iPhone mit 16 GB Speicher? Tipps und Tricks zur Speicherverwaltung

Viele Android- und Windows-Smartphones mit wenig Speicher an Bord bieten oft die Möglichkeit, ihn per microSD-Karte zu erweitern. Apples iPhones haben diese Möglichkeit nicht. Mit 16 Gigabyte wird der Speicher schnell knapp. Diese Tricks helfen gegen Platzmangel.

Warum kauft man sich eigentlich ein iPhone mit nur 16 Gigabyte Speicher? Denn dass Apple Jahr für Jahr darauf verzichtet, einen Slot für microSD-Karten zu verbauen, ist ja hinlänglich bekannt. Die Antwort liegt auf der Hand: Die kleinste Version ist die günstigste Möglichkeit, an ein Neu-Gerät des Premium-Herstellers zu kommen. Ärgerlich wird es dann, wenn der Speicher nach einigen Monaten voll ist und das System zum Löschen von Apps und Fotos aufruft. Aber keine Panik, für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Weg mit alten Apps und Spielen

Fangen wir mit der einfachsten Möglichkeit an: Braucht Ihr wirklich alle installierten Apps? Ich ertappe mich zum Beispiel immer wieder dabei, dass ich einen Haufen Spiele aus dem App Store auf mein iPhone lade, weil sie gerade günstig oder umsonst sind. Dann zocke ich sie einmal an und lasse sie links liegen, bis der Platz knapp wird. Die Lösung: Alles, was ich nicht mehr brauche, oder sogar noch nie benutzt habe, muss gehen. Weniger Apps bedeuten mehr Speicher. Um zu sehen, welche Apps wie viel Platz belegen, geht Ihr in die Einstellungen, tippt auf Allgemein, Speicher- & iCloud-Nutzung und dann auf Speicher verwalten. Und keine Panik: Was Ihr einmal gekauft habt,  könnt Ihr auch wieder kostenlos herunterladen.

Spiele wie "Miitomo" nehmen auf dem iPhone viel Platz ein. Spielt Ihr Sie nicht mehr, löscht sie gleich.(© 2016 CURVED)

Ein weiterer Trick ist es, Apps neu zu installieren. Manche Anwendungen sammeln Daten im Cache an und gewinnen dadurch an Umfang. Die Facebook-App ist ein Paradebeispiel dafür. Entfernt Ihr eine solche Anwendungen vom Telefon, nimmt sie die Daten aus dem Cache mit. Wieder ist etwas mehr Platz frei.

Verlauf löschen und Nachrichten limitieren

Ebenfalls viel Platz fressen können die Browser-Daten. Hier lohnt es sich, von Zeit zu Zeit den Verlauf, die Cookies und den Cache zu leeren. Wer den Safari-Browser benutzt, geht dazu in die Einstellungen, dort auf Safari und dann auf Verlauf und Websitedaten löschen. Chrome-Nutzer öffnen den Browser, tippen auf das Hamburger-Menü oben rechts, wählen Verlauf aus und tippen dann auf Browserdaten löschen. Achtung: In beiden Fällen ist ein wachsames Auge gefragt, wenn Ihr nicht wollt, dass gespeicherte Passwörter oder Auto-Fill-Infos auch gelöscht werden.

Benutzt Ihr häufig iMessage oder schreibt viele SMS und MMS? Dann kann es sein, dass sich auf Eurem iPhone ordentlich etwas angestaut hat. Per Voreinstellung speichert iOS Euren Nachrichtenlauf nämlich für immer. Wenn Euch alte Chats wichtig sind, belasst es dabei. Ansonsten geht in die Einstellungen, dort auf Nachrichten und stellt bei Nachrichten behalten entweder 30 Tage oder 1 Jahr ein.

Ähnlich funktioniert das auch bei E-Mails. Navigiert in den Einstellungen zu Mail, Kontakte, Kalender, tippt dort auf ein Konto Eurer Wahl und dann auf Mail synchronisieren. Wählt dann eine Zeitspanne (von 3 Tage bis Unbegrenzt), die für Euch passend ist. Außerdem könnt Ihr noch die Option Bilder von Webservern laden in den Mail-Einstellungen abschalten. Mails mit großen Fotos im Anhang verstopfen Euch dann nicht das Postfach auf dem iPhone. Habt Ihr ein Gmail-Postfach, lohnt es sich außerdem die Installation der Gmail-App. Große Anhänge bleiben hier ebenfalls auf den Servern.

Fotos in die Cloud

Knipst Ihr viele Fotos, die Ihr nicht für neue Aufnahmen opfern wollt, lohnt ein Blick in die Cloud. Mit der iCloud gibt Apple Euch selbst gleich zwei Möglichkeiten an die Hand: Fotostream und die iCloud-Fotomediathek. Beide dienen aber eher dazu, alle Fotos und Videos auf all Euren Geräten verfügbar zu machen, als sie online zu archivieren. Benutzt Ihr die iCloud-Fotomediathek, könnt Ihr die Option iPhone-Speicher optimieren aktivieren. Dann wandern die Originale in die Wolke, während auf dem iPhone nur "optimierte" Fotos, also Bilder in geringerer Auflösung, zurückbleiben.

Fotos können einen Haufen Platz wegnehmen.(© 2015 CURVED)

Ein richtiges Backup Eurer Fotos lässt sich aber so nicht erstellen. Löscht Ihr ein Bild von von Eurem iPhone, wird es auch aus der Cloud und von allen anderen Geräten gelöscht, die mit Eurem iCloud-Account verbunden sind. Dazu kommt, dass Euch nur fünf Gigabyte freier Speicher zur Verfügung stehen. Sobald Ihr das Limit erreicht habt, könnt Ihr keine weiteren Bilder mehr hochladen.

Besser funktioniert das mit Google Fotos. Ihr könnt die App so einrichten, dass sie Eure Bilder bei bestehender WLAN-Verbindung automatisch in die Cloud schaufelt und bereits gesicherte Fotos vom Gerät entfernt. Dazu tippt Ihr in der App auf das Hamburger-Menü oben rechts und wählt Gerätespeicherplatz verwalten aus und tippt dann auf Speicher freigeben. Ein zusätzlicher Bonus: Google Fotos bietet Euch gratis unbegrenzten Speicherplatz, solange Eure Fotos nicht größer als 16 Megapixel sind. Der Nachteil ist, dass die Qualität beim Upload etwas nachlässt. Das fällt beim normalen Betrachten nicht auf. Erst wenn Ihr heranzoomt, wird es unter Umständen pixelig.

Ihr könnt Eure Bilder natürlich auch mit anderen Cloud-Diensten synchronisieren. Microsofts OneDrive oder Dropbox bieten die Option, Fotos vom Smartphone online zu speichern. Beim Cloud-Dino Dropbox stehen Euch allerdings nur zwei Gigabyte zur Verfügung, bei Amazon und Microsoft je fünf. Wollt Ihr mehr, müsst Ihr zahlen. Ein Terabyte gibt es bei Dropbox für zehn, bei Microsoft für sieben Euro pro Monat.

Doppelte Fotos vermeiden

Eine weitere Alternative: Wenn Ihr Euer iPhone mit Eurem Mac verbindet, könnt Ihr beim Import in Apple Fotos einstellen, dass alle Bilder (und Videos) vom Smartphone kopiert und dann vom Telefon-Speicher gelöscht werden sollen. In diesem Fall sichert Ihr Eure Fotos auf dem Computer und habt gleichzeitig Platz für neue Bilder auf dem iPhone. Auf einen Drittanbieter könnt Ihr dann verzichten.

Schießt Ihr HDR-Bilder mit dem iPhone, speichert iOS automatisch sowohl das Hochkontrastbild als auch das Original-Foto. Das nimmt natürlich doppelten Speicher weg. Um die Funktion zu deaktivieren, öffnet die Einstellungen, tippt auf Foto & Kamera und deaktiviert den Punkt Foto behalten. Das iPhone speichert nun nur noch das HDR-Bild.

Musik sorgfältig auswählen

Braucht Ihr in Zeiten von Apple Music, Spotify und Co. wirklich Eure komplette Musikbibliothek auf dem iPhone? Wählt nur die Songs, Alben und Playlisten aus, die Ihr unterwegs wirklich hören wollt und ladet diese herunter beziehungsweise synchronisiert sie per iTunes. Alles andere könnt Ihr im heimischen WLAN auch streamen.

Dank Apple Music könnt Ihr Musik auch streamen, ohne einzelne Titel aufs iPhone zu laden.(© 2015 CURVED)

Wenn Ihr viele Podcasts hört oder anschaut, lohnt es sich, in den Einstellung die Option Gespielte Folgen löschen zu aktivieren.

 Wenn gar nichts mehr hilft

Wenn der Speicher trotz aller Maßnahmen überzulaufen droht, habt Ihr immer noch die Möglichkeit, nachzurüsten. Es gibt mittlerweile einige Hersteller, die microSD-Adapter und Speichersticks für den Lightning-Port anbieten. Die Kosten liegen je nach Modell und Kapazität zwischen 55 und 350 Euro. Als erweiterten Speicher lassen sich die Sticks aber nicht einbinden. Damit alles so funktioniert wie es soll, ist bei allen von uns getesteten Modellen eine App notwendig.

Wollt Ihr das zusätzliche Geld für mehr Gigabyte lieber sparen, könnt Ihr immer noch einen Trick ausprobieren, der zumindest einige hundert Megabyte freischaufelt. Dazu müsst Ihr bei vollem Speicher nur versuchen, einen Film aus iTunes herunterzuladen. Das klappt natürlich nicht, macht aber Speicher frei. Was genau dahinter steckt, lest Ihr hier.


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