Smart Home Heizung: So schnell könnt ihr Geld sparen und nie mehr frieren

SmartHome Heizung
SmartHome Heizung(© 2019 Gety Images)

Eben habt ihr noch in der Sonne einen Kaffee getrunken und an den Sommerurlaub gedacht und dann zuhause festgestellt, dass es mittlerweile richtig kalt ist? Kein Problem, mit einer Smart Home Heizung wird euch nie mehr kalt und ihr spart sogar noch Geld.

Das Thema Heizung kommt in jedem Herbst wieder auf den Tisch. Spätestens, wenn es das erste Mal richtig kalt wird, drehen auch Hartgesottene die Heizkörper auf und werden morgens zu Warmduschern. Doch es lohnt sich im wahrsten Sinne des Wortes, sich mit dem Thema Smart Heizung zu beschäftigen.

In keinem anderen Smart Home Bereich lässt sich so viel Geld sparen wie bei der Heizungssteuerung. Wie viel genau, ist vom Einzelfall abhängig und schwankt zwischen 30 Prozent, das sagen die Hersteller von smarten Heizungssteuerungen, und 10 Prozent, diesen konservativen Wert nennen Verbraucherschützer. Fakt ist aber, auf Heizung und Warmwasseraufbereitung entfällt der weitaus größte Teil der Energiekosten. Doch es gibt neben den Heizkosten noch andere Argumente für eine Smart Home Heizung

  • Umwelt schonen: Ihr könnt mit einer smarten Lösung Energie sparen und so die Umwelt schonen.
  • Komfort: Automatische Heizungssteuerung ist komfortabel, weil ihr nicht mehr umständlich die passende Temperatur per Drehregler finden müsst.
  • Coole Technik: Auch beim smarten Heizen gibt es den Philips Hue Effekt, den ihr möglicherweise mit den smarten Lampen schon nutzt. Denn es ist einfach cool, wenn ihr die Heizungs App oder auf Zuruf einstellen könnt.

Mit einer Smart Home Heizung kann jeder sparen

Die Smart Home Heizungssteuerung hat das Thema Heizkosten sparen nicht erfunden, sie macht es nur wesentlich komfortabler. Natürlich könnt ihr das auch ohne smartes Spielzeug schaffen. Einfachste Beispiele: Nur die Zimmer heizen, die ihr auch tatsächlich nutzt, Räume nicht überheizen und beim Lüften die Heizkörperventile zudrehen. Der Haken an der Sache ist, dass ihr dafür ziemlich diszipliniert sein müsst, deshalb laufen viele Heizkörper den ganzen Tag auf einer Stufe durch, egal ob jemand zuhause ist oder nicht.

In der Regel haben Heizungsanlagen Temperaturfühler und einen Tag-Nacht-Modus. Ist es draußen kalt, gibt die Heizungsanlage mehr Gas und eure Heizkörper geben mehr Wärme ab. In der Nacht wird die Heizkraft aber zurückgefahren, denn da schlafen die meisten Menschen und erst morgens heizt der Kessel wieder stärker. Auch wenn diese Funktionen nicht so vermarktet werden, kann man sie durchaus als "smart" bezeichnen. Smart Home Heizung bedeutet aber nicht, dass man zwangsläufig in den Keller muss, um an der Heizungsanlage zu schrauben – jeder kann es nutzen.

Tschüss, Drehregler

Doch was ist überhaupt smart Heizen? Eine verbindliche Checkliste dafür gibt es nicht, aber es geht im Grunde um eine intelligente Vernetzung verschiedener Geräte und natürlich spielen Smartphones und Apps dabei eine Rolle. Statt einen Drehregler am Heizkörper zwischen Stufe 1 und 5 zu bewegen, übernimmt ein smartes Thermostat diese Rolle. Das misst selbständig die Temperatur und stellt sich automatisch auf die gewünschten Werte ein.

Welche das sind, füttert ihr direkt am Regler zu oder macht das in der App. Außerdem könnt ihr auch einen Heizplan festlegen: Steht ihr um 6.30 Uhr auf, könnte dieser Plan bereits eine halbe Stunde vorher anfangen das Bad zu heizen und auch in der Küche den Heizkörper aufdrehen. Geheizt wird dann solange, bis ihr das Haus verlasst. Bevor ihr von der Arbeit nach Hause kommt, werden dann Küche und Wohnzimmer geheizt und später am Abend kriegt das Bad noch einen kleinen Wärme-Boost.

In den Apps lassen sich Wochenenden getrennt von Werktagen einstellen und es gibt jede Menge Ausnahmen, etwa für Urlaube oder Geschäftsreisen. Fachpersonal ist für den Tausch der Thermostate nicht nötig, die klassischen Drehregler lassen sich in der Regel einfach abziehen und durch smarte Regler ersetzen. Nötige Adapterringe liegen meist bei.

Heizkörperthermostate mit unterschiedlicher Technik

Für die Vernetzung der Heizkörperthermostate gibt es verschiedene Techniken. Recht simpel sind Bluetooth-Lösungen wie das eQ-3 Heizkörperthermostat, weil es sich wie ein Funkkopfhörer direkt mit dem Handy verbindet. Einmal gekoppelt, stellt ihr komfortabel vom Sofa aus per App die gewünschte Grad-Zahl ein. Habt ihr mehrere Thermostate in der Wohnung, könnt ihr diese zu einem Raum bündeln und so zentral die Temperatur im Wohnzimmer steuern, auch wenn dort mehr als ein Heizkörper vorhanden ist.

Das Thermostat kann plötzlichen Temperaturabfall erkennen und dann die Ventile komplett schließen. Das ist praktisch, wenn ihr schnell die Wohnung durchlüften wollt. Bluetooth ist dabei aber eher noch exotisch, viele Hersteller setzen auf andere Funktstandards für die Vernetzung der Heizkörperthermostate und weil der Einstieg einfach sein soll, gibt es Starterkits mit zwei bis fünf Reglern. Bekannte Anbieter sind innogyBoschHomematic IPtado oder Netatmo.

In der Regel umfassen die Startpakete eine Bridge, auch Zentrale oder Steuereinheit genannt. Die schlägt die Brücke ins heimische WLAN, sodass ihr die Regler per App steuern könnt, denn die Geräte selbst haben keine WLAN-Adapter verbaut.

Trends Geofencing und Sprachsteuerung

Für die Steuerung der Heizung lohnt es sich, euch einmal einen Heizplan zu erstellen. Im Fall der Fälle könnt ihr dann immer noch per App nachregeln, wenn zum Beispiel der Netflix-Abend länger dauert oder ihr bei Gymondo zu sehr ins Schwitzen kommt. Doch es gibt auch noch ein paar coole Neuheiten, die ihr euch überlegen könnt.

Beim Geofencing nutzt das smarte Heizungssystem Handy-Ortung, um zu erfassen, ob noch jemand in der Wohnung ist und regelt danach die Heizung. Sollte es im Büro mal später werden, ist es zuhause trotzdem warm, wenn ihr kommt, unnötig geheizt wurde aber nicht. Sprachsteuerung mit Alexa, Google Assistant und Siri wird auch immer stärker nachgefragt und das ist für die smarte Heizung vieler Nutzer ein Muss. Oftmals findet man Unterstützung für alle drei Assistenten in einem Produkt. So klappt die Heizungssteuerung auf Zuruf, etwa mit "Alexa, stelle die Temperatur im Wohnzimmer auf 23 Grad".

So legt ihr richtig mit der Smart Home Heizung los

Es gibt viele Anbieter von smarten Heizungssystemen. Im Kleinen könnt ihr auf jeden Fall mit der Vernetzung von Heizkörperthermostaten anfangen. Wenn ihr schon ein Smart Home System samt Bridge besitzt, ist dieser Anbieter die beste Anlaufstelle. So seid ihr sicher, dass alle Komponenten auch zusammenarbeiten. Wenn ihr komplett neu anfangt im Smart Home, habt ihr natürlich alle Möglichkeiten, was ziemlich unübersichtlich ist.

Dann hilft es, sich zu überlegen, welche Funktionen man haben will: Heizpläne und App-Steuerung gibt es überall, aufpassen muss man bei der Unterstützung für Sprachassistenten. Am Heizkörper gibt es nicht viel zu beachten, das kann jeder in seiner Wohnung machen. Wenn ihr aber die Heizungsanlage smart machen wollt, ist das eine größere Aufgabe. Vorab unbedingt das Modell prüfen und vor dem Kauf sichergehen, dass die eigene Anlage auch unterstützt wird. In diesem Fall macht auch der Gang zum Fachmann Sinn, denn der Teufel kann hier im Detail stecken.


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