So klappt Musik-Streaming mit Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod

Der Amazon Echo spielt Musik von vielen Diensten ab.
Der Amazon Echo spielt Musik von vielen Diensten ab.(© 2016 CURVED)

Egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop: Musik-Streaming ist auf vielen Geräten populär. Und gerade die smarten Lautsprecher von Amazon, Google und Apple haben einiges drauf, damit ihr mit eurem Sound Wohnzimmer, Küche, Bad oder gleich die ganze  Wohnung beschallen könnt. Damit ihr in den vollen Soundgenuß kommt, gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. Wir verraten Euch, worauf es ankommt.

Schon praktisch: Die schlauen Lautsprecher von Amazon, Google oder Apple versorgen uns auf Zuruf mit Informationen und ersparen uns gleichzeitig die lästige Tipperei auf der Tastatur. Zugegeben, die sprechenden Röhren nach dem Wetter zu fragen oder Häschenwitze erzählen zu lassen, wie es der 9-jährige Steppke meines Nachbarn gerne tut, sind amüsante Spielereien aber da geht natürlich auch noch mehr.

So hat der Branchenverband der digitalen Wirtschaft Bitkom in einer Studie ermittelt, dass viele Nutzer gerne Musik streamen: 70 Prozent der Deutschen sind schon dabei und nutzen Spotify, Deezer, Apple Music, Google Play Music und Co. Den Job als Jukebox übernehmen die smarten Boxen von Amazon, Google und Apple anstandslos - allerdings jede auf ihre eigene Weise.

Der Google Home-Lautsprecher in der mittleren Größe liefert auch ohne zusätzlichen Bass einen akzeptablen Sound.(© 2016 CURVED)

Blechbüchse war gestern

Der Vorteil der intelligenten Speaker liegt auf der Hand: Sie klingen besser als ein blecherner Smartphone-Lautsprecher und können mehr als die gängige Bluetooth-Box. Mit Ausnahme von Apples HomePod gibt es die Boxen in verschiedenen Größen und unterschiedlicher Klangqualität.

Wer Amazons Echo oder Google Home vornehmlich als Jukebox einsetzen möchte, sollte bedenken, dass Musik auf den kleinsten Modellen wie dem Google Home Mini und Amazons Echo Dot auf Dauer keinen Spaß macht. Der Standard-Echo und auch der Echo Plus liefern dagegen, genau wie der Google Home, schon besseren Klang, der auch für Musik geeignet ist. Die Referenz sind hier sicherlich nicht die vollwertigen Stereoanlagen, sondern eher die gängigen Bluetooth-Boxen.

Alleine kann er nix: Nur im Team mit anderen Echo-Geräten wie dem Echo Plus spielt der Echos Sub seine Fähigkeiten aus.(© 2018 CURVED)

Mit zusätzlichen Basslautsprechern lässt sich sogar ein anständiges Soundsystem für Zuhause aufsetzen. So kann man der Amazon-Familie zusätzlich einen Echo Sub als Basslieferanten zur Seite stellen und hat damit ausreichend Wumms in der Bude - jedenfalls solange man keinen Saal von 100 Quadratmetern beschallen möchte.

Aufgepimpt zur Stereoanlage

Ähnlich sieht das Setup beim Google Home aus: Die Mini-Ausgabe bringt nur wenig Druck auf die Membranen, die Standard-Ausgabe kann da schon mehr. Und stellt man dem Google Home den basslastigen Google Home Max zur Seite, hat man ein akzeptables Soundkollektiv im Wohnzimmer. Anders als der Echo Sub ist der Home Max kein reiner Basslautsprecher, sondern ein vollwertiger smarter Lautsprecher, der sogar Stereoklang ausspuckt, wenn man zwei Home Max kombiniert. Mit den anderen Geräten der Serie ist Stereo-Sound allerdings nicht möglich.

Das Stereo Setup funktioniert auch mit Amazon-Geräten. Der Echo der 2. Generation, der Echo Dot der 3.Generation und auch der Echo Plus der 1. und 2. Generation eignen sich für ein Stereo-Setup. Voraussetzung sind jeweils zwei gleiche Echo-Produkte. Diese können in der Amazon-Alexa-App zum Stereo-Paar gruppiert werden, wenn sie im selben WLAN-Netzwerk eingebucht sind.

Ganz schön wuchtig, der Google Home Max: Liefert aber auch wuchtigen Bass.(© 2018 CURVED)

Allein von Apples HomePod gibt es nur ein Modell. Dafür liefert er für Musik aber auch von Haus aus schon den besten Sound aller drei genannten Systeme. Und auch der HomePod kann Stereo, vorausgesetzt man verbindet zwei über ein iPhone, iPad oder iPod Touch mit mindestens iOS 11.4 oder einen Mac, der auf macOS Mojave aktualisiert wurde.

Musik-Streaming in der ganzen Bude: Multiroom

Stereo-Sound ist die eine fabelhafte Sache, Multiroom-Streaming die andere - wenn also der gleiche Song in jedem Raum der Wohnung läuft, egal ob Wohnzimmer, Küche, Bad.

Ganz gleich ob Amazon Echo, Google Home oder Apples HomePod, über die jeweils zugehörige App des Anbieters lassen sich die Lautsprecher zu einem System gruppieren und spielen das Musikprogramm synchron ab.

Wichtig ist, dass alle Geräte die zu einer Gruppe zusammengefasst werden sollen im gleichen WLAN eingeloggt sind, ebenso wie das Smartphone oder Tablet, auf dem die App läuft. Bei Apple benötigt man mindestens iOS 11.4 auf dem iPhone oder iPad. und den HomePods. Der Grund: Erst mit dieser Version der Betriebssoftware wurde AirPlay 2 verteilt, das das Abspielen über mehrere Lautsprecher ermöglicht.

Jeder Lautsprecher hat seine eigene App, über die er sich konfigurieren lässt.(© 2018 CURVED)

Eigene Musik über Bluetooth streamen

Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer Google Music oder Amazon Music leisten hervorragende Dienste, aber auch die private MP3-Sammlung lässt sich aber auf den smarten Boxen abspielen. Bis Anfang 2018 konnte dafür man noch eigene Files auf Amazon Music hochladen. Songs, die bis dahin auf dem Server gelandet sind, lassen sich auch heute noch streamen. Alternativ gibt es den Skill "My Media", mit dem sich die eigene Musiksammlung auf die Echos streamen lässt - oder eben die Übertragung  per Bluetooth.

Bei Google lassen sich über Googles Musik-Manager zu Google Play Music bis zu 50.000 Songs hochladen und auch Apple bietet einen ähnlichen Service an: Wer seine eigene Musikbibliothek streamen möchte, kann sie mit einem Apple Music-Abo oder iTunes Match für 25 Euro im Jahr in der iCloud-Musikmediathek speichern und streamen, allerdings nicht mehr als 100.000 Titel.

Musik-Streamimg funktioniert auf Amazons Echo Plus mit Amazon Music, Spotify und Deezer.(© 2018 CURVED)

Die Möglichkeiten zum Streaming der eigenen Musik über die Dienste sind also recht überschaubar. Welche Möglichkeiten gibt es also noch? Entweder verdrahtet man Smartphone, Tablet oder Rechner per Klinkenkabel mit dem Lautsprecher, sofern eine passende Buchse vorhanden ist. Die gibt nur bei Amazons Echo und Googles Home Max, bei den kleinen Google Modellen fehlt sie genauso wie bei Apples HomePod.

Mit weniger Kabelsalat und mehr Bewegungsfreiheit funktioniert es bei Amazon und Google per Bluetooth, so dass man Musik vom Smartphone streamen kann. Beim HomePod braucht es einen kleinen Workaround. Da Apple Bluetooth nicht für gewöhnliches Audio-Streaming freigibt. Daher müsst ihr hier auf das AirPlay-Protokoll zurückgreifen.

Welche Streaming-Dienste kann ich nutzen?

Um eure Lieblingstracks an die smarten Lautsprecher zu senden, gibt es viele Musik-Streaming-Dienste. Aber nicht alle funktionieren auf allen Geräten, hier kocht jedes der drei Unternehmen sein eigenes Süppchen. Vor allem Apples HomePod ist in seinen Fähigkeiten und freien Verbindungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Generell gilt: Nur wenn der Musik-Streaming-Dienst bei den Geräten als Service integriert ist, lässt er sich auch per Sprachbefehl steuern.  Wir haben für Euch die Möglichkeiten der einzelnen Services zusammengestellt.

Amazon Music

Klar, dass dieser Dienst auf den Echos von Amazon problemlos funktioniert. Wer den Service mit Google Home nutzen möchte, muss den Umweg über das Smartphone und Bluetooth-Streaming gehen, direkt über Google Home ist er nicht aufrufbar. Bei Apple führt der Weg einmal mehr über die Air-Play-Funktion. Wer bereits Kunde bei Amazon Prime ist, der kann beim Musk-Streaming aus zwei Millionen Titeln wählen. Wer Amazon Music pauschal für alle seine Geräte abonniert zahlt 9,90 Euro und hat Zugriff auf 50 Millionen Songs. Und wer das Musik-Streaming über seinen Echo, Echo Plus oder Echo Dot aktiviert, zahlt lediglich 3,99 Euro. Allerdings ist die Nutzung dann auf die Echo-Geräte beschränkt.

Spotify

Damit Amazons Echo und Spotify sich verstehen braucht es ein Abo für 9,99 Euro (Single) oder 14,99 Euro pro Monat (für Familien). Studenten zahlen 4,99 Euro. Auf Google Geräten geht's auch ohne Abo, mit den üblichen Einschränkungen eines Gratis-Accounts. Bei Apples HomePod funktioniert es wieder nur über die AirPlay-Funktion.

Wer mit Amazons Echo kostenlos Spotify nutzen möchte, muss es vom Smartphone per Bluetooth auf den Lautsprecher streamen.(© 2015 CURVED)

Deezer

Hier ist ebenfalls en kostenpflichtiges Abo fällig, damit sich die Songs auf die smarten Lautsprecher von Amazon oder Google beamen lassen. Entweder Deezer Premium (9,99 Euro), Deezer Family (14,99 Euro), Deezer HiFi mit verlustfreier Datenkomppression (19,99 Euro) oder Deezer Student (4,99 Euro). Apple ist auch hier außen vor, lediglich mit AirPlay lässt sich Deezer auf den HomePod streamen.

Apple Music

Der Streaming-Dienst ist Apples Equivalent zu Spotify oder Deezer und stellt dem HomePod sein opulentes Musikarchiv von rund 45 Millionen Songs zur Verfügung. Die Kosten sind ähnlich wie bei den anderen Anbietern gestaffelt, 9,99 Euro für die einzelne Lizenz und 14,99 Euro für das Familien-Abo mit mehreren Nutzern.

iTunes

Neben Apple Music kann man auf dem HomePod Apples digitalen Plattenladen iTunes nutzen. Alle Songs, die ihr hier bereits gekauft habt, stehen euch natürlich auch auf dem HomePod zur Verfügung. Das Angebot an Radiosendern allerdings ist recht überschaubar, dafür stehen viel Podcasts zur Auswahl.

Google Play Music

Während Amazon Music-Kunden den Dienst auf ihrem Google Home nur über die Bluetooth-Verbindung streamen können, läuft das Spiel bei Google Play Music genau umgekehrt. Soll heißen: Nahtlose Integration inklusive Sprachsteuerung funktioniert nur auf dem Google Home, auf dem Echo über Bluetooth und beim HomePod lediglich über Air-Play. 9,99 Euro sind für das einfache Abo fällig, 14,99 Euro für das Familienabo. Auch eigene Songs kann man aus der Google Cloud streamen. Die Dateien müssen dafür via Googles Musik-Manager zu Google Play Music hochgeladen werden. Bis zu 50.000 Songs sind möglich.

YouTube Music

Den Status als Jukebox hat YouTube sich schon seit längerem erarbeitet: Viele Musiktitel werden lediglich mit einem Standbild hochgeladen, da eigentlich nur die Tonspur von Interesse ist. Das ändert sich mit YouTube Music. Hinter diesem Namen steckt für 11,99 Euro im Monat ein klassischer Musik-Streamingdienst, der auch über die verschiedenen Google Home über die Sprachsteuerung abrufbar ist. 2019 wird Google Play Music voraussichtlich in YouTube Music aufgehen.

TuneIn

Über diesen Dienst lassen sich keine einzelnen Musik-Titel abrufen, sondern ausschließlich Radiosender. Dazu gehören die klassischen Stationen von öffentlich-rechtlich bis privat, aber auch Webradiostationen, die oft ohne Moderation stundenlange, nach Genres oder Stimmungen sortierte Sender anbieten, von 80er Hits über Klassik, Folk und Funk bis Heavy Metal. Großer Vorteil des Dienstes: Er liefert euch die Musik auf allen Geräten kostenlos.


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