AOC Q2778VQE im Test: 27 Zoll-QHD-Monitor für 400 Euro

Peinlich !22
Ein QHD-Monitor mit 27 Zoll für unter 400 Euro?
Ein QHD-Monitor mit 27 Zoll für unter 400 Euro?(© 2015 AOC)

Full HD war gestern, zumindest auf Top-Smartphones ist die (W)QHD-Auflösung mit ihren 2.560 x 1.440 Bildpunkten inzwischen zum Standard avanciert und auch die mobilen Kameras schießen nunmehr Videos in 4K-Qualität. Allein, derart hochauflösende Fernseher für das heimische Wohnzimmer sind derzeit noch unbezahlbar. Einen Kompromiss stellen da große Monitore dar, die es bereits für unter 400 Euro gibt. Wir haben ein solches Modell von AOC ausprobiert.

Keine Frage, die Anschaffung eines UHD-TVs kommt derzeit wohl nur für die wenigsten Nutzer ob der immer noch recht Preise für solche Geräte in Frage. In den nächsten ein, zwei Jahren werden die zwar drastisch fallen, wer aber schon heute hochauflösende Inhalte auf dem etwas größeren Screen betrachten möchte — oder einfach nur viel Platz auf seinem Desktop benötigt — der kann sich schon jetzt einen entsprechenden Monitor mit immerhin 27 Zoll-Bilddiagonale für unter 400 Euro zulegen, der dann zwar nicht mit UHD (3.840 x 2.160 Pixel), aber wenigstens mit QHD, also 2.560 mal 1.440 Pixeln auflöst.

Acer bietet mit dem K2 ein Modell für richtig günstige 299 Euro an, wir haben uns zunächst aber den ganz neuen Q2778VQE vom taiwanischen Hersteller AOC für einen UVP von 399 Euro zur Brust genommen.

Panel top ...

Wer einmal auf 27 Zoll mit QHD-Auflösung gearbeitet hat, wird sich schwer tun, danach wieder zum noch-Standard von 1.920 x 1.080 Pixeln zurückzukehren: Nicht nur ist einfach viel mehr Platz, um endlich wirklich komfortabel und übersichtlich mehrere Fenster parallel geöffnet zu haben, auch werden Texte und  Webseiten deutlich schärfer und insgesamt klarer wiedergegeben. Ein gutes Panel vorausgesetzt, aber hier gibt sich das AOC-Modell kaum Schwächen: Obwohl wir es nicht mit einem IPS- sondern einem TN-Panel zu tun haben, punktet der 27 Zoller mit tollen Blickwinkeln, satten Farben und blendender Helligkeit — alle drei Disziplinen gehen nicht nur für einen Monitor der Budgetklasse völlig in Ordnung, sondern sollte die allermeisten Anwender auch im Alltag glücklich machen.

Für PC-Gamer sieht das etwas anders aus: Zum einen benötigt es für das Mehr an Auflösung schon ordentlich Rechenpower — mein privates Rig, das bei 1080p mühelos auch aktuelle Top-Titel flüssig darstellt, geriet bei der nativen Auflösung des AOC von 2.560 mal 1.440 Pixeln schon merklich ins Schwitzen und schaffte es nicht mehr, sämtliche Spiele über 30 Frames pro Sekunde zu halten. Das ist freilich ein generelles Problem, das eben auch abhängig von der verbauten PC-Hardware ist. Grundsätzlich kann der Q2778VQE natürlich auch auf 1080p herunterschalten, allein sehen Inhalte dann ziemlich verschwommen und unscharf aus. Das sollten speziell Gamer beim Umstieg auf einen QHD- oder gar UHD-Monitor eben im Hinterkopf haben. Ebenso die Tatsache, dass der Monitor vom Hersteller zwar auf dem Papier mit einer Reaktionszeit von 1 ms aufwartet, dadurch also kaum Ghosting bei schnellen Bewegungen auftritt, dafür aber eine Eingabe-Latenz von rund 27 ms aufweist (nicht von uns gemessen, entspricht aber unseren subjektiven Erfahrungen) und somit in dieser Hinsicht nicht unbedingt die erste Wahl von Hardcore-Spielern sein sollte.

... Gehäuse schlicht

Wo so viel Panel für so wenig Geld angeboten wird, da muss an anderer Stelle gespart werden und beim Q2778VQE geschieht das beim Gehäuse respektive Standfuß: Der recht breite Rahmen um das Panel ist glossy und wirkt insgesamt nicht besonders hochwertig — insofern schmückt der Monitor im ausgeschalteten Zustand keinen Schreibtisch. Kurioserweise ist die Rückseite des Standbeines, das in den kreisrunden Fuß mündet mit einer halbwegs attraktiven, silbernen EInlage versehen — schade nur, dass ausgerechnet dieses einzige schmückende Element in den meisten Aufstellungsszenarien wohl zur Wand oder zum Fenster, jedenfalls weg vom Betrachter zeigen wird.

Dramatischer wiegt aber das Fehlen einer Höhenverstellung: Lediglich vertikal kann das Panel gekippt werden, um den besten Betrachtungswinkel zu erreichen, insgesamt schwebt der Screen somit für meinen Geschmack aber zu tief über dem Schreibtisch.

Lob gibt es dann aber für die Anschluss-Vielfalt auf der (kurioserweise attraktiveren) Rückseite: Neben den obligatorischen DVI-, HDMI- und DisplayPort-Anschlüssen — für die beiden letztgenannten steht auch eine Audio Pass-Through-Funktion bereit — bietet der Q2778VQE auch noch einen D-Sub/VGA-Eingang für den Anschluss älterer Geräte an.

Fazit: Für den günstigen, produktiven Einstieg

Zusammengefasst lässt sich dem AOC Q2778VQE eine gute Leistung im technischen Bereich — zumal zu seinem günstigen Preis — attestieren. Das Panel macht Freude beim Arbeiten und Betrachten von digitalen Inhalten aller Art und die Bandbreite der Anschlüsse garantiert, dass sich praktisch jeder Rechner problemlos anstecken lässt. Abzüge gibt es in der B-Note, sprich dem Design, der Funktionalität und der Verarbeitung des Rahmens und des Standfußes. Wer darauf aber keinen großen Wert legt und kein ambitionierter Spieler ist, der findet in diesem 27 Zoller einen preiswerten Einstieg in die QHD-Welt.


Weitere Artikel zum Thema
Polaroid Snap Touch im Test: Sofort­bild­ka­mera und Smart­phone-Foto­dru­cker
Jan Johannsen1
Polaroid Snap Touch: Sofortbildkamera und Fotodrucker für Smartphones.
Die Polaroid Snap Touch ist eine Mischung aus Sofortbildkamera und Fotodrucker für Smartphones. Wie gut die Mischung funktioniert, verrät der Test.
Apple MacBook Pro (2016) mit Touch Bar im Test [mit Video]
Marco Engelien3
Weg damit !29Leicht, schick, aber auch teuer: das neue MacBook Pro mit Touch Bar.
Das neue MacBook Pro ist flacher, leichter und hat die Touch Bar statt der F-Tasten. Aber ist es auch das bessere Arbeitsgerät für Profis? Der Test.
udoq im Test: Ein Dock, sie alle zu binden
Felix Disselhoff
Her damit !6Das puristische Design passt perfekt zu Apple-Geräten
Ihr nutzt ständig Smartphone und Tablet parallel? Oder zofft Euch in der Familie um die Ladekabel? Dann könnt das udoq genau richtig für Euch sein.