Gemini PDA ausprobiert: Die 90er haben angerufen – wir sind rangegangen

Der Mobile World Congress wird dominiert von bekannten Marken wie Samsung, Sony und Co.. Von Geräten, die feingetunt, extrem schick und besonders leistungsfähig sind. Doch hin und wieder entdecken wir auf unseren Streifzügen durch die Messehallen den ein oder anderen Rohdiamant. So geschehen beim Gemini PDA der Firma Planet. Während Smartphones immer dünner und randloser werden, sieht das Gerät aus, als wäre es direkt aus den Neunzigern nach Barcelona gereist. Ein Hands-on.

Das fängt schon beim sogenannten "Clamshell"-Design an. Wie einst der legendäre Nokia Communicator klappt man den Gemini PDA wie ein Mini-Mini-Mini-Notebook auf. Und genauso soll man das ungewöhnliche Device auch bedienen: mit einem sechs Zoll großen Display im Querformat mit einer vollwertigen, physische QWERTY-Tastatur.

Vorinstalliert ist Android, allerdings ist das "Smartphone" dualboot-fähig. Das heißt, zusätzlich könnt ihr ein Linux auf dem Gerät installieren. Mit 4 GB RAM, 64 GB Arbeitsspeicher (erweiterbar per microSD-Karte) und eine fixen Mediatek-Chipsatz sowie einem 4220 mAh großen Akku ist das auch problemlos möglich. Alle weiteren Specs könnt ihr hier nachlesen. Auf einem Gerät am Messestand war bereits Jollas Sailfish OS installiert, das auch flüssig lief.

Nichts für große Hände

Und tatsächlich ließ sich auf dem Gemini PDA tippen...irgendwie. Allerdings kann ich nicht gerade behaupten, dass es intuitiv war. Das Tastaturlayout wirkt sehr gedrungen. Da geht es maximal mit zwei Zeigefingern schrittweise voran, um beide Hände unterzubringen, ist schlicht zu wenig Platz. Um es wiederum in beiden Händen zu halten und mit den Daumen zu tippen, liegen die Tasten dann doch wiederum zu weit auseinander.

Ihr merkt schon: Eine wirkliche Empfehlung kann ich für den Gemini PDA gerade nicht aussprechen. Dabei ist die Idee, ein solches Gerät auf den Markt zu bringen, absolut lobenswert. So kann ich mir durchaus vorstellen, dass man mit dem Device unterwegs gut arbeiten könnte – wenn es denn ein bisschen größer ausfallen würde. Mit seinen sechs Zoll passt es zugeklappt zwar noch in die Hosentasche, aber mit nur einem Zoll mehr würde man nicht mehr so gedrungen tippen müssen – und wäre damit bestimmt produktiver. An dieser Stelle sei aber noch erwähnt, dass man über die zwei USB-Typ-C-Anschlüsse allerlei Zubehör anschließen kann. Etwa Maus und Tastatur, aber auch einen Monitor oder Fernseher.

Preise und Verfügbarkeit

Möglich gemacht das Produkt übrigens eine Crowdfunding-Kampagne über Indiegogo. Gerade ist man bei Planet darum bemüht, die tausenden Vorbestellung erst einmal abzuarbeiten. Demnächst soll dann jeder den Gemini PDA über die Herstellerseite bestellen können. Für 499 Euro bekommt ihr das Smartphone mit WLAN-, für 599 Euro mit LTE-Support.

Ist die Massenproduktion angelaufen, soll der PDA auch in Deutschland erhältlich sein. Wer jetzt bestellt, so versicherte man uns uns, kann spätestens im April mit dem Versand rechnen. Doch vielleicht könnte es sich lohnen, auf eine zweite, etwas überarbeitete und vielleicht sogar größere Generation zu erwarten.


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