"Pokémon Duel" angespielt: Das taugt der "Pokémon Go"-Nachfolger

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Pokémon duel
Pokémon duel(© 2017 CURVED)

Das Pokémon-Universum könnte auch hierzulande bald um ein Smartphone-Spiel reicher werden: "Pokémon Duel" war bisher nur in Japan erhältlich, jetzt ist es auf Englisch in vielen Ländern erschienen. Wir haben die US-Version schon angespielt.

"Pokémon Duel" ist ein strategisches Brettspiel. Ihr seht in der App verschiedene Punkte, die durch Linien verbunden sind (ähnlich wie beim Klassiker "Mühle"). Jeder Spieler hat sechs Pokémon zur Verfügung, die er als Spielfiguren nach und nach auf dem Brett platziert. Ziel des Spiels ist es, mit einem Pokémon auf einem Kreis des gegnerischen Spielers zu landen.

Pokémon Duel: Spieler treten mit sechs Pokémon gegeneinander an(© 2017 CURVED)

Wie man es von kompetitiven Kartenspielen kennt, könnt Ihr verschiedene "Decks" anlegen und Eure Pokémon unterschiedlich kombinieren. Denn wie für Pokémon-Games typisch hat jedes Wesen seine eigenen Angriffstypen, Attacken und Level-Stufen. Dazu kommt ein Wert, wie viele Züge sie machen können (Duels).

Pokémon Duel: Die Pokémon haben verschiedene Attacken und Werte.(© 2017 CURVED)

Die Spieler setzen abwechselnd ein Pokémon auf das Feld und können um bis zu so viele Felder rücken, wie das Wesen Duels hat. Trifft es dabei ein anderes Pokémon, kann es kämpfen. Doch hier wählt Ihr nicht wie bei den RGP-Spielen der Reihe nach eine Attacke aus – das erledigt das Glücksrad für Euch. Es ist in unterschiedlich große Bereiche eingeteilt, die verschiedene Attacken symbolisieren. Je nachdem, wir gut das Pokémon entwickelt ist, sind manche Bereiche größer als andere, sodass es wahrscheinlicher ist, einen bestimmten Bereich zu treffen und diese Attacke auszuführen. Zu Beginn ist beispielsweise oft der Teil, der am wenigsten Schadenpunkte bringt, am größten. Durch Aufleveln könnt Ihr diese dann, wie Ihr wollt, manipulieren.

Pokémon Duel: Das Glücksrad entscheidet, welche Attacke ausgeführt wird.(© 2017 CURVED)

Nun hat das Glücksrad entschieden, welches Pokémon die stärkere Attacke ausführt. Wir sind uns noch nicht so ganz sicher, ob das ein Zufallsgenerator ist, oder ob wir es tatsächlich beeinflussen können, wo das Rad stoppt, wenn wir darauf tippen. Je nach Art der Attacke wird ein Pokémon entweder besiegt, vom Spielfeld genommen und ins Poké-Center (eine Art Krankenhaus) gebracht – oder es wurde mit einem Spezialangriff getroffen und schläft ein oder ist paralysiert oder ähnliches. Dann bleibt es auf der Stelle im Feld, muss aber unter Umständen aussetzen. Aus dem Poké-Center kommt das Wesen erst wieder heraus, wenn das dritte Pokémon im Krankenhaus landet. Das Erste wird dann wieder auf die Spielfigurenbank gesetzt, muss noch eine Runde aussetzen und kann dann wieder aufs Feld.

Sehr unübersichtlich

Nicht nur dass die Regeln teilweise etwas kompliziert sind – die App ist auch sehr unübersichtlich gestaltet. Hier muss man sich erstmal eingewöhnen, bis man alle Menüpunkte verstanden hat und diese auch vernünftig wiederfindet.

So gibt es zum Beispiel auch ein Menü für Quests – den Storymodus. Hier spielt Ihr gegen Computergegner. Das Ziel: sich durch die Etagen verschiedener Wolkenkratzer zu kämpfen, bis man beim größten ganz oben angekommen ist. Pro Kampf müsst Ihr Energie investieren. In einem anderen Menü können Raum-Kämpfe auch gegen andere Spieler und Freunde abgehalten werden.

Siege bringen Euch im Spiel schneller vorwärts. Ihr erhaltet zum Beispiel neue Pokémon oder Material, um sie aufzuleveln. Außerdem gibt es Juwelen als Währung, die Ihr für Booster eintauschen könnt, um Euch Vorteile zu schaffen.

Vorläufiges Fazit: Ganz nett

In Deutschland hat das Free2Play-Spiel noch nicht offiziell den Weg zum Google Play Store oder Apple App Store gefunden. Die US-Version lässt sich über einige Umwege mit einem amerikanischen Konto installieren.

Für ein paar Runden "Pokémon Duel" hatte ich wirklich Spaß daran, die Wesen über das Spielfeld zu schicken. Kurzweilig ist es ja, das neue Pokémon-Spiel. Aber die Langzeitmotivation scheint für mich nicht gegeben. Das Spielfeld ist klein, die Runden sind schnell entschieden. Für zwischendurch ist es mal ganz nett, aber ob sich die Komplexität eines Strategiespiels noch entfaltet, sobald wir mehrere verschiedene Pokémon haben, die wir unterschiedlich kombinieren können, muss sich erst noch zeigen.


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