Richtig wiegen: Das sind 6 häufigsten Fehler mit der Körperwaage

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Nokia Body+ Waage aktivieren, drauf stellen und fertig? So einfach ist es leider doch nicht. Beim Wiegen solltet ihr ein paar Dinge beachten.
Nokia Body+ Waage aktivieren, drauf stellen und fertig? So einfach ist es leider doch nicht. Beim Wiegen solltet ihr ein paar Dinge beachten.(© 2017 CURVED)

Wusstet ihr, dass an vielen gescheiterten Abnehm-Versuchen oft einfach nur die Waage schuld ist? Beziehungsweise der Anwender? Die Waage lügt nicht, unterliegt aber ganz natürlichen physikalischen Schwankungen. Wie ihr typische Fehler im Umgang mit der Waage vermeidet und auf eurem persönlichen Traumkörper-Kurs bleibt, erfahrt ihr hier. 

Wie belohnt man sich beim Abnehmen, wenn Süßigkeiten tabu sind? Logisch: Man steigt am liebsten täglich auf die Waage, um sich zu vergewissern, dass der Verzicht auf leere und oft so leckere Kalorien sich auszahlt, damit man sich schon bald aufs Shoppen neuer und vor allem kleinerer Klamotten freuen kann. Doch dann passiert das Unfassbare: Die Waage will kein Stück abrücken vom Ursprungsgewicht, oder schlimmer noch: Sie zeigt mehr Kilogramm an als vorher! Danach ist man schlecht gelaunt und stopft sich jetzt erst recht voll, aus Frust, bringt ja eh alles nix. Im schlimmsten Fall resigniert man komplett und verwirft seine Körperziele direkt wieder. Das war's dann, schuld ist eigentlich nur die Waage – oder ihr. Meistens handelt es sich um typische Anwender-Fehler, die dafür sorgen, dass die Waage lügt. Wenn ihr diese Tipps beachtet, wird das Wiegen wirklich zu Erfolgserlebnis und ihr bleibt motiviert auf eurem Kurs.

1. Wiegen, wo immer es geht

Vielleicht habt ihr euch schon eine Körperanalysewaage gekauft und wollt mal vergleichen, wie viel genauer das neue Modell gegenüber der alten Analog-Waage ist. Und wenn man schon nackig auf dem weg zur Dusche ist, kann man auch im Fitnessstudio nochmal eben auf die Waage hüpfen zum ultimativen Gegencheck. Keine gute Idee: Jede Waage ist etwas anders kalibriert und somit sind die Messergebnisse nur vergleichbar, wenn ihr euch an ein und dasselbe Gerät haltet. Abgesehen davon schwankt das Körpergewicht auch je nach Tageszeit, aber dazu mehr unter Punkt drei.

2. Die Waage hat den falschen Standort

Habt ihr euch für ein Gerät entschieden, sollte dieses auch gut aufgestellt und an Ort und Stelle bleiben. Ein Teppich und selbst ein PVC-Boden geben leichter nach und können das Messergebnis verfälschen. Die neueren Körperanalyse-Waagen haben oft schon extra Füßchen zum Anschrauben für weichen Untergrund. Wenn möglich, sucht euch aber besser einen Raum mit hartem Untergrund fürs wiegen aus, wie etwa die Fliesen im Badezimmer. Der Boden sollte nicht abschüssig sein und die Waage nicht zu dicht an der Wand stehen. Wenn ihr einen geeigneten Platz gefunden habt, ist es ratsam, die Waage nach Möglichkeit auch genauso stehen zu lassen oder sie zumindest immer an derselben Stelle aufzustellen, wenn ihr euch wiegen wollt. Denn auch kleine Bodenunebenheiten können dafür sorgen, dass die Messergebnisse schwanken.

Stellt eure Waage, zum Beispiel die smarte Garmin Index,  am besten auf einen festen Untergrund und lasst sie auch dort stehen.(© 2018 CURVED)

3. Ihr wiegt euch täglich

Wie eingangs erwähnt, ist es ganz natürlich, dass man die Selbstbestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist, gerne täglich auf der Waage abholen möchte. Tatsächlich ist das tägliche Wiegen aber kontraproduktiv, denn die Messergebnisse können von einem Tag auf den anderen deutlich schwanken – und das muss gar nicht mal an euren kleinen kulinarischen Ausreißern liegen. Hier spielt vor allem der Flüssigkeitshaushalt eine Rolle – also wieviel man getrunken hat oder ob es sehr heiß ist oder ihr ein intensives Training hinter euch habt. Vielleicht habt ihr auch viele Ballaststoffe oder sehr salzig gegessen: Beides bindet Wasser im Körper. Bei Frauen beeinflussen auch zyklusbedingte Wassereinlagerungen das Gewicht: Daher sollten sie sich nicht kurz vor oder während der Periode wiegen. Egal ob ihr nur euer Körpergewicht oder auch die Körperzusammensetzung aus Fett, Muskelmasse und Wasser ermitteln wollt: Einmal wöchentlich wiegen sollte völlig reichen.

4. Ihr habt gar keine oder die falsche Routine

Die meisten Leute wiegen sich, wenn es ihnen gerade in den Sinn kommt. De facto ist es aber besser, wenn ihr eine richtige Wiege-Routine entwickelt. Und die sieht so aus: Direkt nach dem Aufwachen trinkt ihr erstmal ein Glas Wasser – wer mag, gerne auch warm oder mit Zitrone versetzt. Der Körper lechzt nach der langen Nacht nach Flüssigkeit und so kommt der Stoffwechsel auf Touren. Sobald ihr pinkeln wart, könnt ihr euch wiegen – nackt oder in Unterwäsche, versteht sich. Dann ist die alte Flüssigkeit draußen und frische aufgefüllt und ihr dürft ein realistisches Gewicht erwarten – noch vor dem Frühsport oder Frühstück natürlich. Wer Lust hat, kann ja mal testen, wie sehr das Gewicht zum Abend von eurer neuen Morgenroutine abweicht, ihr werdet staunen.

5. Ihr lasst es am Wochenende krachen

Vielleicht gehört ihr auch zu den Werktag-Asketen, die unter der Woche ganz locker flockig ein Kilo Fett verlieren und es dann aber am Wochenende so richtig krachen lassen. Wer Freitagabend in die Cocktail-Happyhour startet und erst Sonntag nach dem Tatort aus dem Fress- und Saufkoma erwacht, der schafft es kilotechnisch zwar plus minus null über die ganze Woche zu kommen, aber mit dem Abnehmen wird es dann leider nichts. Hier müsst ihr eure Strategie nochmal überdenken und euch auf einen Cheat Day beschränken. Es könnte helfen, euren Wiege-Tag auf Montag zu legen, damit ihr eure Ziele selbst über Grillfeten und Co. hinaus am Wochenende nicht vergesst.

6. Ihr verlasst euch allein auf das Gewicht

Gerade wenn ihr viel Krafttraining betreibt, solltet ihr euch nicht allein auf eure Waage verlassen, schließlich wiegen Muskeln mehr als Fett. Einmal pro Woche wiegen ist gut, zusätzlich ein Maßband an Bauch, Beinen, Po und eventuell den Oberarmen ist besser. Alternativ könnt ihr die Hautfalten-Messung mit Caliperzange vornehmen. So ein Tool bekommt man schon für unter 15 Euro. Allerdings gilt auch hier: Am besten immer unter den gleichen Voraussetzungen messen und darauf achten, dass ihr immer dieselbe Stelle erwischt. Das gilt natürlich auch für das Maßband. Notiert euch also mehrere Werte als nur das Gewicht und entwickelt dafür Messroutinen. Ein guter Indikator für eine erfolgreiche Körpertransformation sind neben Komplimenten aus dem Freundeskreis und Klamotten die plötzlich wieder passen, natürlich auch Fotos – idealerweise lichtet ihr euch zum Beispiel jeden ersten Freitag im Monat vor dem Frühstück einmal frontal und seitlich ab, idealerweise nur in Unterwäsche – muss ja sonst keiner sehen. Wer es ganz genau wissen möchte, kann seinen Körperfettanteil mit der US-Navy-Formel berechnen. Dafür gibt es spezielle Apps, die wir euch gesondert vorstellen. Für den Fall, dass ihr euch eine Körperanalysewaage zulegen wollt: Wir haben die Nokia Body+ und die Garmin Index Smart-Waage getestet.

Fazit und weiterführende Tipps

Ihr seht, am Ende sind teilweise doch nur wieder typische Anwenderfehler auf der Waage, die den einen oder anderen Abnehm-Versuch scheitern lassen. Und mit Sicherheit seid ihr auch schon in eine dieser sechs Fallen getappt. Doch Wissen ist Macht und ab sofort purzeln die Pfunde wirklich, wetten? Wenn ihr für eure Körperziele noch ein paar Ernährungstipps, Abnehm-Hacks für den Alltag oder Motivationsideen zum Durchhalten braucht, lest einfach weiter. Ein paar Strategien gegen die Zuckersucht haben wir auch noch für euch. Und wenn ihr dann euren Beachbody habt, wird es natürlich auch Zeit für ein neues Stand-Outfit.

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