Hound ist Siri und Google Now auf Steroiden

Siri und Google Now können Nachrichten für Euch verschicken oder Restaurants in der Nähe suchen. Wird es komplexer, geben sie aber auf. Da setzt Hound an.

Fragt Ihr Siri nach einem Café in Eurer Umgebung, gibt Euch Apples Assistent nach kurzer Wartezeit eine Liste mit passenden Lokalitäten. Sobald Ihr aber etwas genauer werdet, etwa nach Lokalitäten in der Nähe mit Ausnahme von chinesischen Restaurants fragt, kommt Siri ins Schwimmen und zeigt Euch nur chinesische und keine anderen Restaurants an.

Die neue App von SoundHound, schlicht Hound genannt, macht das deutlich besser. Selbst auf Anfragen, wie etwa “Suche Restaurants in der Nähe außer italienische Restaurants, die kostenloses WLAN haben und nach 22 Uhr noch geöffnet sind”, bekommt Ihr fix eine Antwort. Aber die App kann noch mehr. Dank der Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Expedia und Uber könnt Ihr Hotels buchen und Euch Wagen kommen lassen. Außerdem kann Hound das Wetter für eine Region nicht nur in den nächsten Tagen vorhersagen, sondern auch Prognosen für kommende Jahreszeiten abgeben.

Egal, wie lange die Frage nach einem Café ist: Hound findet das richtige für Euch.(© 2016 Business Wire)

Neun Jahre Entwicklungszeit

Um das alles umzusetzen, hat SoundHound einen eigenen Knowledge Graph entwickelt, auf den die App bei Anfragen zugreift. Die Arbeit daran hat neun Jahre in Anspruch genommen, wie SoundHund-CEO Keyvan Mohajer gegenüber The Verge erklärt. Anders, als man das vielleicht annehmen könnte, ist es für SoundHound also kein völlig neuer Weg. Groß geworden ist das Unternehmen mit der gleichnamigen Musik-Suchmaschine, die Songs erkennen kann.

Auch wenn die neue App Hound erstmal beeindruckend klingt, sie weiß (noch) nicht alles. Laut The Verge kann der Assistent Euch das Geburtsdatum von Barack Obamas Großmutter ausgeben, aber nicht erzählen, wer 2003 den Oscar in einer bestimmten Kategorie gewonnen hat. Weiß die App nicht weiter, schickt sie Euch zur Microsoft-Suche Bing. Google wird außen vor gelassen. Außerdem ist der Assistent nicht so tief ins System integriert wie Siri und hat keinen Zugriff auf Eure Suchhistorie und Eure Gmail-E-Mails sowie Google Now.

Deswegen ist das Ziel vorerst, die beste Alternative zu den etablierten und integrierten Lösungen von Apple und Google zu sein. SoundHound-CEO Mohajer erklärt das gegenüber The Verge: Er nutze Google Maps für iOS an Stelle von Apple Maps, auch wenn Apple Maps tiefer ins System integriert ist. "Ich denke, wenn man etwas liefert, dass besser ist, werden die Leute das benutzen."

Kleiner Wermutstropfen für deutsche Nutzer: Hound gibt es vorerst nur in den USA. Bis alle Funktionen ins Deutsche übersetzt wurden, kann es noch eine Weile dauern.


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