Project Limitless: 5G-Laptops mit 20 Stunden Laufzeit?

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Aktuell braucht ihr rund acht Minuten, um ein acht Gigabyte großes Video runterzuladen – mit 5G wird das in sechs Sekunden möglich sein
Aktuell braucht ihr rund acht Minuten, um ein acht Gigabyte großes Video runterzuladen – mit 5G wird das in sechs Sekunden möglich sein(© 2019 Lenovo Qualco)

2020 wird richtig spannend: 5G kommt und damit extrem schnelles mobiles Internet mit bis zu 10 GB/Sekunde. Außerdem Snapdragon-Smartphone-Technologie für euren Laptop, damit der 20 Stunden und länger durchhält. Wie das funktionieren soll? Project Limitless von Qualcomm und Lenovo geben erste Antworten. 

Wifi hat unsere Technik-Welt verändert: Es hat Apps in unser Leben gebracht, Streaming, Netflix, Youtube. Diese Mobilfunkgeneration hat auch die Geschäftswelt umstrukturiert: Plötzlich können wir im Garten arbeiten, in der Lobby eines Hotels, im Café. Möglich gemacht hat das 4G. Jetzt kommt bald 5G und damit der nächste Mobilfunkstandard, der zehnmal so schnell ist wie 4G-LTE - LTE-Advanced.

Einfach mal zum Vergleich: Aktuell braucht ihr rund acht Minuten, um ein acht Gigabyte großes Video runterzuladen, etwa einen Film oder eine Episode Game of Thrones. Mit 5G wird das in sechs Sekunden möglich sein, das ist deutlich, deutlich bequemer und schneller. Es klingt nach Sci-Fi, wird aber schon sehr bald Realität sein und mit ein bisschen Glück sehr viele Bereiche unseres Lebens revolutionieren. Es wird autonomes Fahren voranbringen, Roboter-Chirurgen ermöglichen, das sofortige Starten von 4K-Streams ohne Warten, weil es erst noch buffern muss. Wir werden Gaming in 4K-HDR genießen, ohne einen Highend-Gaming-PC besitzen zu müssen. Hier haben wir euch Google Stadia bereits vorgestellt.

Dein Laptop und Smartphone haben plötzlich 20 Stunden Akku-Laufzeit und mehr

Doch fangen wir simpel an, in unserem privaten Raum. Was wäre euch wichtig? Akkulaufzeit vermutlich, es nervt, seinen Laptop und sein Smartphone ständig laden zu müssen. Qualcomm, jener Riese der Hardware-Industrie hinter den Snapdragon-Prozessoren, wollen 5G-Technologie mit ihren CPUs kombinieren. Zusammen mit Lenovo hat man jetzt gerade einen ersten Prototypen-Laptop präsentiert, der 20 Stunden Akku-Laufzeit anbietet. Über was für ein Gerät reden wir hier?

So ein Snapdragon 8cx läuft mit acht Kyro-459-Kernen, arbeitet mit einer Adreno 680 als Grafikkarte und hat ein 128-Bit-Speicherinterface. Viele Daten – im Grunde heißt das: Der Laptop hat in etwa die Power eines Core i5 von Intel inklusive Intel Onboard-Grafik, soll aber 50 Prozent mehr Akkuleistung bringen und eben signifikant schnelleres Internet sowie Performance auf Intel-Niveau. Dazu wurden ein paar Tests durchgeführt:

Zum Beispiel dieser: 1 GByte großes Video-File komprimieren

Dauert auf einem Core-i5-Intel-Laptop 58 Sekunden, auf dem Qualcomm 8cx lediglich 42. Das ist jetzt kein riesiger Unterschied. 

Und dieser: 10 Tabs auf Firefox öffnen und jeweils auf qualcomm.com surfen

Dauert auf Core i5, 30 Sekunden, auf dem Qualcomm 8cx nur 17. Das ist schon beeindruckend und signifikant schneller. Doch das sind alles nur Nuancen, unklar ist auch noch, wie viel Geld Lenovo für diese neuartige Laptop-Generation verlangen wird. Richtig spannend wird 5G aber, wenn wir über autonomes Fahren reden. 

Eine Revolution für selbstfahrende Autos

Höhere Geschwindigkeit ist nur einer der zahlreichen Vorteile, die 5G zu bieten hat. Ein weiterer ist etwas, das man Latenz nennt. Latenz ist die Zeit, die benötigt wird, um Daten von einem Gerät zum anderen zu übertragen. Bei 4G liegt dieser Wert bei etwa 50 Millisekunden, also fünf Hundertstelsekunden. Es ist schneller als ein Wimpernschlag. Aber für Elektronik und Technologie ist selbst eine solche Geschwindigkeit häufig nicht genug – vor allem für selbstfahrende Autos.

Mit der Latenzzeit von 50 Millisekunden empfängt ein Tesla, Audi, Mercedes, BMW o.ä. erst nach kurzer Verzögerung das Signal aus dem Netz, das sich ein Hindernis vor ihm befindet. Dies könnte die Sicherheit oder sogar das Leben derjenigen in Gefahr bringen, die sich im Auto befinden. Mit 5G wird die Latenzzeit jedoch auf nur eine Millisekunde – oder vereinfacht gesagt auf eine tausendstel Sekunde – reduziert. Das Signal wird also direkt geliefert, was die Reaktion eines jeden Geräts erheblich beschleunigt. 

Selbstfahrende Autos könnten dadurch die Daten aus dem Netz, die sie für ihre Autonomie brauchen, sehr viel schneller auswerten und umsetzen. Etwa liefern Regensensoren an den Reifen das Signal: „Achtung rutschige Straße, Tempo anpassen.“ Und natürlich gilt das noch stärker für Drängler und Raser – denn theoretisch können Computer sehr viel schneller auf eine solche Gefahrensituation reagieren als wir Menschen. Mercedes-Benz etwa geht davon aus, dass in der Zukunft über 90 Prozent aller Unfälle vermieden werden können, sobald alle Fahrzeuge via Software miteinander kommunizieren.

Das ist nichts, was Internet-Anbieter bereits 2020 umsetzen können, aber etwa ab Ende 2024 planen gerade die meisten Hersteller selbstfahrende Autos der Kategorie 4 zur Verfügung zu stellen – also Fahrzeuge, die es nicht mehr notwendig machen, selbst die Hand am Lenker zu halten. Allerdings muss hierfür erst die Gesetzeslage angepasst und die Politik mitspielen. Übrigens auch die amerikanische Regierung, denn bislang war geplant, dass Huawei die meiste 5G-Technologie sowie die dafür nötigen Nachfolger der LTE-Masten liefert. 

Live-Streams aus der Formel 1 und ferngesteuerte Roboter-Chirurgen 

Tatsächlich gibt es bereits eine Demonstration, wie 5G in Echtzeit funktioniert und den Genuss von Live-Stream aufwerten kann. 2018 fanden die Olympischen Spiele in Pyeongchang, Südkorea statt. Action-Kameras, also GoPros wurden an Bob-Schlitten befestigt und die Zuschauer aus der ganzen Welt konnten zusehen, wie die Athleten den Hang hinunterstürzten – sie hatten dasselbe Geschwindigkeitsgefühl wie die Sportler, was revolutionär ist. Möglich machte das 5G-Technologie.

Noch spannender wird es, wenn wir uns die Medizin anschauen. Viele Patienten könnten gerettet werden, wenn sie schneller von einem Spezialisten operiert werden könnten. Doch nicht jedes Krankenhaus verfügt über diese Experten, ein großes Problem gerade auch in Kriegsgebieten. Aber durchaus auch in Deutschland, wo Patienten im schlimmsten Fall per Hubschrauber in eine Spezialklinik verlegt werden müssen, was wertvolle Zeit kostet. Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Das King’s College London hat errechnet, dass 5G den Einsatz von Roboter-Chirurgen ermöglichen würde, die von irgendwo aus der Welt von einem Spezialisten Anweisungen erhalten. Auch würde dadurch eine effizientere und bessere Überwachung von Vitaldaten zu Hause ermöglicht werden – das wäre gerade für ältere Menschen schön, die ihr gewohntes Umfeld und ihre Familie brauchen und nicht mehr lange im Krankenhaus sein möchten. 

Fazit:

5G hat das Potenzial, unser aller Leben und unsere Gesellschaft zu revolutionieren. Denn alles ist heute datengetrieben – je schneller das Internet, desto effizienter funktioniert die Wirtschaft, können Patienten in Krankenhäusern behandelt werden. Und desto einfacher wird es, mobil zu arbeiten – das Laden eines 4K-Youtube-Videos oder Downloaden einer großen Powerpoint-Präsentation wäre in Sekunden erledigt, große Video-Projekte blitzschnell verschickt. Doch wie schnell kommt 5G? Das erfahrt ihr hier


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