Netflix in Deutschland nutzen: Kann und darf man das?

Mit Netflix können Serien im Original angesehen werden.
Mit Netflix können Serien im Original angesehen werden.(© 2014 Netflix)

Wer sich in Deutschland bei dem Streaming-Dienst Netflix anmelden möchte, wird schnell erfahren: Die Registrierung ist offiziell nur dann möglich, wenn Ihr in den USA lebt. Mit einem Trick lässt sich die Sperre aber auch hierzulande umgehen, sodass Ihr neue Folgen von Serien wie „House of Cards“ zeitnah und im Original anschauen könnt. Rechtlich begebt Ihr Euch aber dazu in eine Grauzone.

VPN-Client nutzen und IP-Adresse verschleiern

Netflix hat sein Angebot von Serien und Filmen exklusiv für den US-Markt reserviert. Das bedeutet, dass Menschen aus anderen Ländern automatisch ausgeschlossen werden. Der Streaming-Dienst erkennt das Ursprungsland eines Interessenten anhand der IP-Adresse. Doch mit sogenannten VPN-Clients könnt Ihr die eigene IP-Adresse verstecken, sodass Netflix denkt, dass die Anmeldung aus den USA erfolgt. Beispiele hierfür sind die Dienste HideMyAss, Private Tunnel oder auch Unblock US. Gegen eine Gebühr bieten sie die Möglichkeit, einen Server in einem beliebigen Land als Ursprung für die IP-Adresse zu verwenden.

Das Vorgehen ist nicht illegal, sondern bewegt sich nach aktueller Gesetzeslage in einer rechtlichen Grauzone. Denn: Die sogenannte Proxy-Sperre von Netflix ist in der vorherrschenden Meinung der Juristen keine Maßnahme, die zum Schutz des Urheberrechts ergriffen wird. Aber auch, wenn Nutzer von VPN-Diensten nicht gegen deutsches Recht verstoßen – möglicherweise werden dadurch die AGB des Streaming-Anbieters verletzt, was eine Sperrung zur Folge haben kann.

Aus Deutschland bei Netflix anmelden

Um ein Konto bei Netflix zu erhalten, müssen sich Nutzer entweder mit einer E-Mail-Adresse oder einem Facebook-Account anmelden auf der offiziellen Seite anmelden. Auch die Einrichtung eines Passworts ist an dieser Stelle des Registrierungsvorgangs erforderlich. Bei den Abos gibt es Unterschiede bezüglich des Umfangs und der Laufzeiten: Je nachdem, mit wie vielen Geräten Netflix genutzt werden soll, ist der Preis höher oder niedriger. Die Kosten für die Nutzung mit einem Gerät betragen derzeit etwa acht US-Dollar. Zur Bezahlung muss eine Kreditkarte vorhanden sein, da die Bezahlung mit PayPal ebenfalls nur aus den USA möglich ist.

Wenn die Bezahlung mit einer deutschen Kreditkarte nicht akzeptiert wird, gibt es noch die Möglichkeit, eine virtuelle Kreditkarte wie etwa mywiredcard zu nutzen. Dazu ist es aber nötig, eine Wohnadresse innerhalb der USA anzugeben. Auch hierbei ist zu beachten, dass falsche Angaben die AGBs von Netflix verletzen könnten und einen Ausschluss von dem Streaming-Angebot zur Folge haben können.

Zusammenfassung

  • Der Streaming-Dienst Netflix beschränkt sein Angebot auf die USA
  • Anhand der IP-Adresse kann der Anbieter feststellen, aus welchem Land ein Interessent kommt
  • Mit VPN-Clients lässt sich die wahre Herkunft verstecken
  • Wenn die Anmeldung mit einer deutschen Kreditkarte nicht funktioniert, muss eine virtuelle Kreditkarte verwendet werden
  • Eine virtuelle Kreditkarte benötigt eine Meldeadresse innerhalb der USA
  • Dieses Vorgehen ist nicht illegal, kann aber gegen die AGB von Netflix verstoßen und zu einem Ausschluss führen

Weitere Artikel zum Thema
Netflix soll 80 "Origi­nals"-Filme für 2018 planen
Francis Lido1
Netflix plant für 2018 günstige Indie-Filme und teure Blockbuster
Netflix setzt noch stärker auf Eigenproduktionen: Insgesamt 80 Filme verschiedenster Größenordnung will der Streaming-Dienst 2018 selbst produzieren.
Galaxy S8 soll Porträt-Modus per Update erhal­ten
Francis Lido1
Das Galaxy S8 soll einen Porträt-Modus bekommen
Samsungs Kundendienst zufolge könnte das Galaxy S8 nachträglich einen Porträt-Modus erhalten – per Software-Update.
Apple Pay Cash: Tests für neuen Bezahl­dienst ausge­wei­tet
Christoph Lübben
Mit Apple Pay Cash könnt Ihr Kontakten über iMessage Geld überweisen
Der Test geht weiter: Apple Pay Cash kann wohl nun von noch mehr Personen verwendet werden. Womöglich kommt die Funktion tatsächlich mit iOS 11.1.