Smartphone im Ausland bestellen: Das müsst Ihr wissen

Wer ein Smartphone außerhalb der EU bestellt, muss mit Zusatzkosten rechnen
Wer ein Smartphone außerhalb der EU bestellt, muss mit Zusatzkosten rechnen(© 2014 CC: Flickr/Thomas Hawk)

Smartphones, Tablets und technische Spielereien – im Internet könnt Ihr technische Highlights von ausländischen Anbietern kaufen, die es hierzulande teilweise gar nicht gibt. Oder auch in Deutschland erhältliche Geräte, die in den USA scheinbar deutlich günstiger sind. Doch bei vielen Angeboten gibt es Fallstricke, die im Nachhinein für Ernüchterung sorgen.

Zoll und Steuern sind nur ein Aspekt, der bei niedrig scheinenden Preisen berücksichtigt werden sollte – auch fehlende Kompatibilität kann die Freude beim Kauf von technischen Geräten im Ausland trüben. Hier findet Ihr eine Übersicht zu häufig auftretenden Problemen bei Bestellungen im nicht europäischen Ausland.

Kompatibilität und Fälschungen

Ein nicht seltenes Problem bei Bestellungen von technischen Geräten im Ausland ist die fehlende Kompatibilität. Viele Geräte eignen sich beispielsweise nicht für die hierzulande übliche Netzspannung von 230 Volt, sodass die Geräte entweder gar nicht oder nur mit einem Adapter benutzt werden können. Auch die Funkfrequenzen sollten beachtet werden – da zum Beispiel viele Smartphones nicht für die deutschen GSM-Netze geeignet sind.

Vorsicht ist auch dann geboten, wenn ein Gerät zu einem Bruchteil des handelsüblichen Preises angeboten wird, da es sich dann häufig um Fälschungen handeln dürfte. Wenn ein Produkt das CE-Kennzeichen besitzt, ist dies zumindest ein Hinweis darauf, das EU-Normen beachtet wurden.

Zoll und Steuern mit einrechnen

Wenn die umgerechneten Kosten beim Einkauf zwischen 22 Euro und 150 Euro liegen, müsst Ihr damit rechnen, dass die Einfuhrumsatzsteuer noch hinzukommt. Diese beträgt ungefähr so viel wie die hiesige Mehrwertsteuer (19 Prozent). Ist das Gerät allerdings teurer als 150 Euro, kommen gegebenenfalls Zollgebühren hinzu, diese können bis zu 14 Prozent betragen. Aktuell lassen sich beispielsweise Smartphones noch zollfrei in Deutschland einführen. Einen praktischen Rechner für mögliche Kosten, auch bei anderen Geräten, findet Ihr hier.

Nicht vergessen solltet Ihr außerdem die Versandkosten – diese können mitunter wesentlich höher ausfallen als bei Warensendungen innerhalb der EU. Außerdem werden die Versandkosten auch in Warenwert eingerechnet! Zuletzt sind natürlich auch die Zeiten länger, die Ihr bis zum Eintreffen der Ware warten müsst. Gerade bei Bestellungen aus den USA oder Asien kann es mehrere Wochen dauern.

Andere AGBs möglich

Generell ist es so, dass die Garantie für ein Gerät nur in dem Land gilt, in dem es gekauft wurde. Bei Bestellungen im Ausland fällt die Garantie oftmals komplett weg, was im Falle einer Beschädigung äußerst frustrierend sein kann. Die Rechte auf Widerruf und Gewährleistung gelten ebenfalls nur innerhalb der Europäischen Union. Hier müsst Ihr im Zweifelsfall vor dem Kauf mit dem Händler absprechen, welche Garantien er Euch im Zweifelsfall einräumt – denn eine juristische Auseinandersetzung über Ländergrenzen hinweg ist langwierig und teuer, ganz abgesehen von dem Stress.

Zusammenfassung

  • Bei Bestellungen von technischen Geräten im Ausland gibt es gerade im Internet Nachteile
  • Viele Geräte aus dem Ausland sind nicht mit der hiesigen Netzspannung oder den Mobilfunkfrequenzen kompatibel
  • Augen auf: Gerade bei günstigen Preisen kann es sich bei dem Produkt um eine Fälschung handeln
  • Zu dem Kaufpreis kommen noch Versandkosten und je nach Preis und Art der Sendung noch Einfuhrgebühren in Höhe von 19 Prozent und Zollgebühren in Höhe von bis zu 14 Prozent dazu
  • Viele Eurer Rechte als Käufer gebt Ihr auf, wenn Ihr Geräte im Nicht-EU-Ausland kauft
  • Garantien auf die Geräte müssen mit dem Verkäufer extra vereinbart werden

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