WhatsApp-Fails 2014: Die größten Aufreger des Jahres

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2014 fanden Nutzer immer wieder Gründe, sich über WhatsApp aufzuregen – oft zu Recht
2014 fanden Nutzer immer wieder Gründe, sich über WhatsApp aufzuregen – oft zu Recht(© 2014 WhatsApp, CURVED Montage)

Sicherheit, Privatsphäre, Datenschutz, immer wieder Ausfälle – WhatsApp hat 2014 für einige Aufreger gesorgt. Am unbeirrten Wachstum des Messengers änderten die Kontroversen freilich nichts, auch wenn das Thema der WhatsApp-Alternativen zu einem immer wieder hochkochenden Dauerbrenner über das ganze Jahr avancierte. Wir wollen trotzdem auf dieses turbulente Jahr der neuen Facebook-Tochter zurückblicken.

Facebook kauft WhatsApp – und die Nutzer geraten in Panik

Partner am Valentinstag: Mark Zuckerberg (l.) und Jan Koum vereinbarten die WhatsApp-Übernahme beim Dinner(© 2014 CC: Flickr/jdlasica, CC: Flickr/Hubert Burda Media, CURVED Montage)

Die Übernahme der weltweit führenden Messenger-App durch das größte soziale Netzwerk sorgte für eine regelrechte Panik unter den Nutzern. Klar, aus Facebooks Sicht macht der Deal Sinn, vielen Nutzern aber ein mulmiges Gefühl. Schließlich hat das Unternehmen nicht unbedingt einen besonders guten Ruf, was das Thema Privatsphäre angeht – und nervige Werbung. Zumindest die blieb dem Messenger wie versprochen erspart, auch wenn Facebooks 19-Milliarden-Dollar-Baby mangels Geschäftsmodell nur Verluste einfährt. Mark Zuckerberg hat mit WhatsApp jedenfalls Großes vor, fast schon Größenwahnsinniges. Trotz Beschwerde kam der Deal in allen Instanzen durch, die Bedenken vieler Nutzer blieben – aus guten Gründen, wir Ihr in den weiteren Zeilen lesen werdet.

WhatsApp und das leidige Thema Datenschutz

Das Datenschutz-Menü findet sich erst seit diesem Jahr überhaupt in den WhatsApp-Einstellungen(© 2014 CURVED Montage)

Wer was auf seine Privatsphäre hält, ist WhatsApp gegenüber nicht erst seit der Übernahme durch Facebook skeptisch eingestellt. Immerhin schaffte es der Messenger im fünften Jahr seines Bestehens endlich, eine Datenschutz-Option einzubauen, mit der sich die Anzeige des Online-Status beschränken ließ – eine Einstellung, die ein späteres Update zum Ärger der Nutzer einfach von selbst wieder änderte. Trotzdem war das Auslesen ganzer Chat-Verläufe durch dritte Apps möglich. Zudem fürchteten Nutzer, mit dem Upload bei WhatsApp die Rechte an ihren Fotos abzugeben. Recht bekommen haben Verbraucherschützer indes in einem Prozess gegen WhatsApp und seine bis dahin nicht ins Deutsche übersetzten Datenschutzbestimmungen. Sowohl die WhatsApp-Betreiber als auch die neue Konzern-Mutter Facebook sagten dem schlechten Image den Kampf an und ließen Taten folgen: Inzwischen nimmt sich WhatsApp weniger Rechte heraus und verschlüsselt Chats von Ende zu Ende.

Der Haken an den blauen Haken

Zwei kleine Häkchen sorgten für großen Ärger(© 2014 CURVED Montage)

Das Thema Privatsphäre ist ein schmaler Grat, auf dem so sich manche gut gemeinte Feature-Idee zum Shitstorm gegen ihren Urheber wenden kann. Und so wurden die eigentlich praktischen blauen Häkchen, die WhatsApp im November 2014 einführte, schnell zum verhassten Symbol des gläsernen Online-Users – und das nicht zu Unrecht, wie eine Analyse deutlich macht. Sie zeigen an, ob und sogar wann eine Chat-Nachricht gelesen wurde. Damit dürften die blauen Haken so manchen Streit provoziert haben, frei nach dem Motto: "Warum antwortest du nicht? Du hast das doch gelesen!" Ein Anwalt stufte das dazugehörige Update gar als illegal ein. Die Konkurrenz freute sich wie schon bei diversen vorigen Verfehlungen WhatsApps über Zulauf von frustrierten Ex-Nutzern. Die Betreiber des Messengers sahen ihre Verfehlung schließlich ein und machten das Feature per Update deaktivierbar – zumindest auf Android-Smartphones.

WhatsApp immer wieder von Ausfällen geplagt

WhatsApp war 2014 immer wieder nicht zu erreichen(© 2014 CURVED)

Über 600 Millionen aktive Nutzer zählt WhatsApp inzwischen – und immer wieder bringen die ausgetauschten Datenmassen die Server des Dienstes an ihre Grenzen. Ausgerechnet kurz nachdem Facebooks WhatsApp-Übernahme bekannt wurde, ging für mehrere Stunden nichts mehr. Beides zusammen bescherte Konkurrenz-Messengern regen Zulauf. Kaum mehr als einen Monat später folgte der nächste Ausfall, und auch der Folgemonat Mai blieb nicht ohne WhatsApp-Probleme. Nachdem es binnen zehn Tagen gleich zwei Ausfälle gab, wurden Zweifel daran laut, ob WhatsApp seinem eigenen Wachstum gewachsen sei. Das war es, wie es scheint. Denn daraufhin blieb der Betrieb des Messengers ein halbes Jahr lang von größeren Störungen verschont – von einem missglückten Android-Update im August einmal abgesehen – ehe es im Dezember wieder zu einer Auszeit kam. Immerhin konnte dieser als möglicher Vorbote auf ein Update noch etwas Positives abgewonnen werden.

Hey WhatsApp, wo bleiben die Updates?

So soll das Anrufmenü von WhatsApp angeblich aussehen(© 2014 AndroidWorld)

WhatsApp hat seinen Messenger über das Jahr hinweg kontinuierlich weiterentwickelt. Das geschah allerdings in vielen kleinen Schritten – mit einem großen Fehltritt wie den blauen Häkchen, aber auch erfreulichen Entwicklungen wie der Chat-Verschlüsselung. Eine wirklich große Neuerung kündigte sich zwar bereits im April an, lässt aber noch immer auf sich warten: telefonieren per WhatsApp. Immer wieder gab es Meldungen über den baldigen Start des Features, der schließlich auf 2015 vertagt wurde. Die Betreiber des Messengers sind in Sachen Updates offenkundig nicht besonders schnell: Das WhatsApp-Update für iPhone 6 und iPhone 6 Plus, das die App für die neuen Auflösungen der Apple-Smartphones optimierte, ließ fast zwei Monate auf sich warten. Dabei soll es schon einen Monat früher startklar gewesen sein – und selbst da ärgerten sich Nutzer bereits seit mehreren Wochen über allzu grob aufgelöste Chats.


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