Outdoor-Sport trotz Heuschnupfen? So wappnet ihr euch gegen Pollen

Für viele Pollenallergiker ist jetzt an Outdoor-Sport nicht zu denken. Wir haben Tipps, wie ihr euch gegen Heuschnupfen wappnet.
Für viele Pollenallergiker ist jetzt an Outdoor-Sport nicht zu denken. Wir haben Tipps, wie ihr euch gegen Heuschnupfen wappnet.(© 2018 Shutterstock / Jaromir Chalabala)

Hurra, endlich Frühling! Die Freude und Lust auf Outdoor-Sport verfliegen bei Pollenallergikern vermutlich so schnell wie die kleinen "Flugobjekte" wirbeln. Gegen Pollen ist leider immer noch kein Kraut gewachsen – und wenn, wären Betroffene auch dagegen allergisch. Wir haben ein paar Tipps, wie ihr euch wappnen und trotzdem sportlich draußen durchstarten könnt.

Endlich wieder Sonne und blühende Landschaften: Damit fleuchen und kreuchen allerdings auch die für Allergiker so unliebsamen Pollen wieder munter durch die Lüfte. Inzwischen ist jeder Fünfte hierzulande von Heuschnupfen betroffen, Tendenz steigend. Tatsächlich reagiert man nicht allergisch auf Heu, sondern auf Eiweiße von Pflanzenpollen in der Luft. Verquollene Trän-Augen, erschöpftes um die Wette Schniefen und Schnauben, begleitet von einem Röcheln tief aus den Bronchien – die Symptome können denen einer Erkältung ähneln und sind ein echter Motivationskiller für Sport und Aktivitäten im Freien.

5 Tipps für sportliche Pollenallergiker

Aus ärztlicher Sicht spricht für Pollenallergiker nichts gegen Sport im Freien, sofern man richtig vorsorgt und auf seinen Körper hört. Sogenannte Antihistaminika helfen am besten, wenn man sie schon nimmt, bevor die Symptome voll zuschlagen. Darüber hinaus sollten Sportler mit Heuschnupfen ein paar weitere Tipps beachten:

1. Vermeidet Outdoor-Sport, wenn es sehr windig ist

Der Wind wirbelt die Allergene besonders auf. Besonders pollenrein ist die Luft hingegen etwa eine halbe Stunde nach einem Regenschauer. Gute Nachrichten für alle Hamburger, was? Mit kostenlosen Wetter-Apps wie "Regenradar" (iOS und Google Play) habt ihr die Regenprognose für die kommenden 90 Minuten immer auf dem Schirm.

2. Städter sollten auf Frühsport setzen

Wer in der Stadt wohnt und unter einer Polenallergie leidet, sollte sein Training in die frühen Morgenstunden legen. Dann ist die Pollenkonzentration am geringsten. Über den Tag wirbelt der Stadttrubel die Pollen stark auf. Wer auf dem Land wohnt, kann abends wunderbar trainieren, sollte aber, so gut es geht, einen Bogen um Wiesen und Felder machen und lieber durch einen Nadelwald laufen.

3. Stresst den Körper nicht zusätzlich

Leidet ihr gerade besonders stark an Heuschnupfen, solltet ihr auf euren Körper hören, statt ihn zusätzlich zu stressen, durch Sport plus hohe Pollenbelastung. Ansonsten kann auch das Risiko für allergisches Asthma steigen. Setzt lieber ein paar Tage aus und lasst euch von eurem Arzt über die Medikation und Trainingsintensität beraten und ob eventuell eine Hyposensibilisierung für euch in Frage kommen könnte.

4. Mittel aus der Natur können zusätzlich Beschwerden lindern

Es kann sein, dass Antiallergene, die man morgens einnimmt, am Abend kaum noch Wirkung zeigen. Hier kann es helfen, die Tabletten vielleicht immer abends, eine hable Stunde vor dem Training zu nehmen.

Zusätzliche Linderung gegen die typischen Allergiesymptome können auch natürliche Mittel bieten. Mit einer Nasenspülung mit Salzwasser könnt ihr die Pollen sanft auswaschen und die Nasenschleimhaut desinfizieren: Dafür löst ihr einen Teelöffel Kochsalz in einem Viertelliter lauwarmen Wasser auf. Spezielle Nasenduschen gibt es für wenig Geld in jeder Drogerie. Außerdem könnt ihr mit Fenchelöl inhalieren, um die Bronchien zu befreien, oder mit Pfefferminzöl beziehungsweise Tigerbalsam Spannungskopfschmerzen weg massieren. Lauwarme Kamilletee-Beutel sind eine Wohltat für geschwollenen Augenlider. Weiterer solcher Natur-Rezepte gibt's bei Oma oder in der Hausmittel-App: Die bietet mehr als 200 Mittel aus der Natur, aber von Apothekern verifiziert.

5. Macht die Schotten dicht

So hart es klingt: Es mag ein paar Tage geben, an denen Allergiker besser drinnen bleiben, weil die Symptome zu schlimm sind oder die Antihistaminika extrem müde machen. Dann sorgt am besten aber auch dafür, dass euer Zuhause einen pollenfreie Zone bleibt: mit Gitternetzen an den Fenstern und Stoßlüften, wenn die Pollenkonzentration am geringsten ist. Außerdem solltet ihr eure Straßenkleidung direkt zuhause wechseln und vor dem Schlafengehen vor allem die Haare waschen – ansonsten wälzt ihr euer Gesicht die ganze Nacht in Pollenstaub.

Manchmal hilft für Pollenallergiker nur noch: untertauchen...(© 2018 Shutterstock/Maxisport)

Auch tägliches Staubsaugen und nasse Handtücher als Pollenfänger aufzuhängen sind hilfreiche Maßnahmen, damit die Wohnung möglichst "clean" bleibt. Hier könnt ihr dann wenigsten Indoor-Training betreiben, etwa mit einer Yoga-Anwendung oder HIIT-Bodyweight-App sowie einem Online-Fitnessstudio oder YouTube-Fitness-Kanal. Alternativ könnt ihr auch einfach im Schwimmbad untertauchen – oder in dem Monat, wo es für euch am Heftigsten blüht, in ein pollenfreies Land verreisen.

Von Frühwarn-Diensten bis hin zum digitalen Pollen-Tagebuch

Tröstet euch: Zum Glück sind die allergischen Reaktionen begrenzt auf die Blütezeit der jeweiligen Pflanze. Um lästigen Symptomen mit den richtigen Tabletten, Sprays und Salben vorzubeugen, gibt es diverse Frühwarn-Systeme per App:

App der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

Nicht nur das Wetter lässt sich mehrere Tage im Voraus vorhersagen, sondern auch, welche Pollen euch in nächster Zeit um die Nase schwirren. Nach einer Standortbestimmung stellt euch diese App die allgemeine Belastungsvorhersage der nächsten drei Tage zusammen. Eine Skala von eins bis fünf hilft, die Lage einzuschätzen. Ihr könnt die Allergene und eure Standorte auch personalisieren – dann erscheinen nur Belastungsvorhersagen, die für euch relevant sind. Im Pollentagebuch könnt ihr Symptome und Medikation dokumentieren und mit eurem Arzt teilen. Ein Lexikon zu den verschiedenen Allergenen und Push-Nachricht über erhöhte Werte in eurer Nähe runden die App ab.

Verfügbarkeit und Kosten: gratis für Android und iOS.

Die umfangreiche Beta-App des Deutschen Polleninformationsdienstes hilft euch, die Pollensituation einzuschätzen.(© 2018 CURVED)

Der elektronische AllergiePass

Für den Notfall: Mit dem elektronischen "AllergiePass" habt ihr alle Infos zu euren Allergien stets dabei und könnt für sämtliche Familienmitglieder ein persönliches Allergie-Profil mit Symptomen und Medikamenten erstellen. Der Clou: Diese App hinterlegt, welche Medikamente ihr im Notfall braucht und welche Angehörigen oder Ärzte zu kontaktieren sind. Integriert ist zudem ein Notfallplan für allergische Schocks. Die App beinhaltet einen Ratgeber zu Allergien sowie Infos und Detailbilder zu allergenen Pflanzen und ihrer Blühzeit. Auch Daten zu Pollen- und Wetterprognosen für einzelne Regionen und deren aktuelle Luft- und Schadstoffbelastungen sind enthalten.

Verfügbarkeit und Kosten: für Android und iOS, kostenlos.

Die Pollenflug Vorhersage

Die "Pollenflug Vorhersage" von Hexal wartet mit vielen Funktionen für die Allergie-Saison auf. Dazu zählt die siebentägige Pollenflug-Vorhersage für 14 allergieauslösende Pflanzen. Die Darstellung erfolgt übersichtlich über Karten, wobei ortsgenau gesucht werden kann – manuell oder per GPS. Auch bei dieser App können bestimmte Pollen und Orte hinterlegt werden. Die Lesbarkeit ist dank verschiedener Symbole besonders freundlich gestaltet – auch für User mit einer Rot-Grün-Sehschwäche. Integriert sind zudem ein Jahres-Pollenflugkalender und ein "Deutschland-Trend": Wie entwickelt sich der aktuelle Pollenflug bei uns? Auch eine Push-Alarmfunktion für "eure" Pollen ist mit dabei. Dreimal täglich aktualisiert die App ihre Vorhersagen. Ihr findet auch einen Allergie-Selbsttest und Notruf-Telefonnummern.

Verfügbarkeit und Kosten: gratis für Android und iOS.

Weiterführende Tipps für eure sportliche Outdoor-Saison

Wir wünschen euch einen schönen Frühling, möglichst ohne Schniefnase und mit einer extra Portion Motivation für eure sportlichen Ziele. Falls ihr noch auf der Suche nach Trainingstipps für die Outdoor-Saison seid: Für Fahrradfahrer haben wir die besten Apps gesammelt und für Läufer effektive Kraftübungen, die jede noch so kleine Joggingrunde in ein super Ganzkörper-Workout verwandeln. Fehlt nur die noch die passende Sportuhr: Hier gibt es Empfehlungen der CURVED-Redaktion.


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