SAR-Wert beim Handy: Was sagt er über Strahlung aus?

Der SAR-Wert gibt Aufschluss über die Handystrahlung.
Der SAR-Wert gibt Aufschluss über die Handystrahlung.(© 2014 CC: Flickr/Ervins Strauhmanis)

Seit dem Jahr 2001 gibt es in Europa eine Norm, nach der die Messbedingungen für den SAR-Wert für Mobiltelefone festgelegt sind. Dieser gibt Auskunft darüber, wie stark das Gewebe des menschlichen Körpers bei der maximalen Sendeleistung des Smartphones erwärmt wird. Je niedriger der SAR-Wert ausfällt, desto geringer ist das Ausmaß der Erwärmung. Da die durchschnittliche Leistung eines Smartphones aber häufig unterhalb des Maximalwerts liegt, ist die spezifische Absorptionsrate nur bedingt aussagekräftig über die tatsächliche Handystrahlung, der der Körper im Alltag ausgesetzt ist.

Empfehlenswerte Smartphones mit geringer Handystrahlung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als maximalen SAR-Wert 2,0 Watt pro Kilogramm. Wenn der SAR-Wert eines Smartphones unterhalb von 0,6 W/Kg liegt, wird es mit dem Blauen Engel ausgezeichnet – einem Abzeichen für umweltschonende Produkte, an dessen Vergabe unter anderem das Bundesumweltministerium beteiligt ist. Zu den strahlungsarmen Handys mit dieser Auszeichnung gehören aktuell Samsung Galaxy Ace 3 (0,33 W/Kg) und das HTC Desire 500 (0,29 W/Kg). Den geringsten SAR-Wert hat bislang das Galaxy Note 2 von Samsung: Hier beträgt der SAR-Wert gerade einmal 0,17 W/Kg. Sehr strahlungsintensiv ist im Gegensatz dazu das Nokia Lumia 900, das sich mit 1,49 W/Kg aber immer noch weit unter dem maximalen Grenzwert bewegt.

Handystrahlung nicht unterschätzen

Eine schädliche Wirkung von Handystrahlung ist bislang weder eindeutig nachgewiesen noch kann sie widerlegt werden. Wer gesundheitliche Risiken aber ausschließen will, sollte beim Neukauf eines Smartphones darauf achten, dass die spezifische Absorptionsrate unterhalb des empfohlenen Grenzwerts von 2,0 W/Kg liegt. Immerhin: Ein Großteil der in Deutschland erhältlichen Mobiltelefone liegt deutlich unterhalb dieses Maximalwerts.

Auch mit dem eigenen Telefonierverhalten lässt sich beeinflussen, dass ein Smartphone im Regelbetrieb unterhalb des angegebenen SAR-Werts bleibt. Zu beachten ist beispielsweise, dass die Handystrahlung in Gebieten mit vielen Sendemasten geringer ausfällt als zum Beispiel auf dem Land. Dort muss das Mobiltelefon mit voller Leistung senden, um ein Signal zu empfangen oder abzugeben. Auch in Gebäuden mit dicken Wänden ist die Sendeleistung des Handys höher – und dadurch auch die Strahlung.

Zusammenfassung

  • Der SAR-Wert gibt Auskunft darüber, wie stark das Gewebe durch die Handystrahlung bei maximaler Sendeleistung erwärmt wird
  • Je niedriger der SAR-Wert ist, desto geringer ist die Gefahr gesundheitlicher Schäden durch häufige Nutzung des Smartphones
  • In Gegenden mit hoher Sendemasten-Dichte benötigt ein Smartphone weniger Sendeleistung – wodurch auch der SAR-Wert sinkt

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