PayPal: Nach Ausfall weiterhin Probleme

PayPal Firmenzentrale
Ein Ausfall hat bei PayPal zu einem Problem im Zahlungsverkehr geführt. Noch immer haben Nutzer Probleme mit dem Dienst (© 2015 PayPal )
Update

Die Probleme mit PayPal sind offenbar immer noch nicht komplett behoben. Nachdem vorübergehend nichts mehr beim US-Zahlungsdienst ging, haben Banken und PayPal selbst eigentlich Entwarnung gegeben. Doch für viele Nutzer ist die Plattform weiterhin nicht nutzbar (Stand: 29. August, 13:30 Uhr). Und das bringt erste Politiker auf den Plan, die Konsequenzen und Umdenken fordern.

Zwar melden Banken und PayPal, dass alles wieder gut ist. Einem Bericht der BILD zufolge können offenbar viele Nutzer immer noch nicht wieder über den Dienst zahlen. Das Problem: Durch blockierte oder verspätete Abbuchungen von den Bankkonten sind einige PayPal-Accounts wohl ins Minus gerutscht. Neue Zahlungen seien hier erst dann möglich, wenn das Konto wieder ausgeglichen ist.

PayPal stehe eng mit den Banken in Kontakt, um "eventuelle Unstimmigkeiten auf den Konten der Kunden zu klären", so eine Sprecherin des Dienstes zu BILD. Demnach ist das Unternehmen weiterhin damit beschäftigt, die Nachwirkungen des Ausfalls zu beheben. Immerhin: Das Problem betrifft nicht alle Nutzer. Innerhalb der CURVED-Redaktion können wir beispielsweise wieder problemlos auf PayPal zugreifen und Zahlungen tätigen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis das auch für die noch von Ausfällen betroffenen Nutzer der Fall ist.

Europäische Alternative wird gefordert

Der schwere Ausfall beim größten Online-Zahlungsdienst der Welt hat verschiedene Stimmen auf den Plan gerufen. Darunter Nutzer, die das gute alte Bargeld loben. Aber auch Politiker wie Anna Cavazzini von den Grünen. Sie ist im Europaparlament Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Gegenüber dem RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) betonte sie, dass Europa unabhängiger von "der US-Dominanz im Digitalen" werden müsse. Eine mögliche Lösung: Offenbar eine PayPal-Alternative aus Europa. Auch für mehr Wettbewerb – und um "Sicherheit und Verbraucherschutz konsequent durchsetzen zu können".

Konkret ist aber noch nicht bekannt, ob ein solches Vorhaben in Planung ist.

Sicherheitssystem sorgte für milliardenschweres Chaos

Was war zuvor passiert? Der süddeutschen Zeitung zufolge wurden PayPal-Lastschriften in Milliardenhöhe von deutschen Banken blockiert. Der Grund? Offenbar ist ein System bei PayPal ausgefallen, das normalerweise betrügerische Aktivitäten erkennen soll – also wenn jemand beispielsweise versucht, Geld von eurem Konto abzubuchen, ganz ohne euer Einverständnis. Alle Lastschriften wurden von PayPal demnach ohne Prüfung durchgereicht. Und daraus hätten viele Banken Konsequenzen gezogen und den PayPal-Zahlungsverkehr vorerst lahmgelegt. Zur Sicherheit der eigenen Kunden.

Mittlerweile können viele Nutzer aber wieder aufatmen: So meldet etwa die Sparkassen-Finanzgruppe, dass seit Dienstagmorgen (26. August) der Zahlungsverkehr wie gewohnt läuft. Auch an anderen Stellen ist mittlerweile von verzögerten Transaktionen die Rede. Ausstehende Abbuchungen werden demnach nachgeholt.

Betroffene haben offenbar am Dienstag beunruhigende Mails von PayPal erhalten, wie BILD berichtet. In der soll auch stehen:"Ihr Bankkonto war nicht ausreichend gedeckt. Wir werden uns mit Ihrer Bank in Verbindung setzen, um den fälligen Betrag einschließlich Bankbearbeitungsgebühr einzuziehen." – wobei die Konten in der Regel gedeckt sein dürften; die Banken haben lediglich die Abbuchung blockiert. Da der Vorfall bei PayPal bekannt ist, gehen wir davon aus, dass die angedrohten Gebühren bei Betroffenen nicht eingezogen werden.

PayPal-Ausfall: Schon am Wochenende Probleme

Schon gegen Ende der vergangenen Woche sei das System (zunächst teilweise) ausgefallen. Auf der offiziellen Support-Webseite schreibt PayPal dazu:

Am Wochenende kam es zu einer vorübergehenden Dienstunterbrechung, die dazu führte, dass sich Transaktionen für eine kleine Anzahl von Konten verzögerten. Inzwischen wurde das Problem behoben.

Wie weiter oben beschrieben, können einige Nutzer aber offenbar immer noch nicht über den Dienst zahlen. Auch auf der Seite "AlleStörungen" melden Nutzer weiter fleißig Probleme mit PayPal. Das spricht ebenso dafür, dass es beim Zahlungsdienstleister noch nicht überall wieder rund läuft.

Das Timing könnte besser sein: Dieser Vorfall ereignete sich keine zwei Wochen, nachdem PayPal-Daten von Nutzern im Darknet auftauchten. Zwar gab es in dem Fall kein Sicherheitsproblem und die erbeuteten Infos stammen mutmaßlich aus ganz anderen Quellen anstatt von PayPal selbst. Aber viele Betrüger haben versucht, die bestehende Verunsicherung ausnutzen – mit Phishing-Mails. Und hier ist auch weiterhin Vorsicht geboten: Auch wenn der Zahlungsverkehr jetzt wohl wieder fließt, könnten die zeitweise gestoppten Transaktionen der nächste Aufhänger der Betrüger sein. Achtet in nächster Zeit also ganz besonders aufmerksam darauf, ob E-Mails in eurem Postfach echt sind. Ersten Berichten zufolge sollen Betrüger tatsächlich schon entsprechende Phishing-Nachrichten versenden.

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