TomTom Go Mobile im Test: Das kann die neue Navi-App

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TomTom Go Mobile: Die App ist kostenlos, aber für mehr als 75 Kilometer im Monat muss man zahlen.
TomTom Go Mobile: Die App ist kostenlos, aber für mehr als 75 Kilometer im Monat muss man zahlen.(© 2015 CURVED Montage)

Bisher hat TomTom seine Navi-Apps teuer verkauft. Damit ist jetzt Schluss. CURVED konnte vorab die neue App TomTom Go Mobile ausprobieren.

Wer sich bisher von TomTom auf seinem Smartphone den Weg zeigen lassen wollte, musste 49,16 Euro investieren, um die Karten für Deutschland, Österreich und die Schweiz zu erhalten. Je nach Größe der Karten stiegen die Preise auch auf 60 oder 70 Euro an. Mit TomTom Go Mobile hat der langjährige Navi-Hersteller sein Finanzierungsmodell radikal umgestellt: Die App ist kostenlos, die Karten lassen sich ohne Bezahlung herunterladen und auch für Verkehrsinformationen in Echtzeit muss man nicht extra bezahlen. Stattdessen ist nur die Navigation über eine Strecke von 75 Kilometern im Monat kostenlos. Wer sich längerer Wege zeigen lassen will, muss pro Jahr 19,99 Euro oder 44,99 Euro für drei Jahre unbegrenzten Zugriff zahlen.

Kostenlose Karten für Offline-Navigation

Mein Urlaub im März war der perfekte Anlass, um TomTom Go Mobile und Google Maps gegeneinander antreten zu lassen. Vor der ersten Benutzung von TomTom Go Mobile musste ich das passende Kartenmaterial herunterladen. Damit die App mir den Weg zeigen konnte, wählte ich die Karte von Deutschland, Österreich und der Schweiz, die etwa ein Gigabyte groß ist. Ich könnte aber auch andere Länder wie Frankreich oder Polen einzeln oder sogar ganze Kontinente wie Afrika oder Nordamerika auf mein Smartphone laden. Die Suche nach dem Ziel gestaltete sich unterschiedlich kompliziert: Adressen lassen sich problemlos eingeben, zahlreiche interessante Orte kann ich direkt anwählen und auch direkt einen Punkt auf der Karte anklicken. Den Hamburger Hauptbahnhof habe ich in der Liste der "Points of Interest" (POI) allerdings nicht gefunden, dafür aber so ziemlich jeden S-Bahnhof der Hansestadt. Hier scheint die Datenbank noch ein klein wenig Pflege vertragen zu können.

Bevor es los geht, zeigt TomTom Go Mobile die vorgeschlagene Route auf einer Karte an. Diese ist allerdings mit gut gemeinten Informationen überfrachtet, ich finde sie total unübersichtlich. Die App zeigt neben der Route auch Tankstellen, Radarkameras, Baustellen und gesperrte Straße sowie aktuelle Informationen zum Verkehrsfluss und auf Wunsch auch Parkplätze an. Zudem holt sie sich die Adressen Eurer Kontakte aus dem Adressbuch, damit Ihr sie direkt als Ziel auswählen könnt, aber macht die Kartenansicht damit nicht übersichtlicher. Falls sich die Markierungen ausblenden lassen, so ist der entsprechende Menüpunkt gut versteckt. Ich habe ihn zumindest nicht gefunden.

Die aktuellen Daten zum Verkehrsfluss bezieht die App in die Berechnung des Weges mit ein, allerdings verschwinden die entsprechenden Markierungen fast komplett unter dem Routenverlauf. Alternative Routen lassen sich nicht wie bei Google Maps über die Karte auswählen, sondern dafür müsst Ihr bei TomTom ins Menü gehen und bekommt auf Wunsch zwei alternative Routen angezeigt, inklusive der Information wie viel länger die Strecke ist, aber ohne Angabe der voraussichtlichen Reisezeit. Zudem könnt Ihr in den Einstellungen auswählen, ob Euch die App die schnellste, die kürzeste, die umweltfreundlichste oder eine Fahrrad- oder Fußgänger-Route anzeigen soll. Zudem könnt Ihr festlegen, dass unbefestigte und mautpflichtige Straßen sowie Fähren vermieden werden.

Verlässliche Routenführung zum Ziel

Startet Ihr die Navigation verlässt die App die Übersichtskarte und wechselt in eine 3D-Routenansicht, die wesentlich übersichtlicher ist und Euch zusammen mit dem Anweisungen des Sprechers gut ans Ziel führt. Nur an einer Abzweigung hätte ich mir auf meinem Weg einen Hinweis mehr gewünscht. Ich habe zum Test verschiedene Strecken von TomTom Go Mobile und Google Maps berechnen lassen und habe bei den zuerst vorgeschlagenen Routen keine Unterschiede festgestellt, die eine von den beiden Navi-Apps besser oder schlechter machen würden, wenn es darum geht den Weg zum Zielort zu finden.

Neben der Computerstimme Yannick könnt Ihr für die deutsche Sprachausgabe noch Lisa und Werner als aufgezeichnete Stimme auf Euer Smartphone herunterladen. Der Platzbedarf fällt mit einem Megabyte erstaunlich klein aus. Zusätzlich legt Ihr fest welche Informationen Euch die Sprecherstimmen mitteilen und zum Beispiel Anweisungen schon im Voraus vorlesen und Straßenamen nennen.

Nur ein wirklicher Vorteil gegenüber der kostenlosen Navigation von Google Maps

Für TomTom Go Mobile benötigt Ihr ein Android-Gerät, das mindestens über eine Displayauflösung von 800 x 480 Pixeln verfügt und auf dem mindestens Android 4.0.3 installiert ist. Weitere Anforderungen an die Hardware stellt TomTom nicht - von Selbstverständlichkeiten wie GPS und einem Internetzugang abgesehen. Die App soll im Laufe des 25. März 2015 im Play Store zum Download zur Verfügung stehen.

Am Ende bleibt in meinen Augen nur die Offline-Nutzung als wesentlicher Vorteil von TomTom Go Mobile gegenüber Google Maps, wobei die App zum Abrufen der aktuellen Daten zum Verkehrsfluss eine Onlineverbindung benötigt. Die Investition der 20 oder 45 Euro in TomTom Go Mobile lohnt sich in meinen Augen nur, wenn das Smartphone häufiger im Ausland als Navi genutzt werden soll und Ihr dort über keine Datenflatrate verfügt oder auf diese auch innerhalb Deutschlands verzichten wollt. Allerdings schwärmte mir vor wenigen Tagen ein Kollege von Nokia Here vor und berichtete, dass der Kartendienst offline super funktioniere und komplett kostenlos sei. Scheint als sollte ich mir den mal genauer anschauen.


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