CCleaner für Android: Finale Version im Play Store

Seit Jahren verlasse ich mich auf meinem PC auf den CCleaner von Entwickler Piriform — um Dateileichen zu finden und zu beseitigen, ab und an die Registry zu säubern, um komfortabel die Programme zu bestimmen, die beim Hochfahren von Windows automatisch starten dürfen und um Spiele und Programme zu deinstallieren. Nun ist dieses auf dem Desktop so nützliche Tool auch für Android erschienen. Die große Frage: Macht das auf einer mobilen Plattform überhaupt Sinn?

Windows ist für sich genomen ein ziemlich altes Betriebssystem, das über die Jahre zwar stetig modernisiert wurde, teilweise aber immer noch Konzepte aus der Anfangszeit der IT nutzt. Zum Teil hängen aber auch Power-User wie ich diesen Anfängen in der Handhabe moderner PCs nach: Lange hat es beispielsweise gedauert, bis ich unter Windows 7 endgültig darauf verzichtet habe, einen RAM-Manager zu benutzen und in den Systemeinstellungen herumzutunen — dazu ist das OS spätestens seit Version 8 tatsächlich zu modern und effektiv geworden.

Was aber geblieben ist, ist der CCleaner: Zwar gibt es unter Windows natürlich auch systemeigene Wege, die Autostartliste zu pflegen und Programme zu deinstallieren, bei CCleaner finde ich aber alles intuitiv auf einem Fleck. Und kann ab und an noch die Registry entplündern oder mich Gigabyte-weise unnötiger Temp-Dateien entledigen. So weit, so Windows.

Welchen Mehrwert kann CCleaner unter Android bieten?

Seit dieser Woche gibt es den CCleaner in der finalen Version  1.00 nun auch im Play Store für Android. Macht die App auf Googles mobilem OS aber überhaupt Sinn? Android ist im Gegensatz zu Windows ein relativ junges Betriebssystem, das durch seinen Fokus auf Mobilfunk-Geräte von Beginn an auf Ressourcenschonung und effektive Speicherverwaltung getrimmt war. Welchen Mehrwert kann da ein CCleaner bieten?

Übersichtliche Infos zur Auslastung bietet CCleaner

Aus meiner Sicht nicht so wahnsinnig viel: Die App kommt zwar mit ansehnlichem, minimalistischen Layout, bietet auf einen Blick Informationen über die Auslastung des internen Speichers und des RAM, lässt  den Nutzer Apps deinstallieren und den Ladestand des Akkus sowie die CPU-Auslastung  überprüfen. Das geht unter Android fast alles aber auch ganz einfach mit Bordmitteln oder mit jedem anderen Tool dieser Art.

Alleinstellungsmerkmal des CCleaners muss dann auch unter Android wohl die Reinigungsfunktion sein — allein: Braucht Android diese? Starte ich im Hauptmenü der App die Analyse, wird mir nach ein paar Sekunden eine Liste mit optimierungswürdigen Punkten angezeigt. Der Cache findet sich dort, der Browser-Verlauf, die Downloads und sogar die Anruflisten und SMS. Darunter werden noch einzelne Apps gelistet, die vermutlich (das wird leider nicht weiter erklärt) gerade viel Speicher belegen.

Problem(e) dabei: Sollte ich den Cache unter Android überhaupt löschen oder störe ich damit unter Umständen Apps, die zwingend im Hintergrund laufen sollen. Oder belegen diese Apps nach einem Neustart nicht einfach wieder den gleichen Speicherplatz?  Warum sollte ich Browser-Verlauf, Anruflisten und SMS aus CCleaner heraus löschen und nicht aus den Apps selbst — zumal zum Beispiel ein Tippen auf den Punkt SMS ohnehin in die SMS-App führt. Die Option, heruntergeladene Dateien ohne Zuhilfenahme eines Dateimanagers zu löschen, macht wenigstens ein bisschen Sinn; mehr jedenfalls, als das Tippen auf eine der einzeln von CCleaner aufgeführten Apps: Das führt nämlich einfach nur die Android-Systemansicht der Anwendung, wo ich dann Daten und Cache löschen kann — aber wozu brauche ich dann den CCleaner? Gut, ich könnte mit einem Tipp alle Reinigungs-Aufgaben automatisch von der App erledigen lassen, davon würde ich jedem Nutzer allerdings abraten, sofern er später nicht den einen oder anderen Datenverlust beklagen möchte.

Kann das weg?

Ein bekannter Name, ein bisschen Nostalgie — und sonst nichts ...

Was also bleibt, ist ein bekannter Name, den viele PC-User vielleicht aus Nostalgie auch auf ihren Androiden sehen möchten. Und schaden tut CCleaner — wenigstens bei vorsichtiger Benutzung der automatischen Reinigungsfunktion — auch nicht. Sie macht aber auch nichts, was andere Apps und sogar Android selbst nicht auch schon tun. Wenigstens ist diese Redundanz kostenlos.


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