Trotz Pleite: Warum Payment-Anbieter auf Bitcoin setzen

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Online-Händler bieten ihren Kunden verstärkt Bitcoin als Zahlungsoption an.
Online-Händler bieten ihren Kunden verstärkt Bitcoin als Zahlungsoption an.(© 2014 iStock.com/zakokor)

Dieses Jahr stand es bisher schlecht um Bitcoin: Betrugsskandale und die Pleite der Handelsplattform Mt. Gox sorgten für Negativschlagzeilen. In den vergangenen Tagen erlebt die virtuelle Währung jedoch  die Wiederaufstehung und erhält Support von ihrer größten Anhängerschaft - der Tech-Branche.  Square, Stripe und eBay schenken Bitcoin neues Vertrauen.

Das Auktionsportal eBay hat vor wenigen Tagen eine eigene Rubrik für "Virtuelle Währungen" eingerichtet. Dort können unter anderem Bitcoin verkauft und versteigert werden. PayPal, im Besitz von eBay, unterstützt zwar bisher keine virtuellen Zahlungsmittel. Die neue Präsenz auf der Versteigerungswebsite deutet jedoch daraufhin, dass der Konzern Bitcoin mittlerweile ernst nimmt.

Dafür greift jetzt ein neuer Service den Markt von PayPal an. PayStand heißt ein  Startup aus Kalifornien, das sich neben dem Zahlungsriesen als Alternative für Kleinunternehmer etablieren will. Das Bezahlsystem funktioniert ähnlich wie PayPal und soll zum Beispiel bei Boutiquen, Wohltätigkeitsorganisationen oder für Bands, die ihre Alben verkaufen wollen, zum Einsatz kommen. Neben den üblichen Optionen akzeptiert PayStand auch Bitcoin als Währung.

Stripe und Square begrüßen Bitcoin

Wer schon einmal online bezahlt hat, hat mit guter Wahrscheinlichkeit die Transaktion via Stripe abgewickelt, ohne es zu merken. Das in San Francisco ansässige Unternehmen macht es sich zum Ziel, zum "One Stop Shop" für Zahlungen zu werden. Seit knapp zwei Wochen steht  Bitcoin als Zahlungsmittel zur Verfügung. Im Gegensatz zu anderen Payment-Anbietern will Stripe für Endkunden nicht sichtbar sein, sondern ein nahtloses Zahlungserlebnis schaffen. "Händler und Websites, die Stripe als Bezahlsystem einbauen, müssen sich nicht um die Abwicklung kümmern", erklärt Sprecherin Kelly Sims. Die Technologie übernimmt im Hintergrund alle Aspekte der Transaktion und akzeptiert mittlerweile 135 Währungen. Stripe sei mittlerweile bei "zehntausenden" Websites und Apps im Einsatz. Beliebt ist das System vor allem bei Startups, wie Sims verrät. Der Taxi-Service Lyft, die eCommerce-Plattform Shopify und die Eventveranstalter TED haben Stripe derzeit im Einsatz.

"Wir sehen Bitcoin als langfristige Investition"

Bitcoin biete das 2010 gegründete Unternehmen deshalb an, "weil wir den Konsumenten möglichst alle verfügbaren Zahlungsmethoden ermöglichen wollen." Wie viele Transaktionen bisher über die virtuelle Währung geflossen sind, kann die Stripe-Sprecherin noch nicht sagen: "Wir sehen das als langfristige Investition", Bitcoin werde wahrscheinlich in den nächsten Jahren zu einer ernstzunehmenden Währung.

Wenige Tage nach Stripe verkündete auch das Payment-Startup Square die Einführung von Bitcoin als Zahlungsoption. In dem Online-Shop "Square Market" können Nutzer künftig auch mit der Krypto-Währung zahlen. Mehr als 50.000 Händler bieten aktuell ihre Waren bei dem Portal von Twitter-Gründer Jack Dorsey an.

Push für virtuelle Währungen

Mit zwei großen Zahlungsanbietern, die Bitcoin in ihr System aufnehmen, erlebt die beinahe totgesagte Währung einen neuen Push. Nicht nur das Bitcoin-Ökosystem profitiert von diesem Schritt. Für die Unternehmen, die sich offen gegenüber dem jungen Transaktionsmittel zeigen, bringt dieser Schritt Aufmerksamkeit. Stripe, Square und eBay setzen damit ein Zeichen für Innovation im Payment-Segment. Und Anbieter wie PayStand versuchen, Kleinhändlern das Leben durch niedrige Transaktionskosten zu erleichtern.  Bis die Währung massentauglich ist, braucht es jedoch noch einige Verbesserungen an der Währung selbst: "Bisher ist Bitcoin für den Durchschnittsnutzer zu kompliziert, das muss sich ändern", findet Stripe-Sprecherin Sims.


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