Sicheres Passwort finden: mit System und Eselsbrücken

Ein Passwort sollte komplex und doch leicht zu merken sein
Ein Passwort sollte komplex und doch leicht zu merken sein(© 2005 istock.com/Devonyu)

„123456“ ist fast so etwas wie der Generalschlüssel des Internets. Die so simple wie einfallslose Zahlenfolge ist laut einer Studie der Universität von Cambridge das am häufigsten verwendete Passwort und gewährt Zugang zu unzähligen Accounts und sensiblen Informationen. Datendiebe sind auf solche Einladungen aber nicht angewiesen; sie arbeiten häufig mit Software, die in kurzer Zeit Zahlenfolgen und ganze Wörterbücher durchprobiert – ein Geburtsdatum ist also auch kein sicheres Passwort, genauso wie im Prinzip jedes einfache Wort. Ohnehin fällt alles heraus, worauf andere mit ein bisschen Wissen über die Person hinter dem Passwort schnell kommen könnten.

Kurze Passwörter aus dem Wörterbuch vermeiden

Wer auf Nummer sicher gehen will, sucht sich eine kreativere Lösung. Ein gutes und einfach zu merkendes Beispiel sind Abkürzungen: Aus „Glaub mir, mein Passwort ist 100%ig sicher!“ wird mit der Beschränkung auf die Anfangsbuchstaben die Kombination „Gm,mPi100%s!“. Diese ist aus gleich mehreren Gründen eine recht gute Wahl. Zunächst ist unser Beispiel mit zehn Zeichen ausreichend lang. Je kürzer ein Passwort ist, desto weniger unterschiedliche Zeichenkombinationen kommen beim Knacken in Frage, wodurch entsprechende Software durch Probieren schneller an die Lösung gelangt. Weniger als acht Zeichen sollte ein sicheres Passwort nicht lang sein.

Das ganze Zeichenrepertoire nutzen

Ganz gleich, ob dem Passwort ein einzelnes Wort oder eine Abkürzung zu Grunde liegt, die Schreibweise ist entscheidend. Mit großen und kleinen Buchstaben, Ziffern, Satz- und Sonderzeichen steht eine Reihe von Möglichkeiten zur Auswahl, deren Kombination die Sicherheit eines Passworts erhöht. Bestenfalls wird das Zeichenrepertoire voll ausgeschöpft, wie unser Beispiel „Gm,mPiz100%s!“ zeigt. Auch professionelle Software braucht bei solch einer Kombination einige Zeit, um das Passwort zu knacken.

Sicheres Passwort mit System auswählen

Selbst aus einfachen Wörtern lässt sich mit ein wenig Kreativität ein gutes Passwort machen: Aus „Sicherheit“ ließe sich etwa „$!cH3rH3!t“ zaubern. Wichtig fürs eigene Gedächtnis ist, dass dem sicheren Passwort ein System zugrunde liegt, mit dem sich die Kombination einfach herleiten lässt. In diesem Fall haben wir bestimmte Buchstaben durch ähnlich aussehende Zeichen ersetzt: S wurde zum Sonderzeichen $ durchgestrichen, i zum Satzzeichen ! auf den Kopf gestellt und e zur Zahl 3 – immerhin sieht eine gespiegelte 3 fast aus wie ein großes E. Außerdem haben wir einen bestimmten Buchstaben, das H nämlich, stets groß geschrieben.

Abwechslung bringt zusätzliche Sicherheit

Ein Passwort kann noch so sicher sein – wird es mehrfach verwendet, öffnet einmaliges Knacken bereits Tür und Tor zu weiteren Accounts. Die sicherste Variante ist daher, für jeden Account ein eigenes Passwort anzulegen. Nur wer soll sich das merken? Hier kann ein Grundpasswort helfen, das sich passend zum dazugehörigen Account variieren lässt. So dient beispielsweise „$!cH3rH3!t_fb“ zum Facebook-Login, für Googlemail hingegen bietet sich dementsprechend „$!cH3rH3!t_gm“ an.

Zusammenfassung

  • Vermeide einfache Zeichenketten und Wörter
  • Eine kreative Schreibweise sorgt für Sicherheit
  • Nutze ein System oder eine Eselsbrücke, um das Passwort zu merken
  • Mehrere Passwörter für unterschiedliche Zwecke machen es Datendieben schwerer

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