VPN-Apps: Ländersperren überwinden – und US-Inhalte streamen

VPN steht für Virtual Private Network und ist alles andere als seine neue Technik – aber viele Nutzer wissen noch zu wenig darüber.
VPN steht für Virtual Private Network und ist alles andere als seine neue Technik – aber viele Nutzer wissen noch zu wenig darüber. (© 2019 Getty Images)

Doch es gibt viele Anbieter und Fallstricke rund um die Virtual Private Networks. Wir zeigen, was Du über das Thema wissen musst und warum Du eine VPN-Apps brauchst, auch wenn Du kein Serien-Junkie bist.

Euch reicht das Netflix-Angebot in Deutschland völlig aus oder Streaming geht euch generell am Allerwertesten vorbei? Stop, noch nicht aufhören mit lesen, eine VPN-App gehört auf jedes Handy. Viel Theoriewissen braucht ihr dafür nicht, denn die Bedienung der Apps für Android und iOS ist sehr einfach. Aber es schadet nicht, die Grundidee zu verstehen, denn dann könnt ihr die verschiedenen VPN-Angebote sehr einfach selbst einschätzen.

VPN steht für Virtual Private Network und ist alles andere als seine neue Technik. Schon seit Jahrzehnten setzen Firmen VPNs ein, damit sich Mitarbeiter von unterwegs oder aus dem Home Office sicher in Unternehmensnetze einklinken können. Der Clou für Privatnutzer ist, dass auch ihr diese Technik zur verschlüsselten Datenübertragung nutzen könnt. Gleichzeitig verschleiert ein VPN eure tatsächliche IP-Adresse. Damit bringt ein VPN für Dich folgende Vorteile:

  • ihr könnt sicher an unsicheren WLAN-Hotspots surfen
  • eine besuchte Seite kann euch anhand eurer IP-Adresse nicht identifizieren.
  • Verbindet ihr euch mit einem VPN-Server im Ausland, erscheint es so, als ob sich euer Handy oder PC in diesem Land befinden würde; damit könnt ihr beispielsweise Video-Streams nutzen, die durch Ländersperren geschützt sind.

VPN-Anbieter erleichtern Einstieg

Ein VPN in einem Unternehmen muss aber erst aufgebaut, abgesichert und gewartet werden; dort kümmern sich hauptberuflich Admins um den ganzen Server-Kram. Dass müsst ihr selbst nicht übernehmen, denn es gibt zahlreiche VPN-Dienste, die das schon gemacht haben und die einen einfachen Zugang bereitstellen. Bekannte VPN-Dienste sind etwa NordVPN, ProtonVPN oder ExpressVPN; auch Sicherheitsfirmen wie Kaspersky, Symantec oder F-Secure haben VPN-Dienste im Angebot.

Gegen eine geringe monatliche Gebühr von rund 3 bis 5 Euro pro Monat könnt ihr diese VPN-Dienste auf mehreren Geräten nutzen. Die Anbieter stellen dafür Apps für Android und iOS bereit sowie Programme für Windows und Mac. Ihr kriegt außerdem ein Benutzerkonto. Dann startet ihr den Client für das VPN und meldet euch mit euren Zugangsdaten an. Ab diesem Zeitpunkt surft ihr über einen verschlüsselten VPN-Tunnel und nutzt die oben genannten Vorteile.

Ländersperren überwinden

Die meisten Nutzer haben ein VPN am Start, um damit Ländersperren zu umgehen. Oftmals sollen diese Geoblockaden Streaming-Inhalte nur für Nutzer aus einem bestimmten Land zugänglich machen. Beispiel Netflix: Selbst wenn ihr ein Netflix-Konto habt, könnt ihr als deutscher Nutzer nur die Inhalte sehen, die Netflix in Deutschland bereitstellt. Einige Serien oder Filme sind dagegen nur in den USA, in UK oder Kanada zu sehen. Mit einem VPN könnt ihr auch auf diese Inhalte zugreifen.

Und das geht so: Die VPN-Apps stellen viele verschiedene Server in unterschiedlichen Ländern bereit. NordVPN beispielsweise betreibt nach eigenen Angaben über 5.000 Server in 60 Ländern. Ihr könnt in den Apps und Programmen der VPN-Anbieter einfach einen US- oder UK-Server auswählen, über den werden dann eure Daten geschleust. Startet ihr danach Netflix, denkt der Streaming-Dienst, ihr seid im Ausland und stellt die passenden Inhalte bereit. So könnt ihr also US-Serien auch direkt aus Deutschland gucken. Andersrum geht das aber auch: zum Beispiel wenn ihr im Spanienurlaub deutsche Streaming-Angebote nutzen wollt.

Nicht unsichtbar, aber verschleiert

Sehr häufig wird von den VPN-Anbietern auch das anonyme Surfen beworben. Das Marketing-Versprechen können die Dienste aber rein technisch nicht einhalten. Richtig ist, ein VPN verschleiert eure echte IP-Adresse. Ihr verbindet euch mit einem VPN-Server und über den läuft der Daten-Traffic. Wenn ihr also mit einem US-Server des VPN-Anbieters verbunden seid und bei Netflix vorbeisurft, kommt ihr mit einer US IP-Adresse dort an. Für Netflix ist es dann nicht möglich zu erkennen, ob das eure echte IP-Adresse ist oder nicht.

Doch das Tracking im Internet basiert nicht nur auf IP-Adressen. Die IP-Adresse ist zwar ein wichtiges, aber eben nur ein Merkmal, mit dem man eurch wiedererkennen kann. Auch der  Browser, das Betriebssystem, das Gerät mit dem ihr surft: eure Einstellungen und Cookies liefern genauso Informationen um euch zu identifizieren. Was ihr also immer im Hinterkopf haben solltet: VPN-Dienste machen euch im Netz nicht unsichtbar. Trotzdem sind VPNs auch jenseits von Ländersperren nützlich, etwa als Sicherheits-Tool durch Verschlüsselung.

Sicher Surfen am Hotspot

Das mit der kompletten Anonymität klappt bei VPNs nicht, die Sicherheit dagegen schon. Bei der Auswahl eines VPN-Anbieters solltet ihr euch deshalb genau ansehen, was der Dienst beim Thema Sicherheit zu bieten hat. Verschlüsselung mit AES-256 sollte auf jeden Fall Pflicht sein. Was auch wichtig ist, ist die Datenschutzerklärung der Anbieter. Schließlich läuft euer kompletter Datenverkehr über die Server eines Anbieters. Wenn der zu viele Daten mitschneidet, könnt ihr euch von eurer Privatsphäre verabschieden.

Es sollte möglichst nichts in Log-Dateien gespeichert werden (No Log Policy, Zero Log Policy). Was gar nicht geht, sind Aufzeichnungen über besuchte Webseiten (Traffic), außerdem sollten möglichst nicht eure echten IP-Adressen, verwendete DNS-Server oder Verbindungsdaten wie Zeitstempel und Bandbreite geloggt werden. NordVPN oder ProtonVPN sind in der Hinsicht vorbildlich.

VPNs bremsen

Es gibt einen Nachteil bei VPNs, den ihr kennen solltet: Egal wie schnell der Internetanschluss ist, jedes VPN bremst euch, weil die Verschlüsselung einen Overhead erzeugt und die Wege über die Server der Anbieter länger sind als üblich. Hier hilft nur ausprobieren, damit euch beim VPN-Einsatz nicht die Füße einschlafen. Damit euch das nichts kostet, könnt ihr bei so gut wie allen VPN-Anbietern mit kostenlosen Trial-Versionen testen. Hat ein VPN-Anbieter keine kostenlose Testmöglichkeit im Programm, solltet ihr ihn meiden. Kleiner Tipp: Es gibt jede Menge Auswahl.

Empfehlenswerte VPN-Dienste

Empfehlenswerte VPN-Dienste sind NordVPN, ProtonVPN oder PureVPN. Sie bieten Apps für Android und iOS sowie Programme für Windows und Mac, außerdem sind sie einfach zu bedienen, haben eine breite Server-Auswahl und sind ausreichend schnell. Auch die Aufzeichnung von Log-Dateien beschränkt sich auf ein Minimum.

VPN kostenlos

Bei kostenlosen VPNs solltet ihr vorsichtig sein. Unter dem Strich sieht es so aus, dass ein VPN-Anbieter doch gewisse Kosten für die Server und deren Betrieb hat. Schließlich soll das Ganze auch gut abgesichert sein und stabil laufen. Ihr solltet euch auf jeden Fall die Frage stellen, wie sich ein kostenloses Angebot finanziert. Manche Anbieter blenden Werbung ein, andere driften schon etwas in die unseriöse Ecke ab und machen mit den Daten der VPN-Nutzer Geschäfte.

Von ProtonVPN gibt es ein interessantes Kostenlos-VPN. Es eignet sich für alle, die überhaupt mal das Thema unverbindlich ausprobieren wollen oder für Gelegenheitsnutzer. Der Haken an der Sache: Die kostenlose Version von ProtonVPN ist abgespeckt. Sie läuft nur auf einem Gerät, bietet nur drei Länder und ist auch von der Nutzungsgeschwindigkeit her gedrosselt.

Fazit

Eine VPN-App sollte jeder haben, spätestens im Urlaub lohnt sie sich, wenn man im unverschlüsselten Hotel-WLAN surfen muss. Per VPN-Client ist man dort geschützt, weil Daten durch einen verschlüsselten Tunnel übertragen werden. Streaming-Fans, die ausländische Serien und Filme gucken wollen, können mit einem VPN Client Ländersperren überwinden, auch praktisch. Was nicht so gut klappt, ist die Sache mit der Anonymität: Auch das beste VPN kann euch im Netz nicht unsichtbar machen.


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