Gwent (Beta) angespielt: das Kartenspiel aus "Witcher 3" [mit Video]

Sammelkartenfreunde haltet Euch fest! Mit "Gwent" kommt ein neues Spiel auf den Markt, das alte und neue Gamer in diesem Genre mitreißt. Zur Zeit läuft die geschlossene Beta-Phase für das Kartenspiel aus "Witcher 3". CURVED ist mit dabei.

Wer schon immer gern Sammelkartenspiele gezockt hat, hat sich im Rollenspiel The Witcher 3 bestimmt auch am liebsten neue Gegner für das integrierte Kartenspiel Gwent gesucht, anstatt die Story weiterzuspielen. So zumindest ging es mir irgendwann, als die doch immer recht ähnlichen Kämpfe zu langweilig wurden. Weil ich da bei weitem kein Einzelfall war, arbeitete Entwickler CD Projekt an einer eigenständigen Version des Kartenspiels.

So wird gespielt

Gwent hieß es in Witcher 3, in der deutschen Version Gwint, und ist ein klassisches kompetitives Kartenspiel, bei dem zwei Spieler mit eigenen Kartendecks gegeneinander antreten. Die Karten haben Werte, um die eigene Punktzahl in die Höhe zu treiben. Manche Karten haben zusätzliche Funktionen, um die Karten des Gegners zu schwächen. Andere bringen Vorteile für das eigene Deck oder lösen Nachteile wieder auf. Andere holen besiegte Karten von Eurem Friedhof zurück. Ungefähr so funktioniert auch die Erfolgsapp "Hearthstone" aus dem Hause Blizzard.

Im ausführlichen Tutorial werden die Funktionen und Spielweise leicht verständlich erklärt(© 2016 CURVED)

Alle Karten haben verschiedene Kategorien und können auf drei Reihen, die Nahkämpfer (Schwert-Symbol) sowie Fernkämpfer (Armbrust) und Belagerung (Katapult) symbolisieren, ausgespielt werden. Jede Karte bringt Euch Punkte, die addiert werden. Um eine Runde abzuschließen und gewinnen zu können, müsst Ihr "passen".

Eine Karte im Detail. Links Symbole für Kategorie und Eigenschaften, die rechts erklärt werden(© 2016 Gwent)

Dann kann Euer Gegner aber noch so viele Karten ausspielen, wie er möchte und versuchen, Eure Punktzahl zu schlagen. Man kann sich also trotz eines großen Vorsprungs nie sicher sein, ob man die Runde auch gewinnt. Die Kunst besteht darin, in zwei von drei Runden mehr Punkte zu erreichen als der Gegner.

De Sieger-Bildschirm in Gwent(© 2016 CURVED)

Leichter Einstieg und Free2Play

Früher konnte ich nie etwas mit Sammelkartenspielen anfangen. Pokémon? Nee. Magic? Zu kompliziert. Hearthstone? Schon irgendwie besser, aber hielt mich nicht lange bei der Stange. Doch dann kam Gwent. Das Spielprinzip ist superschnell erlernt, die Karten und Fähigkeiten überschaubar. Jeder kann es sofort spielen, ohne erstmal tausend Karten zu studieren und sich die Vor- und Nachteile aller Fraktionen einzuprägen.

Doch wenn Ihr neue Karten haben wollt, um Eure Decks stärker zu machen, müsst Ihr zahlen. Gwent wird Free2Play. Das heißt: Das Spiel ist kostenlos, neue Inhalte oder Verbesserungen müssen aber gekauft werden. Im Spiel könnt Ihr gegen echtes Geld bei einem dicken, warzigen Troll Fässer kaufen, die er netterweise auch noch zerquetscht. Aus einem Fass kommen vier Karten raus, die Ihr behalten könnt. Das sind einzelne Karten der Fraktionen und/oder Sonderkarten. Danach werden Euch drei weitere Karten gezeigt, von denen Ihr Euch eine aussuchen könnt, die anderen beiden werden vernichtet. So erhaltet Ihr pro Fass fünf neue Karten für Eure Sammlung.

Kartenkauf in Gwent(© 2016 CURVED)

Zwei Fässer bekommt Ihr zum Beispiel für 2,69 Euro (also etwa 1,35 Euro für fünf Karten). Kauft Ihr das Paket mit 60 Fässern für 62,99 Euro, kosten fünf Karten umgerechnet je 1,05 Euro. Es gibt die Möglichkeit, komplett ohne Geld zu spielen, doch da müsst Ihr für ein Fass 100 Erze einsammeln. Und diese bekommt Ihr ab und zu für einen Levelaufstieg oder für gewonnene Spiele. Es dauert dementsprechend länger, bis Ihr an neue Karten kommen könnt.

So läuft die Beta

Zu Beginn spielt Ihr ein Tutorial, das kurz und knapp alle Möglichkeiten in Gwent erklärt. In der Beta kann man dann bisher gegen andere Spieler antreten, sich eigene Decks der vier Fraktionen bauen, Karten zermahlen und mit deren Rohstoffe neue, wichtige Karten herstellen. Das Ganze läuft erstaunlich stabil. Fast so, als wäre eigentlich schon alles fertig. Selten wird die Verbindung zum anderen Spieler unterbrochen, das Spiel dann als gewonnen gewertet. Bisher habe ich das Gefühl, dass das Matchmaking sehr fair ist und wir immer gegen etwa gleich starke Gegner angetreten sind. Wenn das so bleibt, wird Gwent ein faires Spiel, das trotz Free2Play nicht in die Pay2Win-Kategorie zählt.

Nach der abgeschlossenen Beta-Phase werden aber all Eure Erfolge zurückgesetzt. Sonst wäre das ein unfairer Vorteil den neuen Spielern gegenüber. Die Ausnahme sind dabei gekaufte Karten. Die Fässer werden dem Spieler gutgeschrieben.

Ausblick

Gwent soll im Frühling 2017 in eine offene Beta-Phase übergehen, sodass jeder von Euch "Karten kloppen" kann. Ein genaues Datum für die Veröffentlichung gibt es noch nicht. Entwickler CD Projekt sagt nur: "Das Spiel ist fertig, wenn es fertig ist." Wir schätzen aber, dass es nächstes Jahr so weit sein wird.

Zusätzlich zum kompetitiven Multiplayer wird es auch noch eine Einzelspielerkampagne geben, bei der Ihr Geralt in einer Geschichte über eine Map steuert und währenddessen wie im richtigen The Witcher auf Monster und Gegner trefft, die Ihr bekämpfen müsst. Nur passiert das in Gwent nicht mit Schwertern, sondern symbolisiert durch Karten. Die Entwickler versprechen zehn Stunden Spielspaß.

Fazit: Läuft!

Gwent ist anders. Fans von The Witcher müssen sich ein wenig umgewöhnen. Doch in meinen Augen wurde das Spiel für die eigenständige Version gegenüber dem internen Spiel in Witcher 3 verbessert. Bleibt das Spiel auf diesem Kurs, der sich in der Beta abzeichnet, kann ich es empfehlen. Was mir öfter passiert ist, sind Rage-Quits, bei denen die anderen Spieler das Match verlassen, weil sie verlieren. Ja, Gwent kann ab und zu auch für viel Frust sorgen, aber größtenteils ist es sehr spannend. Vor allem dann, wenn sich oft erst im letzten Zug der letzten Runde entscheidet, wer gewinnt oder verliert.


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