Mit dem Smartphone im Urlaub: Diese Gesetze solltet Ihr kennen

Mit dem Smartphone unterwegs
Mit dem Smartphone unterwegs(© 2018 Unsplash/Andrik Langfield Petrid)

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch anstatt entspannt am Strand zu liegen, kann es schnell passieren, dass ihr mit leerer Urlaubskasse oder ohne Handy im Hotel sitzt. Der Grund: Andere Länder haben mitunter ganz andere Gesetze, was die Nutzung von Smartphones angeht.

Insbesondere Autofahrer sollten in fremden Ländern vorsichtig mit der Nutzung des Smartphones umgehen. Während der Beifahrer wie gewohnt liken und lesen darf, gelten für den Fahrer nämlich mal mehr mal weniger strenge Regeln.

Achtung, Autofahrer

Eine der härtesten Regelungen erfahren Autofahrer derzeit in Frankreich. Aufgrund eines Gerichtsurteils ist es dem Fahrer bei unseren westlichen Nachbarn verboten, das Smartphone zu verwenden, solange man sich im Straßenverkehr befindet. Das Smartphone darf also nur auf dem Parkplatz mit ausgeschaltetem Motor genutzt werden, nicht jedoch an der Ampel oder vor einem Geschäft haltend. Bei Missachtung werden Strafen ab 135 Euro fällig.

Auch in Deutschland gelten ähnlich strenge Regeln. Laut eines Urteils des Oberlandesgerichts Hamm ist es Autofahrern verboten, während der Fahrt ein Handy in die Hand zu nehmen – egal ob dieses über eine Mobilfunkverbindung verfügt oder nicht. Die Bedienung ist lediglich erlaubt, wenn sich das Smartphone in einer Halterung befindet. Wer erwischt wird, darf abhängig von der Gefährdung ab 100 Euro Bußgeld zahlen.

Anders sieht es in Australien aus: Wer mit dem Auto durch den roten Kontinent fährt, muss nicht nur auf den Linksverkehr achten, er darf auch das Smartphone berühren, wenn das Gerät mit einer Halterung gesichert ist. Liegt das Smartphone beispielsweise im Seitenfach oder der Mittelkonsole, ist die Gesprächsannahme nur ohne Berührung erlaubt, beispielsweise durch Sprachsteuerung oder ein Headset. Wer sich nicht daran hält, muss mit 400 AUD oder umgerechnet etwa 250 Euro Bußgeld rechnen.

Und selbst außerhalb des Autos müssen Smartphone-User mit Strafen rechnen, wie das Beispiel Hawaii zeigt. Auf der Pazifik-Insel kann es sogar ziemlich schnell teuer werden: Wer in der Hauptstadt Honolulu die Straße überquert und dabei erwischt wird, wie er auf sein Smartphone, Tablet oder Videokonsole sieht, muss 35 US-Dollar (umgerechnet knapp 30 Euro) zahlen. Bei Wiederholungstätern steigt die Strafe auf bis zu 99 US-Dollar

„Illegale“ Dienste

Nicht im Straßenverkehr, dafür im Internetverkehr handhaben einige Länder Verbote für bestimmte Dienste wie WhatsApp, Facebook oder Skype. VPN-Verbindungen umgehen solche Sperren. China bestraft die Nutzung nicht autorisierter VPN-Anbieter mit bis 2.000 Euro, Russland sogar mit 4.000 Euro. Im Iran werden zwischen 91 Tagen und einem Jahr Gefängnis fällig. Aber: Touristen werden nur selten verhaftet. Das Gesetz richtet sich vor allem gegen Oppositionelle. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es Privatnutzern zwar ebenfalls verboten, VPN-Dienste zu verwenden. Allerdings zielt das Gesetz vor allem auf Straftäter, die einen VPN-Dienst für illegale Handlungen verwenden. Die Folgen sind umgerechnet zwischen 115.000 Euro bis 461.000 Euro Geldstrafe sowie eine Gefängnisstrafe. Der Nachbarstatt Oman bestraft erwischte Nutzer eines nicht staatlich erlaubten VPN-Dienstes mit bis zu 2.900 Euro.

Fotos? Hier nicht.

Kein Urlaub wäre ohne Fotos auf Facebook oder Instagram komplett. Tatsächlich gilt in vielen Ländern die sogenannte Panoramafreiheit: Bilder, die ihr von einem öffentlich zugänglichen Ort schießt, sind erlaubt. Doch es gibt Ausnahmen. Stichwort: Urheberrecht. Das gilt unter anderem für Kunstwerke. Ein besonders gutes Beispiel liefert der Pariser Eiffelturm. Tagsüber erstellte Bilder dürft ihr seit 1993 problemlos teilen. Da erlosch das Urheberrecht des Erbauers Gustave Eiffel. Anders Nachtaufnahmen: Die Lichtershow am Abend gilt als eigenes Kunstwerk. Bei Privataufnahmen gibt sich der Betreiber aber inzwischen gelassen und bittet nur um den Zusatz „Copyright Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau“ unter dem Bild. Profi-Fotografen, die die Bilder verkaufen, müssen sich vorher eine Genehmigung einholen.

Beim Fotografieren von Menschen müsst ihr vor allem in Südkorea vorsichtig sein. Fotografiert ihr eine Frau ohne ihr Einverständnis, müsst ihr mit einer Anzeige wegen sexueller Nötigung und bis zu fünf Jahren Gefängnisstrafe rechnen. Aus diesem Grund ist das Kamerageräusch auf einem in Südkorea verkauften Smartphone immer aktiv.


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