Powerbank fürs Handy: Nie wieder leerer Akku

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Powerbank USB C Yoolox
Powerbank USB C Yoolox(© 2019 Yoolox)

Wenn der Smartphone-Akku schlapp macht, hilft eine externer Akku (Powerbank) in der Hosentasche weiter. Bei der Auswahl des richtigen Modells gibt es allerdings einiges zu beachten. Wir erklären, worauf es ankommt und welche Fallstricke beim Kauf von USB-C-Kabeln lauern können.

  • Powerbank als sinnvolle Ergänzung zum normalen Akku-Betrieb
  • Kapazitäten von 2500 bis 30.000 Miliamperestunden
  • Auf Packung angezeigter Wert ist nicht gleich Nettowert
  • Im Zweifel lieber das Markenprodukt wählen

Wenn der Akku unseres Smartphones schlapp macht, geschieht dies in der Regel nicht Zuhause, wo wir das Ding einfach anstecken können und gut ist. Sondern oft genug in den ungünstigsten Momenten. Dann zum Beispiel, wenn wir unterwegs sind und dringend einen Freund via WhatsApp kontaktieren müssten. Oder dann, wenn wir mit Google Maps auf der Suche nach einer uns unbekannten Adresse sind. Oder auch dann, wenn der Kontrolleur in der U-Bahn jetzt doch gerne das Handyticket sehen würde. "Ich habe ein Ticket, aber..."; ausgegangen, mitgefangen.

Akku-Kapazität von 5000 mAh nur in Ausnahmefällen

Obwohl Smartphones immer besser und leistungsfähiger werden (und wir es immer umfangreicher nutzen), bleibt die Laufzeit zwischen dem Aufladen schon seit Jahren fast unverändert. Wer das Ding regelmäßig nutzt, muss es alle ein bis zwei Tage wieder an die Steckdose hängen. Dabei ist es nicht so, dass sich die Akkus nicht weiterentwickeln – sie tun es, allerdings langsamer als die übrige Technik im Gerät.

Das Groß der aktuellen Smartphones ist etwa mit Akku-Kapazitäten zwischen 3000 und 4000 mAh ausgestattet und nur sehr wenige Modelle, wie das Huawei Mate 20 X oder das Moto G7 Power, kommen mit einer Kapazität von 5000 mAh. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, solange Smartphones so superflach bleiben. Bei 9 Millimeter Bauhöhe ist der Platz für die Batterie nun mal begrenzt. Zum Glück kann man dieses Problem mit einem externen Akku, einer sogenannten Powerbank, umgehen.

Powerbank-Faustregel: Je größer die Kapazität, desto schwerer das Gerät

Powerbanks gibt es in Größen zwischen 2500 und 30.000 Miliamperestunden (mAh). Als Faustregel gilt: Je größer die Kapazität, desto größer und schwerer das Gerät, beziehungsweise das Modell. Varianten mit 20.000 mAh sind in etwa so groß wie kompakte externe Festplatten und wiegen mit 350 bis 400 Gramm auch ähnlich viel. Kleinere Modelle mit 2500 mAh sind auch im Lippenstift-Format erhältlich – laden das Smartphone dann aber auch nur maximal bis zur Hälfte auf.

Wichtig zu wissen: Aus Marketing-Gründen zeichnen die Hersteller ihre Modelle mit großen und runden Miliamperestunden aus, die sich auf der Packung gut machen. Nimmt man diesen Umrechnungstrick weg, der sich auf eine andere Nennspannung bezieht, werden aus 20.000 mAh auf der Packung dann 15.000 mAh in der praktischen Nutzung. Zieht man also 25 Prozent vom Nominalwert ab, erhält man den tatsächlich verfügbaren Nettowert.

Das ist wichtig, da sich durch den tatsächlichen mAh-Wert direkt die möglichen Ladezyklen errechnen. Ein Beispiel: Das Smartphone hat eine Akkukapazität von 4200 mAh und die 10000-mAh-Powerbank tatsächlich nur 7500 mAh – das bedeutet, dass sich das Handy damit ziemlich genau 1,8 mal aufladen lässt (7500 mAh / 4200 mAh). Daneben tritt auch noch ein Ladeverlust auf, der bei modernen Akkus aber recht klein bleibt.

Im Zweifelsfall lieber etwas mehr Geld in die Powerbank investieren

Powerbanks gibt es zudem von einigen Markenherstellern wie Intenso, Verbatim und Anker, bei denen man sich auf die Kapazitäts-Angabe verlassen kann. Das Großteil der Geräte, die auf Amazon und Ebay angeboten werden, kommt aber von No-Name-Produzenten. Dabei kann es durchaus passieren, dass man am Ende weniger bekommt als draufsteht. Deshalb im Zweifelsfall lieber etwas mehr investieren und zur Marke greifen. Ein empfehlenswertes und recht preiswertes Modell ist etwa die Intenso Powerbank HC20000 mit insgesamt drei USB-Buchsen und einer Netto-Kapazität von rund 15.000 mAh.

Neben der Kapazität sind nämlich auch die Anschlüsse ausschlaggebend: Kleinere Modelle besitzen oft nur eine USB-Buchse, während große Powerbanks auch mit zwei oder drei Anschlüssen kommen und daher auch mehrere Geräte gleichzeitig laden können. Übrigens: Prinzipiell sind alle Geräte mit USB-Ladenetzteil wie Tablets und Digicams kompatibel. Auch einige Notebooks lassen sich so laden, wenn sie über eine USB-C-Buchse verfügen, wie etwa das MacBook Pro. Je nach Geräte-Typ kann das Aufladen dann aber auch deutlich länger dauern.

Spezielles Kabel für QuickCharge oder Schnelllade-Funktion

Viele Powerbanks kommen ohne USB-Ladekabel im Lieferumfang. Hier sollte man bei der Auswahl etwas aufpassen. Die meisten modernen Android-Smartphones mit USB-C-Buchse kommen mit QuickCharge oder Schnelllade-Funktion für die ein spezielles Kabel notwendig ist. Normale USB-Kabel übertragen aber nur wenig Strom, der gerade so für den Betrieb von USB-Sticks ausreicht.

Neben Quickcharge gibt es mit Power Delivery (PD) noch einen weiteren Standard, der bei Notebooks etwa für den Betrieb von externen USB-Monitoren verwendet wird. Da die USB-C-Buchse neben Daten auch Audio, Video und Ladestrom überträgt, besitzt jedes USB-C-Kabel einen kleinen Controller in der Buchse, der die jeweiligen Funktionen steuert. Deshalb muss man bei der Kabelauswahl achten, dass die Kabel explizit QuickCharge oder PD unterstützen. Das ist auch die Erklärung dafür, warum USB-C-Kabel in der Regel etwas teurer sind.

Neben dem Kabel muss allerdings auch noch die Powerbank QuickCharge oder PD unterstützen und das bieten längst nicht alle. Ein Modell, das beide Funktionen mitbringt ist etwa die Yoolox 16 K. Wer dagegen nur Quickcharge nutzen möchte, findet die beim Anker PowerCore II etwas günstiger.

Übrigens: iPhone-Nutzer können im Wesentlichen die selben Powerbanks verwenden, allerdings benötigen sie dann ein USB- auf Lightning-Kabel. Und wer das iPhone oder iPad wirklich schnell laden möchte, braucht zwingend ein USB-C- auf Lightning-Kabel, dass es ab rund 15 Euro gibt, sowie eine Powerbank, die zumindest eine USB-C-Buchse mitbringt.

Powerbanks mit Solarzellen nur eingeschränkt zu empfehlen

Abseits der normalen Modelle gibt es auch Powerbanks, die mit Solarzellen ausgestattet sind und sich selbst aufladen. Allerdings ist die Fläche der Solarzellen für das ausreichend schnelle Laden in der Praxis kaum ausreichend. Wenn die gewünschte Powerbank  also Solarzellen mitbringt, ist das okay. Aber extra eine Powerbank wegen der Solarfunktion zu kaufen, ist kaum empfehlenswert, außer man hält sich wirklich für mehrere Tage am Stück im Freien auf.

Zum Abschluss noch einen Tipp für die richtige Lagerung: Wer seinen Akku mal mehrere Wochen nicht nutzt, sollte ihn am besten halb aufgeladen in den Kühlschrank legen. Das empfehlen Techniker regelmäßig, damit die Lithium-Ionen-Batterie geschont wird. Moderne Akkus verlieren ihre Maximalkapazität zwar immer noch über die Zeit, es ist allerdings längst nicht mehr so schlimm wie bei früheren Akku-Typen.

Noch ein Hinweis: Einige Smartphones bieten eine "Wireless Reverse Charging"-Funktion mit der das Smartphone selbst zur Powerbank wird. Andere Geräte mit Akku und Induktiv-Ladefunktion (Qi-Standard) lassen sich darauf ablegen und werden aufgeladen. Aufgrund der begrenzten Akku-Kapazität eignet sich die Funktion aber eher für das kabellose Laden von Bluetooth-Kopfhörern als von anderen Smartphones. Unterstützt wird Wireless Reverse Charging momentan vom Huawei P30 Pro, vom Huawei Mate 20 Pro sowie vom Samsung S10 (auch S10e und S10Plus).


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