Skype: Messenger-Klassiker, der überall zu Hause ist

Ein ernsthaft vertrauliches Gespräch ist mit Skype kaum möglich
Ein ernsthaft vertrauliches Gespräch ist mit Skype kaum möglich(© 2014 istock.com/alba)

Gratis, aber keinesfalls sicher: Wer den Microsoft-Messenger Skype nutzt, um zu chatten oder zu telefonieren, freut sich in der Regel über das kostenlose Angebot. Doch die Daten sind bei dem US-amerikanischen Unternehmen nicht gut geschützt.

Wenn Ihr nach einer sicheren Alternative zu WhatsApp sucht, seid Ihr bei Skype also ebenfalls nicht gut aufgehoben. Prinzipiell bleibt festzuhalten: Vertrauliche Informationen sollten eher nicht über das Smartphone preisgegeben werden, egal mit welchem Dienst.

Infos zum Messenger

Skype ist in Bezug auf die Möglichkeiten zur Kommunikation ein echter Allrounder: Egal ob auf dem PC, auf dem Mac oder als App auf dem Smartphone – Skype stellt seine Dienste plattformübergreifend und gratis zur Verfügung. Chatten, Videokonferenzen oder kostenlose Telefonate mit anderen Skype-Nutzern sind mit dem Messenger überall möglich, solange eine Internetverbindung besteht. Wenn ein entsprechendes Konto eingerichtet wird, können mit Skype auch kostenpflichtige Anrufe zu Mobilfunk- oder Festnetznummern hergestellt werden.

2011 wurde der Messenger-Dienst für 8,5 Milliarden US-Dollar von Microsoft übernommen und ist seitdem eine Tochtergesellschaft des Unternehmens. Bis zum Januar 2014 wurde das Programm laut Skype weltweit über 600 Millionen Mal heruntergeladen.

Datenschutz bei Skype – nicht ausreichend

Sowohl die Universität Bielefeld als auch die Datenschutzaufsichtsbehörden stellen Skype in Bezug auf den Datenschutz ein negatives Zeugnis aus. So scheint es relativ einfach zu sein, ein Skype-Konto von außerhalb zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die E-Mail-Adresse zu einem Konto bekannt ist. Außerdem greift das Programm schon bei der Installation in die Einstellungen des Gerätes ein, wodurch beispielsweise Firewalls umgangen werden.

Auch eine Nutzung des Messengers in Europa bietet keine Sicherheit vor der Datensammelwut der US-Behörden: Da Microsoft Organisationen wie der NSA Zugriff auf die Kundendaten gewährt, sind auch über Skype mitgeteilten Informationen überhaupt nicht sicher. Der Schutz von persönlichen Daten könne laut Datenschutzaufsichtsbehörden bei der Nutzung von Skype keinesfalls gewährleistet werden. Viele Unternehmen verbieten aus diesem Grunde, dass Skype als Firmennetzwerk eingesetzt wird.

Aber nicht nur die Behörden, auch Microsoft selbst scannt die über Skype gesendeten Nachrichten. Begründet wird diese Maßnahme mit dem Schutz vor Phising und Spam.

Fazit: Keine sichere Alternative zu WhatsApp

Nach der zunehmenden Kritik an WhatsApp im Zuge der Übernahme durch Facebook suchen viele Menschen eine möglichst sichere Alternative – Skype ist gewiss keine davon. Nicht zuletzt deshalb, weil die Firma US-amerikanischem Recht unterliegt und nicht den europäischen Gesetzen, kann die Vertraulichkeit der Daten nicht gewährleistet werden.

Zusammenfassung

  • Da Microsoft Eigentümer von Skype ist, gilt für das Unternehmen US-amerikanisches Recht
  • Microsoft gewährt den Geheimdiensten Zugang zu Kundendaten
  • Microsoft selbst scannt die über Skype verschickten Nachrichten
  • Das Programm umgeht bei der Installation Firewalls und öffnet so das System für Schadsoftware
  • Die Übernahme eines Skype-Kontos durch Dritte ist relativ einfach
  • Skype ist keine sichere Alternative zu WhatsApp

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