Mit diesen Tricks und Apps holt ihr noch mehr aus eurem Fitnesstracker raus

Es gibt ein paar Tricks und Apps, mit denen ihr die Daten eurer Wearables noch besser überblicken und in Relation setzen könnt. Wir stellen sie euch vor.
Es gibt ein paar Tricks und Apps, mit denen ihr die Daten eurer Wearables noch besser überblicken und in Relation setzen könnt. Wir stellen sie euch vor.(© 2017 CURVED)

Fitnesstracker und -Apps sammeln allerhand wertvolle Daten. Die nützen ohne eine sinnvolle Auswertung aber herzlich wenig. Wir zeigen euch, wie ihr all eure Fitnessdaten in Relation setzt und Wearables und Apps effizienter nutzen könnt: So erkennt ihr falsche Fitnessmuster und bleibt motiviert.

Zurückgelegte Schritte und Treppenstufen zählen, die Herzfrequenz überwachen, Sportarten automatisch erkennen und den Kalorienverbrauch tracken, die Schlafphasen aufzeichnen, Erinnerungen an regelmäßige Bewegung oder an ein Glas Wasser, Fitness-Challenges und integrierte Ernährungstagebücher: Fitnesstracker sind wahre Multitalente und unverzichtbar geworden für alle, die sich mithilfe eines digitalen Coaches motivieren wollen. Immerhin besitzt laut einer Bitcoin-Umfrage von 2016 bereits jeder dritte Deutsche ein Fitness-Wearable. Doch was nützen all die schlauen Fitnessdaten, wenn man nichts damit anzufangen weiß? Technisch sind die smarten Armbänder und Uhren absolut auf der Höhe, aber selbst die zugehörigen Apps werten die wertvolle Datenfülle nur zum Teil aus. Egal welches Modell ihr besitzt: Wir zeigen euch, mit welchen vier Apps und Tools ihr noch mehr rausholt:

1. Mehr Durchblick und Weitsicht: Eigene Fitnessdaten-Protokolle erstellen mit der App "IFTTT"

Wearables haben ihre eigene App, die Daten in Standard-Speichern dokumentieren und in eigenen Anzeigenformaten einordnen. Wer schon mehrere Wearables verschiedener Hersteller ausprobiert hat, weiß: Bei dem einen ist die Hardware top während der nächste dafür mit der Software überzeugt. Warum also nicht auf die genaueren Werte setzen und diese dann aber in einem Programm der Wahl auswerten? Der kostenlose Service namens IFTTT steht für die Formel "If This Then That", was auf Deutsch so viel heißt wie: "Wenn das, dann das...". Die IFTTT-Plattform ist mit diversen Companion-Apps kompatibel – etwa mit Google Fit und Apple Health, Samsung, Fitbit, TomTom, Garmin, Nokia beziehungsweise Withings und vielen weiteren Diensten.

Man kann seine Fitnessdaten hier also aus verschiedenen Quellen individuell graphisch umsetzen, etwa in Kalkulationstabellen. Das Ganze lässt sich auf Wunsch auch über soziale Netzwerke teilen: Einfach bei IFTTT anmelden, Apps und Tracker auswählen und Formeln festlegen – etwa sportliche Daten über einen längeren Zeitraum vergleichen, Challenges ausrufen oder Erinnerungen programmieren, wenn die Motivation nachlässt. Dies und vieles mehr geht einfach und mit wenigen Klicks. Die App ist nur auf Englisch verfügbar, lässt sich aber für 400 weitere Apps und Smart Home Anwendungen zur Steuerung, Datensicherung oder Informations- oder Entertainment-Zwecken nutzen und hat hat 2015 den Jurypreis für die "Beste mobile App" der "Global Mobile Awards" gewonnen. Hier gibt es die IFTTT-App gratis für Android und iOS.

2. Verhaltensmuster und Zusammenhänge im Fitnessalltag erkennen mit "Exist"

Fitnesstracker verraten uns, wieviel wir uns bewegen. Allerdings sagen sie uns nicht, wie sich unsere Aktivität auf unsere Fitness oder unser Wohlbefinden auswirkt: Das können aber andere Datendienste leisten. "Exist" ist einer der besten. Er verknüpft verschiedene Tracker-Konten, aber auch Fitness-Apps wie Strava oder Runkeeper und erkennt Wechselbeziehungen – etwa wenn ich Tagebuch führe oder eine Wetter-App zur Auswertung heranziehe. Auch ob man zum Frühsport geboren ist oder abends besser performt lässt sich hier ablesen. Oder welche Playlist am besten antreibt. Sogar die Aktivitäten und Posts in sozialen Netzwerken lassen sich mit den Fitnessdaten in Korrelation setzen. Vielleicht hattet ihr viel Stress oder wart besonders motiviert und habt dementsprechend gut oder mies trainiert? Es kann äußerst spannend sein, seinen Fitnessalltag mal als großes Ganzes zu betrachten: Die englischsprachige Exist-App kann 30 Tage kostenlos als Web-Version oder für Android und iOS ausprobiert werden und kostet dann gut 5 Euro im Monat oder knapp 50 Euro im Jahr.

3. Herausforderungen suchen und mit Freunden messen

Sharing is Caring: Keine Angst vorm Posen – wer seine Fitnessziele und Erfolge heraus posaunt, bleibt motivierter. Herausforderungen triggern den Ehrgeiz zusätzlich, also ruft eine Challenge aus. Obwohl die meisten Tracker und Fitness-Apps Möglichkeiten bieten, Daten zu teilen und sich mit der Community zu messen, hilft das nicht, wenn im Freundeskreis alle unterschiedliche Tracker und Dienste nutzen.

Mit Strava könnt ihre eure Sporteinheiten nicht nur tracken, sondern auch teilen und euch so mit Freunden messen.(© 2018 CURVED)

Beispielsweise könnt ihr euch mit einer Apple Watch verbinden, sofern ihr alle eine solche besitzt: Einfach die Aktivitäts-App auf dem verbundenen iPhone öffnen, Kontakte auswählen und freigeben, fertig. So lassen sich Workouts von Freunden verfolgen und direkt übers Handgelenk feiern oder belächeln. Ähnlich einfach funktioniert es mit der Tracking- und Community-App "Strava" (kostenlos für iOS und Android): Hier könnt ihr euch messen im Rad- und Laufsport, aber auch im Skifahren, Kiteboarding, CrossFit, Kayak, Inlineskating, Bergsteigen, Surfen und Yoga. Geht dafür in eurem Strava-Profil einfach auf den Freunde-Button und sucht eure Kontakte über das Telefonbuch oder Facebook. So bleibt ihr immer auf dem Laufenden und könnt eure getrackten Aktivitäten nicht nur mit Freunden teilen, sondern auf Wunsch auch über soziale Netzwerke.

4. Fitnessdaten in einer Anwendung sammeln und Tracker und Apps nach Kompatibilität wählen

Wer seine Fitness-Daten von mehreren Apps und Geräten an einem Ort zusammenfassen möchte, hat mehrere Möglichkeiten: Apple Health und Google Fit sind aktuell wohl die besten Anwendungen dafür. Apple Health ist auf iOS vorinstalliert und Google Fit bereits auf vielen Android-Geräten zuhause. Falls nicht, kann man es kostenlos herunterladen.

Während Apple Health einen umfassenden Gesamteindruck von Fitness und Gesundheit liefert, fungiert Google Fit eher wie ein Basic-Fitnessstracker. Trotzdem dokumentieren beide Dienste den lieben langen Tag lang eure Aktivitäten über Smartphone-Sensoren und gekoppelte Apps: Wem das Hantieren mit verschiedenen Apps und den hier vorgestellten Tools zu kompliziert ist, der sollte darüber nachdenken, direkt in eine Smartwatch zu investieren: Die Apple Watch arbeitet Hand in Hand mit Apple Health und Android Wear nutzt von Haus aus Google Fit.

Google Fit fasst viele App-Daten zusammen, ist aber auch nicht mit jedem Wearable kompatibel.(© 2018 CURVED)

Überlegt euch gut, welches Betriebssystem besser zu euch und euren Bedürfnissen passt und legt euch dann fest. Viele Fitnesstracker anderer Anbieter unterstützen ebenfalls Apple Health und Google Fit – beispielsweise Misfit und Withings. Fitbit hingegen hält seine Daten lieber in der eigenen Anwendung unter Verschluss. Fragen der Kompatibilität sollte man daher am besten vor dem Kauf eines neuen Wearables klären.

Zusätzlich zu Wearables könnt ihr auch viele Fitness-Apps mit Apple Health oder Google Fit koppeln: Strava, Runtastic und Runkeeper zum Beispiel. Auch hier empfiehlt sich der Kompatibilitäts-Check, bevor ihr euch eine neue App runterladet.

Fazit: Warum sich der ganze Aufwand lohnt

Am Ende gilt: Viele Dienste helfen viel, wenn es darum geht, eine Fülle an Fitnessdaten zu gewinnen. Allerdings nützen die wiederum nur etwas, wenn man sie auch interpretieren und miteinander in Relation setzen kann. Und kein Mensch schaut gern in zig Apps, um ein Fitness-Gesamtbild zu erhalten. Das kann sich aber lohnen, wie uns Personal Trainerin Maria im Interview verraten hat: Fitnesstracker geben einen prima Überblick über die tatsächliche Bewegung und den Energieverbrauch. Der ist entscheidend für Ernährungs- und Trainingspläne – ganz gleich, ob man abnehmen, Muskeln aufbauen oder fitter werden möchte. Denn in erster Linie geht es darum, den eigenen Körper lesen zu lernen – nur so kann man ihn auch erfolgreich verändern. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Tracken!

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