Passwort-Apps: So schützt Ihr Eure Daten vor Fremden

SlickLogin hängt Accounts ein innovatives Schloss vor.
SlickLogin hängt Accounts ein innovatives Schloss vor.(© 2014 CC: Flickr/CarbonNYC)

Facebook, Online-Bankkonto, E-Mail-Account – wer kann sich schon alle seine Passwörter merken? Heartbleed hat gezeigt, dass die persönlichen Passwörter besser nicht online oder ohne zusätzliche Verschlüsselung auf der Festplatte abgelegt werden.

Passwort-Apps helfen Euch dabei, die Kennwörter in einer Datei anzulegen – ohne dass diese von dritten Personen entschlüsselt werden können. Wir haben eine Übersicht zu gängigen Passwort-Apps für die Betriebssysteme iOS und Android erstellt, die Euch bei der Auswahl des geeigneten Passwort-Tresors unterstützen können.

1Password: Sicher, aber in der Vollversion nur für iOS

1Password

Die Passwort-App 1Password bietet eine einfache Handhabung und eine sichere Verschlüsselung Eurer Daten. Zum Einsatz kommt bei der App die auch von Militärs genutzte 256-Bit AES-Verschlüsselung. Mit 1Password könnt Ihr Euch auch Passwörter generieren lassen, falls Euch keine einfallen. Praktisch ist auch die Möglichkeit, den in die App integrierten Browser nutzen zu können – so habt Ihr automatischen Zugriff auf Eure Passwörter und müsst die App nicht verlassen. Die App 1Password ist für das Betriebssystem iOS zum Preis von 7,99 Euro erhältlich.
Für Android-Geräte gibt es die kostenlose App 1Password Reader, die ebenfalls von AgileBits Inc. entwickelt wurde. Diese bietet bisher nicht den vollen Funktionsumfang von 1Password – Ihr könnt aber beispielsweise auf die gespeicherten Passwort-Informationen zugreifen und zudem die Daten mit Eurem Mac oder PC abgleichen. Eine Bearbeitung der Daten auf dem mobilen Gerät ist derzeit aber noch nicht möglich.

iPIN- Secure Safe: Einfache Bedienung

iPIN

Die Passwort-App iPIN überzeugt in erster Linie durch eine intuitive Bedienung und große Sicherheit. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die App sich automatisch sperrt, wenn Ihr eine Weile nichts eingebt. Dabei werden alle Daten nach einer Minute gelöscht, die nur in der Zwischenablage gespeichert wurden. Praktisch ist auch, dass Ihr zum Entsperren ein Wisch-Muster festlegen könnt – so müsst Ihr Euch kein Passwort merken, um an Eure Passwörter zu gelangen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die gesicherten Daten mit dem PC oder Mac zu synchronisieren. Die App iPIN ist für iOS und Android zum Preis von 3,59 Euro erhältlich.

MobileSitter: Verschlüsselung durch Schütteln

MobileSitter

Die Passwort-App MobileSitter wurde vom renommierten Fraunhofer Institut mitentwickelt, das schon für die Entwicklung des Formats MP3 verantwortlich war. Eine besondere Funktion der Anwendung soll vor unerlaubtem Zugriff schützen: Sobald jemand ein falsches Masterpasswort eingibt, erhält er scheinbar Zugriff auf die Daten – tatsächlich werden die angezeigten Passwörter aber per Zufallsgenerator erstellt. Praktisch ist auch, dass Ihr die Passwörter durch das Schütteln des Smartphones verschlüsseln könnt. Die App MobileSitter ist für Android zum Preis von 5,49 Euro erhältlich. Für iPhone, iPad oder iPod Touch heißt die Anwendung iMobileSitter und kostet ebenfalls 5,49 Euro.

eWallet: Gute Verschlüsselung, umständliche Bedienung

eWallet

Wie die Konkurrenz 1Password nutzt auch die App eWallet die 256-Bit AES-Verschlüsselung zur Sicherung Eurer Daten. Ähnlich wie iPIN bietet auch diese Anwendung eine automatische Sperre, sobald eine bestimmte Zeit ohne Eingabe verstrichen ist. Auch eine Synchronisation mit Daten von PC oder Mac ist möglich. Nachteilig ist an eWallet vor allem die Bedienung: Dinge wie unbeschriftete Buttons oder doppelte Passworteingaben können bei der Nutzung nerven. Für das Betriebssystem Android kostet die App eWallet 7,77 Euro; für iOS beträgt der Preis 8,99 Euro.

mSecure Passwort-Manager: Viele Funktionen – ohne Passwortschutz

mSecure Password Manager

Positiv an der Passwort-App mSecure ist, dass die Autosperre zuverlässig funktioniert. Dafür kann auch auf die Anwendung zugegriffen werden, ohne das Masterpasswort einzugeben. mSecure bietet wie 1Password einen integrierten Browser an – leider kann dieser nicht automatisch auf die gespeicherten Passwörter zugreifen. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, um die Daten zu individualisieren und zu ordnen, zum Beispiel 270 Icons und Ordnerfunktionen. Die Passwort-App mSecure Passwort-Manager ist für iOS zum Preis von 8,99 erhältlich; für Android kostet die App 7,99 Euro.

MiniKeePass – Secure Password Manager

MiniKeePass

KeePass ist eine Open Source-Software, die für die sichere Verwaltung von Passwörtern gedacht ist. Mit der App MiniKeePass könnt Ihr als Inhaber eines iOS-Gerätes die gespeicherten Passwörter auch auf Eurem iPhone oder iPad abrufen. Eine Synchronisierung mit dem mobilen Gerät ist über Dropbox möglich; außerdem könnt Ihr MiniKeePass im Hintergrund laufen lassen, während Ihr mit Safari im Internet surft. Auch das Generieren von neuen Passwörtern ist mit der Anwendung möglich. Für das Betriebssystem Android gibt es zudem eine Implementierung, die KeePassDroid heißt und denselben Funktionsumfang bietet.

LastPass Password Mgr Premium: Alle Geräte synchronisieren

LastPass Password Mgr Premium

Eine weitere umfassende Lösung ist die Gratis-App LastPass für Android für Android: Mit diesem Passwort-Manager könnt Ihr Eure Passwörter auf allen Geräten synchronisieren und abrufen. Ein integrierter Browser fügt die Passwörter automatisch ein, sobald sie abgefragt werden. Auch ein Passwort-Generator gehört zum Funktionsumfang der Anwendung. Besonders praktisch: Der Fingerabdrucksensor des Galaxy S5 wird unterstützt, wodurch Euer Fingerabdruck zum Master-Passwort wird. Die App ist als Testversion für 14 Tage kostenlos für Android-Geräte im Play Store von Google erhältlich.

Fazit

Die sicherste und am einfachsten zu bedienende Passwort-App ist 1Password, die leider nur auf dem iPhone, dem iPad und dem iPod touch läuft. Die Entwickler arbeiten zwar an einer Android-Version – diese bietet bisher allerdings nur einen eingeschränkten Funktionsumfang. Eine gute Alternative ist die App MiniKeePass, von der es auch eine Implementierung für Android gibt. iPIN ist ebenfalls gut zu bedienen und überzeugt durch die Autosperre und die Möglichkeit, die App per Wischgeste zu entsperren. MobileSitter bietet durch den vermeintlichen Zugang bei der Eingabe eines falschen Passworts hohe Sicherheit – und lässt Euch die Daten durch Schütteln einfach verschlüsseln. eWallet und mSecure fallen im Vergleich mit den übrigen Passwort-Apps leicht ab, sind aber für ihren Zweck durchaus nützlich.


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