Mobile Payment: Wie sicher ist das Bezahlen mit NFC?

Mit NFC-Chip lässt sich auf kurzer Distanz bezahlen.
Mit NFC-Chip lässt sich auf kurzer Distanz bezahlen.(© 2014 iStock.com/LDProd)

Bisher ist das Bezahlen per Near Field Comunication (NFC) mit dem Smartphone noch nicht sehr verbreitet – obwohl es den Nutzern scheinbar viele Vorteile bringt. Viele Modelle haben heute einen Chip implementiert, mit dem dieses bargeldlose Bezahlen möglich ist; in der Regel muss dieser Chip zuvor mit einem Betrag aufgeladen werden, etwa bei der Sparkasse. Doch das Prinzip des Mobile Payment wird in erster Linie wegen Sicherheitsbedenken von vielen Geschäften nicht angeboten. Außerdem stellt sich die Frage, wer wirklich hauptsächlich von dem bargeldlosen Zahlungsverkehr profitiert. Hier findest du eine Übersicht über die Vor- und Nachteile des Mobile Payment.

Mit Mobile Payment Zeit beim Einkaufen sparen

Das Bezahlen per NFC ist derzeit vor allem mit EC-Karten der Sparkassen und vielen Smartphones möglich. Vorteile ergeben sich für den Nutzer von Mobile Payment in erster Linie dort, wo Warteschlangen entstehen, also zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Überall dort, wo es um kleine Beträge geht, kann mit der Nutzung von NFC also Zeit gespart werden. Das Smartphone muss dazu maximal 4 cm vom Lesegerät entfernt gehalten werden, schon wird der Betrag abgebucht und ein optisches wie auch akustisches Signal bestätigt die Bezahlung. Erst ab Beträgen von mehr als 25 Euro muss ein persönlicher Code eingetippt werden – ebenso wird ab der sechsten Zahlung – egal in welcher Höhe – der Sicherheitscode abgefragt.

Bisher ist das Mobile Payment in Deutschland noch nicht so verbreitet, dass Nutzer sich darauf verlassen könnten, überall per NFC bezahlen zu können. Außerdem sind es vor allem die Kreditinstitute, die durch das bargeldlose Bezahlen an Kosten sparen, da sie mit Bargeld den größten Aufwand haben.

Sicherheitslücken der NFC rufen Datenschützer auf den Plan

In der Regel werden die Daten bei der NFC verschlüsselt – Probleme ergeben sich allerdings aus der rechtlichen Situation. Denn eine Verschlüsselung der Daten vonseiten der Betreiber ist nicht zwingend erforderlich. Dies führt zu Sicherheitslücken, wie der Sicherheitsexperte Thomas Skora im Juni 2012 beweisen konnten: Mithilfe eines Android-Smartphones und einer App lassen sich die Daten von einer NFC-Karte auslesen. Zum dies bewerkstelligen zu können, ist zwar Fachwissen erforderlich; dies sollte jedoch kein Argument sein, um die Sicherheitslücken bestehen zu lassen.

Wenn ein Bezahlvorgang per Mobile Payment abgeschlossen wird, speichert das Smartphone Daten über den Nutzer und die Bezahlung auf dem sogenannten Secure Element. Dieser Bestandteil des Smartphones ist theoretisch gegen Manipulationen geschützt; problematisch wird es dann, wenn das Handy verloren wird. Ebenfalls unklar ist, auf welche Daten die Händler Zugriff haben – und diese haben nachweislich ein großes Interesse daran zu wissen, wer wann wo wie viel bezahlt hat.

Tipps für mehr Sicherheit beim Mobile Payment

Wenn eine NFC-Karte vorhanden ist, kann durch einen dicken Geldbeutel der Zugriff auf die Daten zumindest erschwert werden. Auch spezielle Hüllen für physische NFC-Karten sind für etwa fünf Euro erhältlich, die drahtlose Spionage verhindern können. Für Smartphones gibt es bislang keine derartigen Schutzvorrichtungen – deshalb sollte genau abgewogen werden, ob die Vorteile die Risiken beim Mobile Payment mit NFC überwiegen.

Zusammenfassung

  • Mit dem Mobile Payment per NFC lässt sich vor allem Zeit sparen und Warteschlangen umgehen
  • Die Technik ist noch nicht ausgereift und weit verbreitet, weshalb sich Nutzer nicht darauf verlassen können, überall per NFC bezahlen zu können
  • Die NFC-Bezahlung weist Sicherheitslücken auf, da Daten der Karte von Dritten ausgelesen werden können
  • Der Nutzer gibt durch Mobile Payment wertvolle Informationen über sein Zahlungsverhalten an den Anbieter weiter – ohne Gegenleistung

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