Nach NSA-Skandal: Mit Duckduckgo anonym im Netz suchen

Duckduckgo will anonymes Suchen ermöglichen
Duckduckgo will anonymes Suchen ermöglichen(© 2012 istock.com/sparhawk4242)

Dienste, die ihnen ein anonymes Surfen im Netz ermöglichen, haben Konjunktur – wie beispielsweise die Suchmaschine Duckduckgo. Immer mehr Internet-Nutzer suchen nach Alternativen zu den Marktführern, um im Internet möglichst wenig Spuren zu hinterlassen.

Für die Suchmaschine Duckduckgo gab es in ihrer noch jungen Unternehmensgeschichte zwei Zeitpunkte, an denen ihre Nutzerzahlen in die Höhe schnellten: die Änderung in den Datenschutzrichtlinien von Google 2012 und Edward Snowdens Enthüllungen über die Praktiken der NSA im Jahr 2013.

Im Falle von Google wurden viele Nutzer davon abgeschreckt, dass der Konzern die erhobenen Daten von allen seinen Diensten zusammenführen wollte – also von der Suchmaschine selbst, den E-Mail-Konten von G-Mail und auch von dem Videoportal Youtube.

Der NSA-Skandal ein Jahr später war ebenfalls ein Weckruf für viele Internet-Nutzer, sorgsamer mit ihren Daten umzugehen und möglichst wenig Spuren beim Surfen zu hinterlassen. Infolgedessen vervielfachten sich die Nutzerzahlen von Diensten wie Duckduckgo: 2012 stiegen die Anfragen bei der Suchmaschine auf 1,5 Millionen pro Tag, im Folgejahr dann auf über vier Millionen.

Suchanfragen ohne Datenspeicherung

Das Prinzip von Duckduckgo beruht darauf, keine Daten über die Suchanfragen der Nutzer zu sammeln. Im Gegensatz zu Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo gibt es keine angemeldeten Nutzer, und die Suchmaschine versucht nicht, die Suchergebnisse anhand von vorherigen Anfragen zu optimieren.

Außerdem gibt es bei Duckduckgo keine sogenannten Tracking Cookies, mit denen Nutzer identifiziert und erkannt werden können. Grundlage für die Suchanfragen ist das Kommunikationsprotokoll "https", das im Gegensatz zu "http" verschlüsselt arbeitet.

Nahezu anonymes Surfen ist möglich

Auch mit weiteren Diensten wie Proxify oder Tor lässt sich mehr Anonymität beim Surfen im Internet erreichen. Diese funktionieren nach dem Prinzip von ständig wechselnden IP-Adressen, die dem Nutzer zugewiesen werden. Dadurch können sich Nutzer im Internet relativ frei bewegen, ohne dass die Spuren beim Surfen zurückverfolgt werden können – auch über die bloße Eingabe von Schlagwörtern bei Suchmaschinen hinaus. Eine Anonymität von 100 Prozent können allerdings auch diese Dienste nicht gewährleisten.

Zusammenfassung

  • Wer vermeiden möchte, dass Suchmaschinen Daten über das Nutzungsverhalten sammeln, nimmt Dienste wie Duckduckgo in Anspruch
  • Diese Suchmaschine arbeitet mit dem verschlüsselten Web-Standard "https" und verwendet keine Tracking Cookies
  • Auch ein relativ anonymes Surfen ist durch Netzwerke wie "Tor" oder den Web-Dienst "Proxify" möglich

Weitere Artikel zum Thema
So soll Android P euer Smart­phone siche­rer machen
Michael Keller1
Android P will euch vor unerlaubtem Kamerazugriff schützen
Mit Android P sollen eure Smartphones sicherer werden: Die neue Version des Betriebssystems soll den Zugriff von Apps auf die Kamera begrenzen.
Keine Lust auf unge­wollte Selfies: So viele Nutzer decken ihre Kamera ab
Francis Lido
Viele Nutzer fürchten sich vor Hackern
Viele Nutzer trauen der Kamera auf ihrem Smartphone nicht. Laut einer Bitkom-Erhebung deckt jeder Vierte die Knipse auf seinen Geräten ab.
Projekt Sixpack: So defi­niert ihr eure Bauch­mus­keln bis zur Bade­sai­son
Tina Klostermeier2
Diese Dame ist nah dran, aber auch noch nicht ganz am Ziel: Wir verraten euch, wie man das Sixpack freilegt.
Seid froh, dass ihr für das Projekt Sixpack noch ein paar Monate Zeit habt, denn ein paar Sit-ups am Tag machen noch lange keinen Waschbrettbauch...