger als in Deutschland. Das ist allerdings der Idealpreis, ohne Mehrwertsteuer. Außerdem müsst Ihr ja noch in die USA einreisen. Denn für eine Online-Bestellung auf der US-Apple-Seite braucht Ihr eine US-Adresse. Und selbst wenn Ihr die habt, wird der Versand nach Deutschland nicht günstig. Die Ersparnis fällt dann gering aus.

Kauft Ihr allerdings ein iPhone 6s Plus in einem der genannten fünf Staaten, winkt Euch ein gutes Geschäft. Angenommen, Ihr seid zu Besuch im schönen Alaska: Wenn Ihr dort das iPhone 6s Plus für umgerechnet rund 832 Euro kauft und beim Zoll noch einmal 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer obendrauf bezahlt, kommt Ihr auf insgesamt rund 990 Euro. Das ergibt im Gegensatz um deutschen Preis (1.074,95 Euro) eine nette Ersparnis.

Besonders beim großen iPhone 6s Plus lohnt sich das Mitbringen aus den USA.(© 2014 CURVED)

Beim Einkauf im EU-Ausland entfallen die Zollgebühren übrigens. Viel sparen könnt Ihr trotzdem nicht. Beim aktuellen Umrechnungskurs zahlt Ihr für das iPhone SE mit 16 Gigabyte Speicher in England rund 460 Euro, also 29 Euro weniger als in Deutschland. Aber auch bei Apple UK braucht Ihr eine Adresse im Land des Stores. Zwar könnt Ihr Euch das Paket auch über Anbieter wie borderlinx zuschicken lassen. Das Gesparte geht dann aber gegen Null. Solltet Ihr aber sowie so einmal Urlaub in London machen, stellt der Einkauf in Großbritannien vielleicht eine Alternative für Euch dar.

Geheimtipp Amazon

Woanders im europäischen Ausland lohnt sich der Einkauf aktuell nicht. In Frankreich zahlt Ihr die gleichen Preise wie in Deutschland. Auch, dass Apple-Hardware in Ungarn so viel günstiger sein soll, ist zumindest momentan ein Märchen. Tatsächlich ist das iPhone SE dort aktuell rund 30 Euro teurer als in den Apple Stores hierzulande. Beim vermeintlichen Geheimtipp Vereinigte Arabische Emirate ist das günstigste iPhone derzeit für rund 400 Euro zu haben. Aber auch hier gilt: Nur das kleinste iPhone muss nicht versteuert werden.

Natürlich könnt Ihr ein iPhone nicht nur in den Apple Stores der jeweiligen Länder, sondern etwa bei Best Buy und Co. einkaufen. Zumindest in den USA gibt es die Geräte dort aber häufig nur in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag und zusätzlichem Net-Lock. Beachten müsst Ihr zudem die Unterschiede bei der Unterstützung von LTE-Bändern je nach Land. Im schlimmsten Fall habt Ihr in Deutschland keinen Zugriff auf den Datenturbo.

Lohnen kann sich ein regelmäßiger Blick auf Amazon. Der Versandhändler hatte zuletzt diverse iPhone-SE-Modelle zu einem deutlich günstigeren Preis im Angebot. Weil die Nachfrage mittlerweile sehr hoch ist, sind die iPhones aktuell jedoch bei Amazon teurer als im Apple Store. Das ist hierzulande übrigens nicht anders. Für das 64-Gigabyte-Modell werden zurzeit 700 statt 589 Euro fällig.

Fazit: nicht wirklich lukrativ

Der Auslandseinkauf scheint auf den ersten Blick lukrativ. Wer aber Kosten, wie eventuell anfallende Mehrwertsteuern, nicht einberechnet, spart am Ende deutlich weniger als zuvor angenommen. Nur wer sowieso gerade Urlaub im jeweiligen Land macht, kann am Ende eventuell trotz Einfuhrumsatzsteuer ein paar Euro sparen.


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