HBO-Serie "The Brink" im CURVED-Check: Jack Black is back!

Tim Robbins und Jack Black in "The Brink"
Tim Robbins und Jack Black in "The Brink"(© 2015 HBO)

„The Brink“ (übersetzt etwa „Der Rand des Abgrunds“) ist eine neue HBO-Comedy, die hierzulande auf Sky läuft und ein Wiedersehen mit Jack Black („School of Rock“, Tenacious D) und Tim Robbins (Oscar für „Mystic River“) bereitet. Wir verraten, ob die Show taugt. 

Die Serie spielt dabei vor einem Hintergrund, der ernster kaum sein könnte: Ein politischer Umsturz in Pakistan stürzt die Welt in eine globale Krise, mit der ein ziemlich unmoralisch lebender US-Außenminister (Robbins), der ebenfalls nicht besonders staatsmännisch agierende Botschaftsangestellte Alex Talbot (Black) sowie der Tabletten verkaufende Kampfjet-Pilot Zeke „Z-Pak“ Wilson (Pablo Schreiber) jeweils auf ihre eigene Art versuchen umzugehen. Austin-Powers-Regiesseur Jay Roach hat die erste Folge der Serie inszeniert.

Zum Auftakt wird der US-Außenminister Walter Larson zu einem Krisenmeeting gerufen, da nach Aufständen in Pakistan ein ehemaliger General an die Macht gekommen ist und droht, die vorhandenen Nuklear-Waffen gegen Israel einzusetzen, weil er sein Land durch fremde Drohnen gefährdet sieht. Gar nicht so abwegig, oder?

Der Botschaftsangestellt Talbot ist derweil während der Unruhen mit seinem Fahrer Rafiq (Aasif Mandvi) in Islamabad unterwegs, um etwas Haschisch zur Auflockerung eines bevorstehenden Dates zu kaufen. Nachdem die beiden aus Ihrem Auto flüchten müssen, gelangen Sie zu Rafiqs Familie, wo sich herausstellt, dass dessen Onkel Hasan, der ehemalige Psychiater des neuen Machthabers Umair Zaman ist und eine ziemlich dicke Krankenakte über diesen besitzt. Talbot, der immer davon geträumt hat, zur CIA zu gehören, sieht eine Chance und versucht ,die Akte heimlich direkt in das Krisenmeeting im Weißen Haus zu faxen, wird dabei aber von Rafiqs Familie überrascht.

„Z-Pak“ Tilson ist währenddessen an Bord eines US-Flugzeugträgers damit beschäftigt, seine Ex-Frau zu Hause am Telefon dazu zu überreden, ihm mehr verschreibungspflichtige Pillen zu schicken, die er an Bord des Schiffes an seine Kollegen verkaufen kann – als er zu dem Sondereinsatz gerufen wird, Ziele in Pakistan mit seinem Kampfjet anzugreifen. Er und sein Co-Pilot schmeißen sich beim Start jeweils des Beruhigungsmittel Xanax ein. Während Tilson live aus seinem Cockpit mit dem Krisenmeeting in den USA verbunden wird, merkt er jedoch, dass er die Tabletten verwechselt hat…

Noch Luft nach oben

Eine Serie wie „The Brink“ hat das Potential, ziemlich viel falsch zu machen. Sie kann theoretisch auch als Satire nur eine verpackte Werbesendung für die USA und sein Militär sein, generell zu wenig bissig und zu oberflächlich agieren oder einfach unlustig sein. Die Comedy schafft es im Piloten dabei nicht immer, sämtliche dieser Klippen zu umschiffen, und die Reviews fallen bislang durchwachsen aus. Wenn Tim Robbins etwa direkt aus seinem Stelldichein mit einem asiatischen Call-Girl angetrunken zum Krisenmeeting gefahren wird, um sich dort einen Schlagabtausch mit seinem politischen Widersacher zu liefern – und nebenbei seine Assistentin anweist, für weiteren Alkohol zu sorgen – ist das als Mischung aus überspitzter Satire und ein wenig Krawall-Humor durchaus witzig, in der Machart aber auch nicht wirklich neu.

Immerhin: Man kann „The Brink“ als US-Serie bislang kaum vorwerfen, eine zu einseitige Sichtweise oder ausschließlich kulturelle oder politische Vorurteile unter dem Deckmantel der Comedy abzuliefern: US-Militär und Politiker bekommen ihr satirisches Fett genauso weg wie durchgeknallte Despoten aus dem Mittleren Osten. Schön ist, dass in „The Brink“ hier und da tatsächlich ein wenig anarchischer Austin-Powers-Humor durchkommt, auch wenn es bei den zentralen Charakteren gern eine drogennehmende, verplante Figur weniger hätte sein können.

„The Brink“ wird vielfach als ein Comeback für US-Schauspieler, Comedian und Musiker Jack Black betrachtet, der hier tatsächlich eine gelungene Vorstellung ohne allzu viel grimassierendes Over-Acting abzuliefern scheint. Man sollte „The Brink“ durchaus eine Chance geben, denn der Pilot ist weder langweilig noch peinlich oder komplett unlustig. Eine wirklich bissige Polit-Satire sollte man allerdings auch nicht erwarten. Dafür wird „The Brink“ an den richtigen Stellen bislang nicht ernst und böse genug, sondern setzt mehr auf Gags für die Humor-Generation Hangover – was nicht immer schlecht sein muss.

Die Serie steht hierzulande unter anderem via Sky online zur Verfügung, zudem war HBO für „The Brink“ und die neue Comedy-Serie „Ballers“ mit Dwayne „The Rock“ Johnson eine exklusive Partnerschaft mit Facebook eingegangen, wo die jeweiligen Serien-Piloten auf den zugehörigen Facebook-Seiten gestreamt wurden.


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