Viber: Der große Skype-Konkurrent mit Datensammelwut

Eine Sache macht Viber ganz anders als sein Konkurrent WhatsApp: Der Messenger ist weniger auf das Chatten via Tastatur ausgelegt, sondern setzt – ähnlich wie Skype – auf Internettelefonie. Der kostenlose Dienst hat jedoch einen großen Nachteil: Die Anwendung durchforstet Euer Adressbuch nach Daten und speichert diese.

Was kann Viber?

Viber ist eine Voice-over-IP-Software, die Telefonanrufe über die Internetverbindung ermöglicht. Wie bei den Konkurrenten Skype oder WhatsApp könnt Ihr zudem Bilder oder Textnachrichten versenden. Viber ist sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop-Computern verfügbar – Ihr könnt die Anwendung unter anderem für Android, iOS, Windows Phone, den Mac und für Windows herunterladen.

Wer steckt hinter Viber?

Der Entwickler von Viber ist der israelische Ex-Soldat Talmon Marko, der ein abgeschlossenes Studium in Informatik und Management hat. Die Viber Media Inc. gründete er 2010, allerdings ist nur wenig über das Unternehmen bekannt. Das zeigt sich schon am Standort – die israelische Firma hat beispielsweise Briefkästen in Weißrussland, Zyper und in New York. Am 14. Februar 2014 hat das japanische Unternehmen Rakuten Viber für 900 Millionen US-Dollar gekauft.

Wieviel kostet Viber?

Die App selbst und Anrufe über das Internet sind kostenlos. Aber Vorsicht: Besteht keine Internetverbindung, ruft Viber den Kontakt über die herkömmliche Telefonverbindung an, wodurch die normalen Telefongebühren fällig werden.

Wie installiert Ihr Viber?

Bei Viber ist es nicht nötig, dass Ihr Euch ein gesondertes Benutzerkonto anlegt. Die Registrierung findet über die eigene Telefonnummer statt. Das Programm sucht dann automatisch nach Kontakten in Eurem Adressbuch, die ebenfalls Viber installiert haben. Anrufe über Viber gehen übrigens auch bei Euch ein, wenn Ihr die App gar nicht geöffnet habt.

Was spricht für oder gegen Viber?

Klar – ein deutlicher Pluspunkt von Viber ist die Tatsache, dass der Messenger kostenlos zum Download zur Verfügung steht und er eine vergleichsweise große Zahl an Nutzern aufweist. Bereits im vergangenen Jahr konnte Viber auf 200 Millionen aktive Benutzer blicken – das sind rund halb soviele, wie WhatsApp hat. Zudem ist die Sprachqualität bei einer guten Internetverbindung hervorragend.

Ein großes Manko der App ist allerdings, wie könnte es auch anders sein, der Datenschutz. Zum einen sammelt das Unternehmen hinter dem Messenger eine Vielzahl an Nutzerdaten, zum anderen ist unklar, was mit diesen geschieht.

Ein Beispiel: Viber geht durch Euer Adressbuch und prüft automatisch, welche Eurer Kontakte die App ebenfalls installiert haben. Hat einer Eurere Kontakte die Software ebenfalls installiert, wird er in der Liste markiert. Das Problem dabei ist, dass alle Telefonnummern, Namen und Adressdaten auf den Servern von Viber gespeichert werden, wie bereits die ZEIT berichtete. Nach der Zustimmung wird dabei nicht gefragt. Habt Ihr beispielsweise aus beruflichen Gründen sensible Kontaktdaten im Adressbuch gespeichert, solltet Ihr von Viber Abstand nehmen.

Zusammenfassung

  • Viber ist als VoIP-Dienst schon mehr als eine WhatsApp-Alternative, in mancher Hinsicht ähnelt der Dienst Skype
  • Praktisch ist, dass für die Registrierung kein gesondertes Benutzerkonto erforderlich ist, sondern nur die Telefonnummer
  • Zu den Vorteilen von Viber zählt, dass der Dienst kostenlos ist, eine große Zahl an Nutzern hat und gerade bei einer guten Internetverbindung mit der Sprachqualität überzeugt
  • Das größte Manko ist aber der Datenschutz, da Viber Namen, Telefonnummern und Adressdaten Eurer Kontakte auf den eigenen Servern speichert

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